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Vermächtnis-Urkunde Österreich

Vermächtnis-Urkunde Österreich

ABGB §§647–663 • Legat • Testament • AußStrG

VERMÄCHTNIS-URKUNDE (LEGAT)

gemäß ABGB §§647–663 — Bestandteil des Testaments vom [Testaments Datum]

I. ERBLASSER

Ich, [Erblasser Name], geboren am [Erblasser Geburtsdatum], wohnhaft in [Erblasser Adresse], ordne als Ergänzung zu meinem Testament vom [Testaments Datum] folgendes Vermächtnis an:

II. VERMÄCHTNISANORDNUNG (ABGB §§647–663)

1.

Art des Vermächtnisses: [Vermächtnis Art]

2.

Vermächtnisnehmer: [Vermächtnisnehmer Name] [Vermächtnisnehmer Adresse] Verhältnis zum Erblasser: [Verwandtschaftsverhältnis] Ersatzvermächtnisnehmer (ABGB §655): [Ersatz-Vermächtnisnehmer]

3.

Vermächtnisgegenstand: [Gegenstand Beschreibung] Geschätzter Wert: [Gegenstand Wert EUR]

4.

Belasteter Erbe (Herausgabepflicht): [Belasteter Erbe] Die belasteten Erben sind verpflichtet, den Vermächtnisgegenstand nach dem Einantwortungsbeschluss des Bezirksgerichts (AußStrG §178) unverzüglich an den Vermächtnisnehmer herauszugeben.

5.

Anrechnung auf Pflichtteil: [Anrechnung Pflichtteil]

6.

Bedingung: [Bedingung]

III. HINWEISE UND RECHTLICHE WIRKUNG

Erlöschen des Vermächtnisses: Ist der Vermächtnisgegenstand (Stückvermächtnis) zum Zeitpunkt des Erbfalls nicht mehr im Nachlass vorhanden, erlischt das Vermächtnis nach ABGB §648 Abs. 2, sofern ich nicht ausdrücklich anderes angeordnet habe. Durchsetzung: Der Vermächtnisnehmer kann seinen Anspruch nach dem Einantwortungsbeschluss des Bezirksgerichts beim zuständigen Bezirksgericht (Streitwert bis EUR 15.000,00) oder Landesgericht (darüber) geltend machen. Die Verjährungsfrist für Schuldvermächtnisse beträgt nach ABGB §1486 Z 7 drei Jahre ab dem Einantwortungsbeschluss. Grunderwerbsteuer: Bei Liegenschaften löst der Übergang durch Vermächtnis Grunderwerbsteuer nach GrEStG §1 Abs. 1 Z 2 aus. Die Selbstberechnung erfolgt durch den Notar oder Rechtsanwalt des Vermächtnisnehmers.

Errichtet in [Errichtungsort], am [Errichtungsdatum] [Bei eigenhändigem Testament: vollständig handschriftlich übertragen und eigenhändig unterzeichnen]

Erblasser (eigenhändig unterschreiben)

________________

Signature

Betreut von Vladislav Sergienko, Gründer·Vorlage zuletzt geändert: ·Fehler melden

Was ist Vermächtnis-Urkunde Österreich?

Die Vermächtnis-Urkunde in Österreich ist ein Dokument, das im Rahmen eines Testaments oder Erbvertrags nach dem Allgemeinen Bürgerlichen Gesetzbuch (ABGB, JGS Nr. 946/1811, §§647–663) die Zuwendung bestimmter einzelner Vermögensgegenstände an einen oder mehrere Vermächtnisnehmer (Legatare) anordnet. Das Vermächtnis (auch Legat genannt) unterscheidet sich grundlegend von der Erbschaft: Während der Erbe Universalsukzessor wird — er tritt in die gesamte Rechtsstellung des Erblassers ein, einschließlich aller Schulden bis zur Höhe des Nachlasswerts —, erwirbt der Vermächtnisnehmer nur ein schuldrechtliches Forderungsrecht gegen die Erben auf Übergabe des bestimmten Vermögensgegenstands.

