Patentanmeldung-Vollmacht (IGE) Schweiz
Vollmacht
VOLLMACHT ZUR PATENTANMELDUNG
gemäss Patentgesetz (PatG, SR 232.14), Patentverordnung (PatV, SR 232.141), Patentanwaltsgesetz (PAR, SR 935.62) und Europäischem Patentübereinkommen (EPÜ)
Anmelder: [Anmelder Name] [Anmelder Adresse] UID: [Anmelder U I D] Erfinder: [Erfinder] (nachfolgend «Anmelder» genannt)
Bevollmächtigung
Bevollmächtigung
Der Anmelder bevollmächtigt hiermit: [Patentanwalt Name] [Patentanwalt Adresse] Registernummer: [Registernummer] (nachfolgend «Patentanwalt» genannt)
zur Vertretung in allen Angelegenheiten betreffend die Anmeldung, das Erteilungsverfahren, die Aufrechterhaltung und Verteidigung des Patents betreffend folgende Erfindung beim IGE, beim Europäischen Patentamt (EPA/EPO) und anderen zuständigen Behörden: Erfindung: [Erfindungsbezeichnung] Anmeldungstyp: [Anmeldungstyp] Priorität: [Prioritaets Info]
Umfang
Umfang der Vollmacht
Vollmachtumfang: [Vollmacht Umfang] Der Patentanwalt ist insbesondere ermächtigt: - Die Patentanmeldung beim IGE oder EPA einzureichen und zu verfolgen - Korrespondenz mit dem IGE, EPA, PCT-Behörden und Dritten zu führen - Gebühren zu bezahlen und zu quittieren - Prioritätsrechte zu beanspruchen und Voranmeldungsunterlagen nachzureichen - Ansprüche, Beschreibung und Zeichnungen zu ändern - Einspruchsverfahren (PatG Art. 59) und Nichtigkeitsklagen zu führen - Lizenzangebote im Patentregister einzutragen (PatG Art. 32) Substitutionsbefugnis: [Substitution]
Rechtliches
Rechtsgrundlagen und Schlussbestimmungen
Diese Vollmacht untersteht dem schweizerischen Recht, insbesondere PatG (SR 232.14), PAR (SR 935.62) und OR Art. 32 ff. Sie gilt bis zum schriftlichen Widerruf durch den Anmelder. Der Widerruf ist gegenüber dem Patentanwalt und dem IGE schriftlich zu erklären. Erlischt das Mandat, hat der Patentanwalt alle Unterlagen unverzüglich zu übergeben.
Ort und Datum: [Vollmacht Ort], [Vollmacht Datum]
Unterschrift
Anmelder
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Signature
Was ist Patentanmeldung-Vollmacht (IGE) Schweiz?
Die Patentanmeldung-Vollmacht (IGE) ist ein in der Schweiz nach PatG Art. 14 (Zustellungsdomizil) geregeltes rechtsverbindliches schriftliches Dokument. Die Patentanmeldung-Vollmacht in der Schweiz ist für ausländische Anmelder ohne Wohnsitz oder Niederlassung in der Schweiz nach PatG Art. 14 zwingend vorgeschrieben — sie müssen ein Zustellungsdomizil in der Schweiz angeben, das in der Regel durch Beauftragung eines Schweizer Patentanwalts erfüllt wird. Für Schweizer Anmelder ist die Vollmacht nicht obligatorisch, aber angesichts der technischen Komplexität des Patentrechts empfohlen.
Das schweizerische Patentwesen zeichnet sich durch einige Besonderheiten aus: Das IGE prüft Patentanmeldungen auf formelle Voraussetzungen und auf Neuheit, führt aber keine vollständige materielle Prüfung auf erfinderische Tätigkeit durch. Deshalb werden in der Schweiz viele Patente ohne vollständige Neuheitsprüfung erteilt — der Schutzbereich eines solchen Patents ist durch ein förmliches Nichtigkeitsverfahren vor dem Bundespatentgericht in Bern (BGerPat) anfechtbar. Für echte Marktschutzpatente mit vollständiger Prüfung (Neuheit, erfinderische Tätigkeit, gewerbliche Anwendbarkeit) empfehlen sich Europäische Patente (EP) oder PCT-Anmeldungen, bei denen das EPA eine vollständige Prüfung durchführt.
Das Bundespatentgericht (BGerPat), seit 2012 das einzige erstinstanzliche Patentgericht der Schweiz, ist zuständig für Nichtigkeitsklagen, Verletzungsklagen und Verfügungen im einstweiligen Rechtsschutz. Urteile des BGerPat können an das Bundesgericht in Lausanne weitergezogen werden. Die Patentanwälte, die vor dem BGerPat auftreten, müssen nach PAR Art. 11 zugelassen sein.
