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Unbefristeter Arbeitsvertrag Deutschland

Indefinite Employment Contract Germany (Unbefristeter Arbeitsvertrag)

UNBEFRISTETER ARBEITSVERTRAG

gemäß §611a BGB i.V.m. Nachweisgesetz (NachwG)

§ 1 VERTRAGSPARTEIEN

Arbeitgeber:

Firma / Name: [Employer Name]

Handelsregisternummer: [Employer Registration]

Sitz / Anschrift: [Employer Address]

Vertreten durch: [Employer Representative]

Arbeitnehmer/in:

Name: [Employee Name]

Anschrift: [Employee Address]

Steuer-Identifikationsnummer: [Employee Steuer-ID]

Sozialversicherungsnummer: [Employee SV-Nummer]

Zwischen den vorgenannten Parteien wird folgender unbefristeter Arbeitsvertrag geschlossen:

§ 2 TÄTIGKEIT UND ARBEITSORT

Der/die Arbeitnehmer/in wird als [Job Title] eingestellt.

Tätigkeitsbeschreibung: [Job Description]

Arbeitsort: [Work Location]

Arbeitsform: [Work Modality]

Der Arbeitgeber behält sich vor, dem/der Arbeitnehmer/in im Rahmen des Direktionsrechts gemäß §106 GewO andere zumutbare Aufgaben zuzuweisen, die den Fähigkeiten und der Vergütung entsprechen.

§ 3 BEGINN UND PROBEZEIT

Das Arbeitsverhältnis beginnt am [Start Date] und wird auf unbestimmte Zeit geschlossen.

Probezeit: [Probation Period]. Während der Probezeit kann das Arbeitsverhältnis von beiden Seiten mit einer Frist von zwei Wochen gekündigt werden (§622 Abs. 3 BGB).

§ 4 VERGÜTUNG

Der/die Arbeitnehmer/in erhält ein Bruttomonatsgehalt in Höhe von [Gross Salary].

Die Gehaltszahlung erfolgt [Payment Date] auf das vom Arbeitnehmer benannte Bankkonto.

Lohnsteuer, Solidaritätszuschlag und ggf. Kirchensteuer werden gemäß den ELStAM-Daten des Bundeszentralamts für Steuern (BZSt) einbehalten und an das zuständige Finanzamt abgeführt. Die Arbeitnehmer- und Arbeitgeberanteile der Sozialversicherungsbeiträge werden gemäß den gesetzlichen Bestimmungen berechnet und abgeführt.

§ 5 ARBEITSZEIT

Die regelmäßige wöchentliche Arbeitszeit beträgt [Weekly Hours] (ohne Pausen).

Arbeitszeitverteilung: [Work Schedule]

Die Verteilung der Arbeitszeit richtet sich nach den betrieblichen Erfordernissen und den Bestimmungen des Arbeitszeitgesetzes (ArbZG). Überstunden dürfen nur auf Anordnung oder mit vorheriger Zustimmung des Arbeitgebers geleistet werden.

§ 6 URLAUB

Der/die Arbeitnehmer/in hat Anspruch auf [Vacation Days] bezahlten Urlaub pro Kalenderjahr gemäß dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG).

Der Urlaub ist im laufenden Kalenderjahr zu nehmen. Eine Übertragung auf das nächste Kalenderjahr ist nur zulässig, wenn dringende betriebliche oder in der Person des Arbeitnehmers liegende Gründe dies rechtfertigen. Im Falle der Übertragung muss der Urlaub bis zum 31. März des Folgejahres genommen werden (§7 Abs. 3 BUrlG).

§ 7 ARBEITSUNFÄHIGKEIT

Im Falle der Arbeitsunfähigkeit durch Krankheit hat der/die Arbeitnehmer/in den Arbeitgeber unverzüglich zu benachrichtigen. Ab dem ersten Tag der Arbeitsunfähigkeit ist eine ärztliche Bescheinigung (Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung — AU) vorzulegen, sofern die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage andauert. Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) wird ab 2023 direkt von der Krankenkasse an den Arbeitgeber übermittelt.

Der Arbeitgeber zahlt im Krankheitsfall das Entgelt für die Dauer von sechs Wochen gemäß dem Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG §3) fort.