Das österreichische Recht kennt nach ABGB §§647–663 verschiedene Formen des Vermächtnisses: (1) Stückvermächtnis (ABGB §648): Zuwendung eines bestimmten, individuell bezeichneten Gegenstands (ein konkretes Fahrzeug mit Kennzeichen, eine bestimmte Liegenschaft mit EZ, ein bestimmtes Kunstwerk). (2) Gattungsvermächtnis (ABGB §649): Zuwendung einer Sache nur nach Gattungsmerkmalen (ein Personenkraftfahrzeug, ein Gemälde aus der Sammlung). (3) Schuldvermächtnis (ABGB §654): Zuwendung einer Geldforderung — der häufigste Vermächtnistyp. (4) Vorausvermächtnis (ABGB §§647 ff. i.V.m. §790 Satz 2): Dem Erben wird ein Gegenstand vorab zugewendet, bevor die allgemeine Nachlassteilung stattfindet — wichtig zur Abfindung einzelner Kinder mit bestimmten Nachlassgegenständen.

Die Vermächtnis-Urkunde wird im Rahmen des Testaments nach ABGB §§577–601 oder eines Erbvertrags nach ABGB §§602–646 errichtet. Sie kann auch in einer gesonderten letztwilligen Verfügung (Kodizill) enthalten sein, sofern diese alle Formvoraussetzungen des Testaments erfüllt. Das eigenhändige Testament nach ABGB §578 muss vollständig handgeschrieben und unterschrieben sein — das schließt die Vermächtnisklauseln ein. Das Nottestament, das fremdhändige Testament nach ABGB §579 und das notarielle Testament nach ABGB §587 haben jeweils eigene Formvorschriften.

Besondere Bedeutung im Verlassenschaftsverfahren: Das Bezirksgericht als Verlassenschaftsgericht (AußStrG §168 ff.) und der Gerichtskommissär (zumeist Notar nach GKG §1) prüfen Vermächtnisanordnungen im Testamentsinhalt. Der Vermächtnisnehmer erhält nach dem Einantwortungsbeschluss (AußStrG §178) ein durchsetzbares Forderungsrecht gegen die Erben. Schreiben Erben den vermachten Gegenstand dem Vermächtnisnehmer nicht aus, kann dieser vor dem zuständigen Bezirksgericht (Streitwert bis EUR 15.000,00) oder Landesgericht klagen.

Wann brauchen Sie Vermächtnis-Urkunde Österreich?

Eine Vermächtnis-Urkunde nach österreichischem ABGB §§647–663 wird in folgenden Situationen benötigt:

Zuwendung bestimmter Gegenstände an Nichterbberechtigte: Wer einem Freund, einer entfernten Verwandten oder einer gemeinnützigen Organisation ein bestimmtes Gemälde, ein Fahrzeug oder eine Geldsumme aus dem Nachlass zuwenden möchte, ohne diese Person als Erben einzusetzen, verwendet ein Vermächtnis. Die eingesetzten Erben bleiben Universalsukzessoren — sie sind nur verpflichtet, den vermachten Gegenstand herauszugeben.

Abfindung weichender Erben mit bestimmten Nachlassgegenständen: Wenn ein Kind den Familienbetrieb erbt und die anderen Kinder mit bestimmten Nachlassgegenständen (z.B. eine Liegenschaft, ein Bankguthaben) abgefunden werden sollen, ohne dass eine komplizierte Erbengemeinschaft entsteht, ist das Vorausvermächtnis nach ABGB §§647, 790 das geeignete Instrument.

Schuldvermächtnis für Geldzahlungen: Soll aus dem Nachlass ein bestimmter Geldbetrag an eine Person gezahlt werden (z.B. EUR 50.000,00 an eine langjährige Pflegeperson), eignet sich das Schuldvermächtnis nach ABGB §654.

Verwirklichung von Familientradition bei Erbstücken: Schmuck, Kunstwerke, Antiquitäten oder Sammlungen, die in der Familie verbleiben sollen und die ein bestimmter Angehöriger erhalten soll, werden durch ein Stückvermächtnis gezielt zugewendet.

Vermeidung von Erbenstreit: Klare Vermächtniszuwendungen in der Vermächtnis-Urkunde verhindern Streit zwischen den Erben über die Aufteilung von Nachlassgegenständen im Verlassenschaftsverfahren, da der Gerichtskommissär die Verfügung des Erblassers verbindlich zu beachten hat.

Was gehört in Ihr Vermächtnis-Urkunde Österreich?

Eine rechtswirksame Vermächtnis-Urkunde nach ABGB §§647–663 enthält folgende Kernelemente:

1. Erblasseridentifikation: Vollständiger Name, Geburtsdatum und letzter Wohnsitz des Erblassers. Verweis auf das zugrundeliegende Testament oder den Erbvertrag (Datum der Errichtung). Zuständiges Bezirksgericht für das Verlassenschaftsverfahren.