Das Europäische Patent (EP) mit Benennung der Schweiz bietet nach Validierung in der Schweiz denselben Schutz wie ein nationales Schweizer Patent. Die Validierung muss innert drei Monaten nach der EPA-Erteilungsbekanntmachung beim IGE beantragt werden. Das Patentanwaltsregister des IGE (patentanwaltsregister.ch) führt alle zugelassenen Schweizer Patentanwälte nach PAR. Europa-Patentanwälte können direkt beim EPA auftreten, brauchen aber für das schweizerische Bundespatentgericht eine CH-Zulassung nach PAR.
Arbeitnehmererfindungen sind in der Schweiz durch OR Art. 332 geregelt: Erfindungen, die der Arbeitnehmer in Ausübung seiner dienstlichen Tätigkeit macht, gehören dem Arbeitgeber. Freie Erfindungen (ausserhalb des Arbeitsverhältnisses) gehören dem Arbeitnehmer. Der Arbeitnehmer hat den Arbeitgeber über Diensterfindungen zu informieren und zur Übernahme aufzufordern. Bei Unklarheiten über die Zuordnung einer Erfindung sollte ein Patentanwalt beigezogen werden.
Die Patentanmeldung-Vollmacht in der Schweiz ermooglicht dem Patentanwalt, alle verfahrensrechtlichen Schritte bei einer der komplexesten IP-Transaktionen im Schweizer Recht selbstständig durchzuführen. Patentanwälte müssen nach dem Patentanwaltsgesetz (PAR SR 935.62) ins Patentanwaltsregister des IGE eingetragen sein; das Register ist öffentlich zugänglich auf ige.ch. Nur eingetragene Patentanwälte oder zugelassene Rechtsanwälte (BGFA SR 935.61) dürfen vor dem IGE als Vertreter in Patentsachen auftreten.
Das Schweizer Patentrecht basiert auf dem Patentgesetz (PatG SR 232.14) und der Patentverordnung (PatV SR 232.141). Der patentrechtliche Schutz erstreckt sich auf Erfindungen, die neu sind, auf erfinderischer Tätigkeit beruhen und gewerblich anwendbar sind (PatG Art. 1). Das Schweizer Patent gilt für das Territorium der Schweiz; für Liechtenstein gilt es kraft Zollvertrag ebenfalls. Das IGE ist die zuständige Bundesbehörde; es ist institutionell dem Eidgenössischen Justiz- und Polizeidepartement (EJPD) angegliedert.
Das Europaische Patentamt (EPA, epo.org) in München erteilte nach dem Europaischen Patentubereinkommen (EPUe) Patente, die durch Validierung in den Vertragsstaaten (darunter die Schweiz) in Kraft gesetzt werden. Das Einheitspatent (Unitary Patent), seit 1.6.2023 für EU-Mitgliedstaaten einfuehrbar, gilt nicht in der Schweiz -- die Schweiz ist kein EU-Mitgliedstaat. Für Schweizer Schutz bleibt die gesonderte Validierung eines EPA-Patents zwingend notwendig. Der Vollmacht muss klar entnehmbar sein, für welche Verfahren (nationales IGE-Verfahren, EPA-Verfahren, PCT-Verfahren bei der WIPO) der Patentanwalt bevollmächtigt wird.
Das Patent Cooperation Treaty (PCT, SR 0.232.141.1), administered by the WIPO in Geneva, ermooglicht internationale Patentanmeldungen in über 155 Vertragsstaaten via eine einzige PCT-Anmeldung. Das IGE ist eine der zugelassenen Anmeldebehörden (Receiving Office) für PCT-Anmeldungen. Nach der internationalen Phase muss der Anmelder in den gewünschten Ländern die nationale Phase einleiten -- wofür lokale Patentvertreter in den Bestimmungsländern benötigt werden. Eine Substitutionsbefugnis in der Vollmacht erleichtert diese Koordination erheblich.