§ 8 TARIFVERTRAG UND BETRIEBSVEREINBARUNGEN

Anwendbarer Tarifvertrag: [Collective Agreement]

Sofern ein Tarifvertrag Anwendung findet, gelten dessen Bestimmungen ergänzend. Im Falle von Widersprüchen zwischen diesem Vertrag und dem Tarifvertrag gehen die für den Arbeitnehmer günstigeren Regelungen vor (Günstigkeitsprinzip, §4 Abs. 3 TVG). Bestehende Betriebsvereinbarungen gemäß §77 BetrVG finden ebenfalls Anwendung.

§ 9 KÜNDIGUNG

Das Arbeitsverhältnis kann von beiden Seiten unter Einhaltung der gesetzlichen Kündigungsfristen gemäß §622 BGB ordentlich gekündigt werden. Die Grundkündigungsfrist beträgt vier Wochen zum Fünfzehnten oder zum Ende eines Kalendermonats.

Die Kündigung bedarf der Schriftform (§623 BGB). Eine Kündigung per E-Mail, Fax oder mündlich ist unwirksam.

Das Recht zur außerordentlichen fristlosen Kündigung aus wichtigem Grund gemäß §626 BGB bleibt unberührt.

§ 10 DATENSCHUTZ

Der Arbeitgeber verarbeitet personenbezogene Daten des Arbeitnehmers im Rahmen des Beschäftigungsverhältnisses gemäß der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) und §26 Bundesdatenschutzgesetz (BDSG). Die Verarbeitung erfolgt zum Zwecke der Begründung, Durchführung und Beendigung des Arbeitsverhältnisses sowie zur Erfüllung gesetzlicher Pflichten (Lohnsteuer, Sozialversicherung). Der/die Arbeitnehmer/in wird auf die Rechte nach Art. 15–21 DSGVO (Auskunft, Berichtigung, Löschung, Einschränkung, Datenübertragbarkeit, Widerspruch) hingewiesen.

§ 11 SCHLUSSBESTIMMUNGEN

Änderungen und Ergänzungen dieses Vertrages bedürfen der Schriftform (§126 BGB). Dies gilt auch für die Aufhebung dieses Schriftformerfordernisses (doppelte Schriftformklausel).

Sollte eine Bestimmung dieses Vertrages unwirksam sein oder werden, so wird die Wirksamkeit der übrigen Bestimmungen hiervon nicht berührt (salvatorische Klausel). Die unwirksame Bestimmung ist durch eine wirksame zu ersetzen, die dem wirtschaftlichen Zweck der unwirksamen Bestimmung am nächsten kommt.

Nebenabreden bestehen nicht.

UNTERSCHRIFTEN

[Contract City], den [Contract Date]

Arbeitgeber:

[Employer Name]

Vertreten durch: [Employer Representative]

Unterschrift: _________________________ Datum: _________________________

Arbeitnehmer/in:

[Employee Name]

Unterschrift: _________________________ Datum: _________________________

Der/die Arbeitnehmer/in bestätigt den Empfang einer Ausfertigung dieses Vertrages.

Unterschrift: _________________________ Datum: _________________________

Employer / Authorized Signatory (Arbeitgeber / Vertretungsberechtigter)

________________

Signature

Employee (Arbeitnehmer/in)

________________

Signature

Betreut von Vladislav Sergienko, Gründer·Vorlage zuletzt geändert: ·Fehler melden

Was ist Unbefristeter Arbeitsvertrag Deutschland?

Die Rechtsgrundlage des deutschen Arbeitsvertragsrechts ist die Vertragsfreiheit nach §311 Abs. 1 BGB, überlagert von einem dichten Netz zwingender Schutzgesetze, die weder durch Einzelvereinbarung noch durch Tarifvertrag zulasten des Arbeitnehmers unterschritten werden können (Günstigkeitsprinzip nach §4 Abs. 3 Tarifvertragsgesetz, TVG). Zentrale Schutzgesetze sind das Kündigungsschutzgesetz (KSchG) mit der Dreiwochenfrist zur Erhebung der Kündigungsschutzklage nach §4 KSchG beim Arbeitsgericht; das Arbeitszeitgesetz (ArbZG) mit der Höchstgrenze von acht Stunden täglich (§3 ArbZG); das Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) mit dem Mindesturlaubsanspruch von 20 Werktagen bei einer Fünftagewoche; das Mindestlohngesetz (MiLoG) mit dem Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde (Stand 1. Januar 2025, festgesetzt durch die Mindestlohnkommission); und das Mutterschutzgesetz (MuSchG) mit dem sechswöchigen Beschäftigungsverbot vor der Entbindung.