2. Vermächtnisnehmer (Legatar, ABGB §647): Vollständiger Name und Adresse des Vermächtnisnehmers. Verwandtschaftsverhältnis zum Erblasser (relevant für Pflichtteilsberechnung). Ersatzvermächtnisnehmer, falls der Erstgenannte vor dem Erblasser stirbt (ABGB §655). Mehrere Vermächtnisnehmer können mit Quoten bestimmt werden.

3. Vermächtnisgegenstand — präzise Beschreibung: Stückvermächtnis (ABGB §648): Liegenschaft mit Einlagezahl (EZ) und Katastralgemeinde (KG) aus dem Grundbuch (justiz.gv.at); Fahrzeug mit Marke, Modell und Kennzeichen; GmbH-Anteil mit FN-Nummer aus dem Firmenbuch (firmenbuch.at); Kunstwerk mit Titel, Künstler und Inventarnummer. Gattungsvermächtnis (ABGB §649): Beschreibung nach Gattungsmerkmalen und Auswahlregel. Schuldvermächtnis (ABGB §654): genauer Geldbetrag in EUR (z.B. EUR 50.000,00) oder Anteile des Nachlasswerts. Rentenlegat: jährlicher oder monatlicher Betrag auf Zeit oder Lebenszeit.

4. Vermächtnisbelasteter (Beschwerte, ABGB §647 Abs. 2): Welcher Erbe ist mit der Herausgabe belastet — der/die Erbe(n) insgesamt oder ein bestimmter Erbe. Aufteilung der Belastung bei mehreren Erben (nach Erbquote oder bestimmte Zuweisung).

5. Bedingungen und Befristungen (ABGB §§696–709): Vermächtnis unter aufschiebender Bedingung (z.B. Heirat des Vermächtnisnehmers). Vermächtnis unter auflösender Bedingung. Befristetes Vermächtnis oder Dauervermächtnis.

6. Vorausvermächtnis (ABGB §790 Satz 2): Klarstellung, dass das Vermächtnis dem eingesetzten Erben zusätzlich zu seinem Erbteil zukommt — nicht auf diesen angerechnet wird. Für forms-legal.com Nutzer wichtig: Anrechnungsregelung klar formulieren.

7. Verhältnis zum Pflichtteil: Klarstellung, ob das Vermächtnis auf den Pflichtteil des Vermächtnisnehmers angerechnet wird (§788 analog) oder nicht. Wenn der Vermächtnisnehmer ein Pflichtteilsberechtigter ist: Vermächtnis kann als Vorausempfang auf den Pflichtteil angerechnet werden — oder ausdrücklich nicht.

8. Testamentsvollstreckung (ABGB §816 ff.): Optional: Benennung eines Testamentsvollstreckers (Willensvollstreckers) für die Ausführung der Vermächtniszuwendung. Zuständig für Durchsetzung gegen die Erben und für Korrespondenz mit dem Gerichtskommissär.

So füllen Sie Ihr Vermächtnis-Urkunde Österreich aus

Die Vermächtnis-Urkunde nach ABGB §§647–663 wird in folgenden Schritten erstellt:

Schritt 1: Kontext klären — welches Testamentsformat? Entscheiden Sie zunächst, in welcher Testamentsform das Vermächtnis enthalten sein soll: eigenhändiges Testament (ABGB §578 — vollständig handgeschrieben), fremdhändiges Testament (ABGB §579 — maschingeschrieben, drei Zeugen), notarielles Testament (ABGB §587 — vor Notar). Die Vermächtnis-Urkunde von forms-legal.com eignet sich als Ergänzung zu einem bestehenden Testament oder als Grundlage für ein neues.

Schritt 2: Vermächtnisgegenstand präzise identifizieren. Stückvermächtnis (Liegenschaft): Grundbuchauszug aus justiz.gv.at einholen — enthält EZ und KG. Stückvermächtnis (GmbH-Anteil): Firmenbuchauszug aus firmenbuch.at einholen. Stückvermächtnis (Fahrzeug): Zulassungsschein als Identifikationsgrundlage. Schuldvermächtnis: konkreter Eurobetrag oder klare Formel (z.B. 10 % des Nachlasswerts nach Schuldenabzug).