Die Schweiz ist Vertragsstaat zahlreicher internationaler IP-Abkommen: des Europaischen Patentubereinkommens (EPUe), des Patent Cooperation Treaty (PCT), der Pariser Verbandsübereinkommen (PVUe) und des TRIPS-Abkommens der WTO. Schweizer Erfinder profitieren davon, dass sie via IGE und EPA ihre Erfindungen kosteneffizient in vielen Ländern schützen können. Das EPA hat im Jahr 2023 über 3500 Patente mit Schweizer Bezug erteilt, was die internationale Bedeutung des Schweizer Erfindergeistes belegt. Das IGE ermöglicht seit 2019 auch beschleunigte Prüfungsverfahren (Fast Track Patent) für bestimmte Technologiebereiche. Ein bevollmächtigter Patentanwalt mit internationaler Erfahrung kann optimal zwischen nationaler Anmeldung, EPA-Anmeldung und PCT-Anmeldung abwaegen und die Vollmacht entsprechend gestalten. Das IGE ermaessigt Patentgebuehren für Schweizer Hochschulen und gemeinnützige Forschungseinrichtungen. Auch KMU profitieren von günstigeren Gebührenstrukturen als grosse Unternehmen. Das EPUe sieht vergleichbare Ermassigungen vor. Patentanwälte können auf Antrag Pro-Bono-Erstberatungen anbieten -- informieren Sie sich bei der Schweizer Vereinigung für Geistiges Eigentum (SIPPI, sippi.ch) oder bei Innosuisse. Patentanmeldungen sind die formelle Grundlage des weltweiten IP-Schutzes. Eine präzise, gut formulierte Vollmacht sichert dem Patentanwalt den notwendigen Handlungsspielraum, um die Erfindung optimal zu schützen. Schweizer KMU nutzen Patents oft als Mittel zur Sicherung von Investitionen in Forschung und Entwicklung. Patentanwälte mit internationaler Erfahrung helfen Schweizer Erfindern, optimale Schutzstrategien zu entwickeln. Die Schweiz nimmt mit ihrer hochentwickelten Forschungsinfrastruktur (ETH Zurich, EPF Lausanne, PSI Paul Scherrer Institut) eine fuehrende Rolle im europäischen Innovationsraum ein.
Wann brauchen Sie Patentanmeldung-Vollmacht (IGE) Schweiz?
Die Patentanmeldung-Vollmacht in der Schweiz wird immer dann benötigt, wenn ein Patentanwalt im Namen des Anmelders beim IGE, beim EPA oder nach PCT tätig werden soll.
Erste Situation: Ausländischer Anmelder ohne Schweizer Niederlassung. PatG Art. 14 verpflichtet ausländische Anmelder, ein Zustellungsdomizil in der Schweiz zu bestellen. Dies geschieht durch Beauftragung eines Schweizer Patentanwalts, der gleichzeitig als Zustelladresse dient. Ohne diese Verpflichtung kann das IGE keine Zustellungen vornehmen und das Anmeldeverfahren scheitert.
Zweite Situation: Komplexe Patentanmeldung mit technischen Ansprüchen. Patentanmeldungen erfordern die Formulierung von Patentansprüchen (Claims), die den Schutzbereich präzise und technisch korrekt definieren. Zu enge Ansprüche schützen unzureichend; zu breite Ansprüche scheitern an der Neuheitsprüfung oder werden durch Nichtigkeitsklagen zu Fall gebracht. Patentanwälte mit technischer Ausbildung (Ingenieure, Naturwissenschaftler mit Patentanwaltsexamen nach PAR Art. 3) sind für diese Aufgabe unverzichtbar.
Dritte Situation: Internationale Patentanmeldung nach PCT. Der Patent Cooperation Treaty (PCT) ermöglicht eine internationale Anmeldung in über 150 Ländern auf Basis einer einzelnen Anmeldung. Das IGE ist als Anmeldeamt (Receiving Office) für PCT-Anmeldungen schweizerischer Anmelder zuständig. Ein Patentanwalt koordiniert die PCT-Anmeldung, die internationale Recherche (ISA-Bericht), den optionalen internationalen Prüfungsbericht (IPEA) und die nationalen Phasen in den Bestimmungsländern.
Vierte Situation: Europäisches Patent (EP) mit Benennung der Schweiz. Wenn umfassender europäischer Patentschutz angestrebt wird, ist eine Anmeldung beim Europäischen Patentamt (EPA, München) sinnvoller als eine rein nationale Anmeldung beim IGE. Das EP-Erteilungsverfahren umfasst eine vollständige Neuheits- und Patentfähigkeitsprüfung. Nach Erteilung muss das EP in der Schweiz validiert werden. Der Schweizer Patentanwalt koordiniert diese Validierung und die Registrierung im IGE-Patentregister.
Fünfte Situation: Nichtigkeitsverfahren und Verletzungsstreitigkeiten. Wenn ein Wettbewerber ein Patent verletzt oder wenn ein bestehendes Patent für nichtig erklärt werden soll, führt der Patentanwalt das Verfahren vor dem Bundespatentgericht (BGerPat). Für die Prozessführung vor dem BGerPat ist eine PAR-Zulassung erforderlich.