Seit der Reform des Nachweisgesetzes (NachwG) im Jahr 2022 müssen Arbeitgeber in der Bundesrepublik Deutschland den Arbeitnehmern spätestens am ersten Arbeitstag einen schriftlichen Nachweis über wesentliche Arbeitsbedingungen aushändigen. Das NachwG §2 Abs. 1 nennt als Pflichtbestandteile: Namen und Anschriften beider Parteien; Beginn des Arbeitsverhältnisses; Arbeitsort oder Hinweis auf die Möglichkeit wechselnder Arbeitsorte; Tätigkeitsbeschreibung oder Berufsbezeichnung; Zusammensetzung und Höhe des Arbeitsentgelts; vereinbarte Arbeitszeit; bei Schichtarbeit das Schichtsystem; Regelung zu Überstunden und deren Vergütung; Dauer des Erholungsurlaubs; Kündigungsfristen; allgemeiner Hinweis auf anwendbare Tarifverträge und Betriebsvereinbarungen; Angaben zur betrieblichen Altersversorgung; sowie Schulungsansprüche. Bei Verstößen gegen das NachwG drohen Bußgelder bis zu 2.000 Euro pro Verstoß (§4 NachwG).

Das Bundesarbeitsgericht (BAG) in Erfurt und der Bundesgerichtshof (BGH) in Karlsruhe haben in jahrzehntelanger Rechtsprechung den Standard des Arbeitsvertragsrechts geprägt. Für den unbefristeten Arbeitsvertrag bedeutsam ist insbesondere die Konformität mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (AGG): Die Vergütung darf nicht nach Geschlecht, Alter, ethnischer Herkunft, Religion, Behinderung oder sexueller Identität differenziert werden. Das BAG hat in ständiger Rechtsprechung (BAG 1 AZR 217/21) klargestellt, dass Gehaltsunterschiede zwischen Männern und Frauen bei gleicher Arbeit ohne objektive Rechtfertigung gegen §3 Abs. 1 AGG verstoßen und zu Schadensersatzansprüchen nach §15 AGG führen. Die Bundesagentur für Arbeit verwaltet das Kurzarbeitergeld (KUG), das bei wirtschaftlich bedingten Einbrüchen die Weiterbeschäftigung von unbefristeten Arbeitnehmern ermöglicht.

Wann brauchen Sie Unbefristeter Arbeitsvertrag Deutschland?

Ein unbefristeter Arbeitsvertrag in Deutschland wird benötigt, sobald ein Arbeitgeber einen Mitarbeiter auf Dauer — und nicht nur für ein bestimmtes Projekt oder eine bestimmte Zeit — einstellen möchte. Anders als der befristete Vertrag nach §14 TzBfG bedarf der unbefristete Arbeitsvertrag keines sachlichen Grundes; er ist die Normalform des deutschen Arbeitsverhältnisses und bietet dem Arbeitnehmer den vollständigen Schutz des Kündigungsschutzgesetzes (KSchG) nach Ablauf der sechsmonatigen Wartezeit gemäß §1 Abs. 1 KSchG.

Klassische Situationen für den Abschluss eines unbefristeten Arbeitsvertrags:

Ersteinstellung nach Ausbildung oder Studium: Unternehmen, die Auszubildende nach erfolgreich bestandener IHK- oder HWK-Abschlussprüfung übernehmen oder Hochschulabsolventen nach der Probezeit fest anstellen, schließen unbefristete Arbeitsverträge ab. Ab diesem Zeitpunkt genießt der Arbeitnehmer — sofern im Betrieb mehr als zehn Mitarbeiter im Sinne des §23 KSchG beschäftigt sind — vollen Kündigungsschutz nach §1 KSchG.