Schritt 3: Vermächtnisnehmer bestimmen. Tragen Sie vollständigen Namen und aktuelle Adresse des Vermächtnisnehmers ein. Benennen Sie einen Ersatzvermächtnisnehmer für den Fall, dass der Erstgenannte vor dem Erblasser stirbt (ABGB §655). Klären Sie das Verwandtschaftsverhältnis — wichtig für die Pflichtteilsberechnung.

Schritt 4: Formular ausfüllen. Tragen Sie alle Angaben zu Erblasser, Vermächtnisnehmer, Vermächtnisgegenstand und belasteten Erben in das Formular ein. Legen Sie fest, ob das Vermächtnis auf einen etwaigen Pflichtteil des Vermächtnisnehmers angerechnet werden soll.

Schritt 5: Testamentserrichtung. Das fertige Formular ist als eigenhändiges Testament vollständig handschriftlich zu übertragen und zu unterschreiben — oder dem Notar für die Errichtung eines notariellen Testaments zu übergeben. Bei eigenhändigem Testament: Hinterlegung im Österreichischen Notariatsarchiv (ONA) über einen Notar empfohlen — kostet ca. EUR 20,00 und verhindert Verlust des Testaments.

Schritt 6: Verlassenschaftsverfahren — Durchsetzung. Nach dem Tod des Erblassers prüft der Gerichtskommissär (Notar) das Testament und die Vermächtnisklauseln. Der Vermächtnisnehmer erhält nach dem Einantwortungsbeschluss (AußStrG §178) des Bezirksgerichts ein einklagbares Forderungsrecht gegen die Erben. Bei Verweigerung der Herausgabe: Klage beim Bezirksgericht (Streitwert bis EUR 15.000,00) oder Landesgericht.

Häufige Fehler bei Ihrem Vermächtnis-Urkunde Österreich

Bei der Errichtung von Vermächtnissen nach österreichischem ABGB §§647–663 treten folgende Fehler häufig auf:

Ungenügende Beschreibung des Stückvermächtnisses: Ein Vermächtnis wie 'meine Wohnung soll mein Freund erhalten' ist unzureichend, wenn der Erblasser mehrere Wohnungen besitzt. Das Stückvermächtnis muss den Gegenstand so präzise beschreiben, dass keine Zweifel über die Identität bestehen — bei Liegenschaften: Einlagezahl (EZ) und Katastralgemeinde (KG) aus dem Grundbuch; bei Fahrzeugen: Marke, Modell, Kennzeichen; bei GmbH-Anteilen: FN-Nummer und Nennbetrag.

Fehlendes Ersatzvermächtnis: Stirbt der Vermächtnisnehmer vor dem Erblasser, erlischt das Vermächtnis nach ABGB §655, falls kein Ersatzvermächtnisnehmer benannt ist. Wer vergisst, einen Ersatzvermächtnisnehmer zu bestimmen, läuft Gefahr, dass der vermachte Gegenstand an die Erben fällt statt an eine bestimmte Person.

Vermächtnis ohne gültiges Testament: Eine isolierte Vermächtnis-Urkunde ohne zugrundeliegendes formgültiges Testament ist rechtlich wirkungslos. Das Vermächtnis ist immer Teil einer letztwilligen Verfügung — es braucht die Formgültigkeit des Testaments (§578 eigenhändig, §579 fremdhändig mit 3 Zeugen oder §587 notariell).

Ignorierung der Pflichtteilsgrenzen: Wenn Vermächtnisse und Testamentszuwendungen zusammen den frei verfügbaren Nachlassteil übersteigen, können Pflichtteilsberechtigte die Kürzung der Vermächtnisse verlangen. Ein Erblasser, der großzügige Vermächtnisse an Freunde verteilt, ohne die Pflichtteilsansprüche seiner Kinder zu berücksichtigen, riskiert, dass die Vermächtnisse nach dem Verhältnis ihrer Werte gekürzt werden (ABGB §664 ff.).

Vermengen von Vermächtnis und Erbschaft: In der Praxis verwechseln Laien häufig Vermächtnis und Erbschaft. 'Mein Sohn soll mein Haus bekommen' kann als Erbeneinsetzung oder als Vermächtnis ausgelegt werden — mit erheblich unterschiedlichen Rechtsfolgen (Universalsukzession vs. schuldrechtlicher Anspruch, Haftung für Nachlassschulden). Formulieren Sie stets eindeutig: 'Ich setze X als Erben ein' (Erbschaft) oder 'Ich vermache X das Haus' (Legat).

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Häufig gestellte Fragen

Gesetzesreferenzierte Vorlage — Vorlage zuletzt geändert Juni 2026

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