Sechste Situation: Patentlizenzverträge und Bewertung. Bei der Aushandlung und Registrierung von Patentlizenzverträgen im IGE-Register nach PatG Art. 66 unterstützt der Patentanwalt bei der technischen Due Diligence, der Formulierung der Lizenzansprüche und der Abgrenzung des Schutzbereichs.
Siebte Situation: Betriebliche Forschungs- und Entwicklungskooperationen. Wenn ein Schweizer Unternehmen gemeinsam mit Hochschulen (ETH Zürich, EPF Lausanne) oder dem Innosuisse (innosuisse.ch) Forschungsprojekte durchführt, entstehen gemeinsame Erfindungen. Die Vollmacht regelt, wer von den Miteigentümern der Erfindung den Patentanwalt bevollmächtigt.
Achte Situation: Unternehmenstransaktion mit IP-Portfolio. Bei einem Unternehmenskauf oder einer Fusion (FusG SR 221.301) ist das Patentportfolio ein zentraler Bewertungsgegenstand. Nach dem Eigentumsübergang muss der neue Eigentümer einen Patentanwalt mit Vollmacht für die Ummeldung der Patente auf den neuen Inhaber im IGE-Register beauftragen (PatG Art. 33 Abs. 3). Ohne Ummeldung gilt weiterhin der Veräusserer als Patentinhaber.
Neunte Situation: Einlegung von Beschwerden gegen IGE-Entscheide. Wenn das IGE eine Patentanmeldung ganz oder teilweise zurueckweist, kann der Anmelder Einsprache erheben (PatG Art. 59). Das Beschwerdeverfahren vor dem Bundesverwaltungsgericht (BVGer) erfordert anwaltliche Vertretung. Die Vollmacht muss diese Beschwerdehandlungen ausdrücklich umfassen.
Zehnte Situation: Geheimhaltungspflichten und Vertraulichkeitsvereinbarungen vor der Anmeldung. Vor der Einreichung einer Patentanmeldung gibt der Anmelder vertrauliche technische Informationen an den Patentanwalt weiter. Diese Informationen unterliegen dem Berufsgeheimnis des Anwalts (BGFA Art. 13 für Rechtsanwälte) und vertraglicher Vertraulichkeit. In Forschungskooperationen sind Geheimhaltungsvereinbarungen (NDA) mit allen beteiligten Parteien vor dem Beginn der Zusammenarbeit zwingend abzuschliessen. Elfte Situation: Lizenzierung vor oder nach der Patenterteilung. Wenn eine Erfindung lizenziert werden soll (exklusiv oder nicht-exklusiv), benötigt der Patentanwalt eine umfassende Vollmacht, die auch die Verhandlung und Unterzeichnung von Lizenzverträgen im Namen des Patentinhabers umfasst. Eine frühzeitige Lizenzierung (vor der Patenterteilung) erfordert eine Vollmacht, die auch zukünftige Verfahrenshandlungen während der Prüfungsphase abdeckt. Bei allen beschriebenen Situationen ist die Vollmacht das rechtliche Fundament, das dem Patentanwalt ermooglicht, im Namen und auf Rechnung des Anmelders sämtliche notwendige Verfahrensschritte einzuleiten. In allen Situationen ist die frühzeitige Erteilung einer präzisen Vollmacht entscheidend. In jedem Fall sichert eine präzise Vollmacht die rechtliche Handlungsfähigkeit des Patentanwalts.
Was gehört in Ihr Patentanmeldung-Vollmacht (IGE) Schweiz?
Eine wirksame Patentanmeldung-Vollmacht in der Schweiz muss verschiedene Kernelemente enthalten, um gegenüber dem IGE, dem EPA, PCT-Behörden und dem Bundespatentgericht gültig zu sein.
Identifikation des Anmelders: Vollständiger Name (natürliche Person) oder Firmenname (juristische Person) mit UID-Nummer, vollständige Adresse. Bei Gemeinschaftserfindungen: alle Miteigentümer der Erfindung als Anmelder. Bei Diensterfindungen: der Arbeitgeber ist Anmelder, der Erfinder ist zu nennen (PatG Art. 3 Abs. 2: Erfinderpersönlichkeitsrecht).
Identifikation des Patentanwalts: Vollständiger Name, Registernummer im Patentanwaltsregister (patentanwaltsregister.ch), Schweizer Büro-Adresse. Das IGE verlangt, dass der Vertreter in der Schweiz erreichbar ist; für ausländische Patentanwälte ohne Schweizer Zulassung kann die Vollmacht nicht als Schweizer Zustellungsdomizil dienen.