Wechsel von der Befristung zur Dauerbeschäftigung: Arbeitgeber dürfen nach §14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG einen Arbeitnehmer, mit dem zuvor bereits ein Arbeitsverhältnis bestanden hat, nicht sachgrundlos erneut befristen (Vorbeschäftigungsverbot). Das BAG hat (BAG 7 AZR 716/12) klargestellt, dass sachgrundlose Befristung nur bei erstmaliger Beschäftigung beim selben Arbeitgeber zulässig ist. Nach der Höchstbefristungsdauer von zwei Jahren (§14 Abs. 2 TzBfG) entsteht so oft der Übergang zur Dauerbeschäftigung.

Teilzeitkräfte und Minijobber: Auch Teilzeitarbeitsverträge und Minijobs im Rahmen der geringfügigen Beschäftigung (§8 SGB IV, Entgeltgrenze 556 Euro/Monat ab 2025) können unbefristet geschlossen werden. Das TzBfG §8 gewährt Arbeitnehmern in Betrieben mit mehr als 45 Mitarbeitern nach sechsmonatiger Betriebszugehörigkeit einen Anspruch auf Verringerung der Arbeitszeit; die Brückenteilzeit nach §9a TzBfG ergänzt dies.

Betriebsübergang nach §613a BGB: Bei einer Unternehmensveräußerung, Fusion oder Outsourcing gehen bestehende Arbeitsverhältnisse nach §613a BGB automatisch auf den Erwerber über. Bestehende unbefristete Arbeitsverträge bleiben in ihrer Gesamtheit erhalten; der Erwerber tritt in alle Rechte und Pflichten ein. Eine Kündigung wegen des Betriebsübergangs ist nach §613a Abs. 4 BGB unwirksam.

Kurzarbeit und wirtschaftliche Krisen: Unbefristet beschäftigte Arbeitnehmer können Kurzarbeitergeld (KUG) nach §95 SGB III beziehen, wenn der Arbeitgeber die Bundesagentur für Arbeit informiert und ggf. der Betriebsrat zugestimmt hat. Das KUG beträgt 60% (67% bei Arbeitnehmern mit Kind) des ausgefallenen Nettoentgelts und schützt Arbeitsplätze in wirtschaftlichen Krisenzeiten ohne Entlassung qualifizierter Mitarbeiter.

Was gehört in Ihr Unbefristeter Arbeitsvertrag Deutschland?

Ein rechtlich einwandfreier unbefristeter Arbeitsvertrag in Deutschland muss zahlreiche gesetzlich vorgeschriebene Bestandteile enthalten, um den Anforderungen des NachwG, BGB, KSchG und der Rechtsprechung des Bundesarbeitsgerichts (BAG) zu genügen.

Vertragsparteien und Personalien: Der Vertrag muss Name und Anschrift des Arbeitgebers (ggf. Firma, Sitz, Handelsregisternummer beim Amtsgericht) sowie Name, Anschrift, Geburtsdatum, Steuer-Identifikationsnummer (11-stellige IdNr vom Bundeszentralamt für Steuern, BZSt) und Sozialversicherungsnummer (von der Deutschen Rentenversicherung) des Arbeitnehmers enthalten. Diese Angaben sind Voraussetzung für die korrekte Lohnsteueranmeldung beim zuständigen Finanzamt und die Abführung der Sozialversicherungsbeiträge (Krankenversicherung ca. 14,6%, Rentenversicherung 18,6%, Arbeitslosenversicherung 2,6%, Pflegeversicherung 3,4%) an die Sozialversicherungsträger.

Tätigkeit und Arbeitsort (§2 Abs. 1 Nr. 4 und 5 NachwG): Der Vertrag muss die Tätigkeitsbeschreibung und den Arbeitsort spezifizieren. Bei mobilem Arbeiten (Homeoffice, Telearbeit) ist auf die Anforderungen der Arbeitsstättenverordnung (ArbStättV) und die Gefährdungsbeurteilung nach §5 ArbSchG hinzuweisen. Das Direktionsrecht des Arbeitgebers nach §106 GewO erlaubt einseitige Zuweisung anderer zumutbarer Tätigkeiten.

Vergütung: Bruttomonatsgehalt, Fälligkeitstermin und Zahlungsweg sind anzugeben. Das Gehalt muss mindestens dem gesetzlichen Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde (MiLoG §1 ab 1. Januar 2025) entsprechen. Lohnsteuer (EStG §38 ff.) und Sozialversicherungsbeiträge werden vom Arbeitgeber einbehalten und abgeführt; der Lohnsteuereinbehalt richtet sich nach den ELStAM-Daten des BZSt. Auf Lohnsteuer erhebt Deutschland Solidaritätszuschlag (für Besserverdienende) und Kirchensteuer (8% in Bayern und BW, 9% in übrigen Bundesländern).

Arbeitszeit: Die vereinbarte wöchentliche Arbeitszeit ist anzugeben (§2 Abs. 1 Nr. 6 NachwG). Das ArbZG §3 setzt die Höchstgrenze bei acht Stunden täglich. Die Mindestruhezeit beträgt elf Stunden (§5 ArbZG). Sonntagsarbeit ist nach §9 ArbZG grundsätzlich verboten.

Urlaub: Der gesetzliche Mindesturlaub beträgt 20 Werktage bei Fünftagewoche (BUrlG §3 Abs. 1). In der Praxis gewähren die meisten deutschen Arbeitgeber 28 bis 30 Urlaubstage. Der Urlaub ist grundsätzlich im laufenden Kalenderjahr zu nehmen (§7 Abs. 3 BUrlG).

Kündigungsfristen: Die Grundkündigungsfrist nach §622 Abs. 1 BGB beträgt vier Wochen zum 15. oder zum Ende eines Kalendermonats. Jede Kündigung bedarf der Schriftform nach §623 BGB.

Betriebsrat und Mitbestimmung: In Betrieben mit mindestens fünf ständigen wahlberechtigten Arbeitnehmern kann ein Betriebsrat nach §1 Abs. 1 BetrVG gewählt werden. Der Arbeitgeber muss vor jeder Kündigung den Betriebsrat nach §102 BetrVG anhören; eine ohne Anhörung ausgesprochene Kündigung ist nach §102 Abs. 1 Satz 3 BetrVG unwirksam.

Datenschutz am Arbeitsplatz (§26 BDSG, DSGVO Art. 6): Die Verarbeitung von Arbeitnehmerdaten ist nach §26 Abs. 1 BDSG zulässig, soweit sie für das Beschäftigungsverhältnis erforderlich ist. Arbeitnehmer haben Rechte nach Art. 15–21 DSGVO.

Das Portal forms-legal.com stellt dieses Muster des unbefristeten Arbeitsvertrags als strukturierte Vorlage zur Verfügung. Für branchenspezifische Besonderheiten — etwa die Geltung eines Tarifvertrags der IG Metall, ver.di oder IG BCE — empfiehlt sich die Beratung durch einen Rechtsanwalt oder Steuerberater. Verwandte Dokumente: GmbH-Gesellschaftsvertrag für den Arbeitgeber sowie Datenschutzerklärung für die betriebliche Website nach DSGVO Art. 13.

So füllen Sie Ihr Unbefristeter Arbeitsvertrag Deutschland aus

Das Ausfüllen des unbefristeten Arbeitsvertrags in Deutschland erfordert Sorgfalt, da Fehler in den Pflichtangaben des Nachweisgesetzes Bußgelder nach §4 NachwG (bis zu 2.000 Euro) auslösen können.

Erster Schritt: Arbeitgeberdaten. Tragen Sie die vollständige Firma oder den vollständigen Namen des Arbeitgebers ein, wie im Handelsregister (Amtsgericht) eingetragen, mit Handelsregisternummer (z.B. HRB 12345, AG München). Nennen Sie den vertretungsberechtigten Geschäftsführer oder Prokuristen.

Zweiter Schritt: Arbeitnehmerdaten. Neben vollständigem Namen und Anschrift des Arbeitnehmers müssen die Steuer-Identifikationsnummer (11-stellige IdNr vom BZSt) und die Sozialversicherungsnummer angegeben werden. Die Sozialversicherungsnummer wird von der Deutschen Rentenversicherung vergeben.

Dritter Schritt: Tätigkeitsbeschreibung und Arbeitsort. Formulieren Sie die Tätigkeit konkret. Vermeiden Sie vage Angaben wie «kaufmännische Tätigkeit»; beschreiben Sie Hauptaufgaben und einzusetzende Fähigkeiten. Der Arbeitsort sollte die vollständige Adresse des regelmäßigen Einsatzorts angeben.

Vierter Schritt: Vergütung. Tragen Sie das Bruttomonatsgehalt in Euro und Cent ein (Format: 4.500,00 Euro). Überprüfen Sie, ob das Gehalt den Mindestlohn von 12,82 Euro pro Stunde nicht unterschreitet: Bei 40 Wochenstunden ergibt sich ein Mindeststundenlohn-Monatsäquivalent von ca. 2.221,00 Euro brutto.

Fünfter Schritt: Probezeit. Die Probezeit darf nach §622 Abs. 3 BGB maximal sechs Monate betragen. Während der Probezeit gilt eine Kündigungsfrist von zwei Wochen ohne Bindung an Monatsenden.

Sechster Schritt: Tarifvertrag. Falls im Betrieb ein Tarifvertrag gilt (z.B. Manteltarifvertrag der Metall- und Elektroindustrie Bayern), ist dieser nach §2 Abs. 1 Nr. 14 NachwG im Vertrag zu nennen. Gilt kein Tarifvertrag, ist dies ausdrücklich anzugeben.

Siebter Schritt: Unterschrift in Schriftform. Der Vertrag ist in doppelter Ausfertigung zu erstellen; jede Partei erhält ein unterschriebenes Original. Eine digitale Signatur genügt den Anforderungen des §2 Abs. 1 NachwG nicht, da eigenhändige Unterschrift des Arbeitgebers erforderlich ist.

Häufige Fehler bei Ihrem Unbefristeter Arbeitsvertrag Deutschland

Häufige Fehler beim Abschluss des unbefristeten Arbeitsvertrags in Deutschland können zu Bußgeldern, unwirksamen Klauseln und Haftungsrisiken führen.

Fehlende NachwG-Pflichtangaben: Viele Arbeitgeber vergessen, alle 22 Pflichtangaben des Nachweisgesetzes aufzunehmen. Besonders häufig fehlend: Angaben zu Überstunden und ihrer Vergütung; Hinweis auf das Schichtsystem; Angaben zur betrieblichen Altersversorgung (bAV); und Schulungsansprüche.

Ungültige Ausschlussklauseln: Verfallklauseln, nach denen Ansprüche verfallen, wenn sie nicht innerhalb bestimmter Frist geltend gemacht werden, sind unwirksam, wenn sie gesetzliche Mindestrechte — Mindestlohnansprüche (§3 MiLoG), Urlaubsabgeltung — ausschließen. Das BAG (BAG 9 AZR 64/19) bewertet Fristen unter drei Monaten als zu kurz.

Unwirksame Rückzahlungsklauseln: Klauseln für Fortbildungskosten können nach BAG (BAG 3 AZR 503/09) unwirksam sein, wenn die Bindungsdauer übermäßig lang ist oder keine Differenzierung nach Kündigungsgrund erfolgt.

Fehler bei der Befristungsvereinbarung: Arbeitgeber, die einen befristet Beschäftigten nach Ablauf der Befristung weiterbeschäftigen, schließen nach §15 Abs. 5 TzBfG automatisch einen unbefristeten Arbeitsvertrag ab. Das Vorbeschäftigungsverbot nach §14 Abs. 2 Satz 2 TzBfG verbietet zudem erneute sachgrundlose Befristung.

Übersehen des Betriebsübergangs nach §613a BGB: Bei Unternehmenskäufen gehen bestehende Arbeitsverhältnisse automatisch auf den Erwerber über. Eine Kündigung wegen des Betriebsübergangs ist nach §613a Abs. 4 BGB unwirksam.

Fehlende Betriebsratsanhörung vor Kündigung: Eine ohne Betriebsratsanhörung nach §102 BetrVG ausgesprochene Kündigung ist zwingend unwirksam — unabhängig vom materiellen Kündigungsgrund.

Quellen und Zitate

Gesetzliche Zitate verlinken auf offizielle Regierungsquellen.

  1. §613a BGBDE official
  2. §623 BGBDE official
  3. §4 KSchGDE official
  4. §23 KSchGDE official
  5. §1 KSchGDE official
  6. §4 NachwGDE official
  7. §15 AGGDE official
  8. §8 SGB IVDE official
  9. §95 SGB IIIDE official

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Gesetzesreferenzierte Vorlage — Vorlage zuletzt geändert Juni 2026

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