Beschreibung der Erfindung: Kurzer Titel der Erfindung (wie in der Patentanmeldung), allfällige interne Aktennummern. Bei Voranmeldungen: Datum, Land und Aktenzeichen der Prioritätsanmeldung (Pariser Verbandsübereinkunft: Prioritätsfrist 12 Monate ab Erstanmeldung). Die Vollmacht muss die Erfindung ausreichend identifizieren, ohne den Patentanspruch vorwegzunehmen.
Umfang der Vollmacht: Beschränkung auf nationale Anmeldung beim IGE, auf EP-Verfahren, auf PCT-Verfahren oder umfassende Vertretungsvollmacht. Bei umfassender Vollmacht: explizite Erwähnung von Verzicht auf Ansprüche, Nichtigkeitsverfahren, Verletzungsklagen vor BGerPat, Lizenzregistrierung nach PatG Art. 66. Bei eingeschränkter Vollmacht: präzise Begrenzung auf bestimmte Verfahrensschritte.
Substitutionsbefugnis: Erlaubnis zur Unterbevollmächtigung — bei PCT-Anmeldungen ist die Zusammenarbeit mit Korrespondenzanwälten in den nationalen Phasen notwendig, was eine Substitutionsbefugnis erfordert.
Bei Gemeinschaftserfindungen und Miteigentümern: Klärung, wer die Vollmacht erteilt und ob alle Miteigentümer zustimmen. Nach PatG Art. 4 müssen bei Miteigentum am Patent alle Miteigentümer der Lizenzierung zustimmen; im Anmeldeverfahren kann ein Miteigentümer alleine anmelden, aber ein anderer Miteigentümer kann die Anmeldung bestreiten.
Datierung und Unterzeichnung: Datum der Vollmachtserteilung, handschriftliche Unterschrift des Anmelders (bei Firmen: Firmenstempel plus Unterschrift der zeichnungsberechtigten Person). Das IGE verlangt die Vollmacht auf Anfrage und kann Nachfristen zur Vorlage setzen (PatV Art. 24). Bei internationalen Anmeldungen (PCT) verlangt das IGE eine Vollmacht in der Verfahrenssprache (Deutsch, Französisch oder Englisch).
Beschreibung der Erfindung und Anmeldungsdetails: Die Vollmacht benennt die Erfindung präzise (Titel, kurze Beschreibung des technischen Problems und der Lösung). Bei bereits eingereichter Anmeldung: Datum der Prioritätsanmeldung (Prioritätsfrist 12 Monate nach PVUe). Vorzeitige Veröffentlichungen durch den Erfinder gefährden die Neuheit weltweit und sollten im Vollmachtsdokument erwähnt werden.
Vergütungsregelung: Patentanwaltshonorare sind typischerweise höher als Markenanwaltshonorare, da Patentanmeldungen technische Expertise erfordern. Marktguebliche Sätze für Schweizer Patentanwälte: CHF 350 bis CHF 700 pro Stunde. Eine vollständige nationale Patentanmeldung kostet typischerweise CHF 5000 bis CHF 15000 Anwaltshonorar plus IGE-Gebühren. EPA-Anmeldungen sind teurer (CHF 8000 bis CHF 25000 Anwaltshonorar) und PCT-Anmeldungen in mehreren Ländern können CHF 50000 bis CHF 200000 überschreiten.
Verfahrensbegleitung und Berichtspflichten: Der Patentanwalt berichtet regelmässig über den Stand der Prüfung, anstehende Äusserungsfristen, Einspruchsfristen (EPUe Art. 99: 9 Monate nach Erteilung) und Validierungsfristen. Ohne regelmässige Berichte verlieren viele Anmelder den Überblick und versäumen kritische Fristen.
Vertraulichkeit und Arbeitnehmererfindungsrecht: Der Patentanwalt erhält Einblick in vertrauliche technische Informationen. Eine Vertraulichkeitsklausel ist unverzichtbar. Bei Arbeitnehmererfindungen (OR Art. 332) muss die Vollmacht klären, ob der Arbeitgeber oder der Arbeitnehmer Vollmachtgeber ist. Nach schweiz. Recht gehört die Erfindung grundsätzlich dem Arbeitnehmer; der Arbeitgeber kann sie unter den Voraussetzungen von OR Art. 332 übernehmen.
EPA-Recherche und Prüfungsphase: Im EPA-Verfahren erstellt das EPA zunächst einen Europaischen Recherchenbericht (ESR) zu relevanten Vorveröffentlichungen. Der Patentanwalt muss auf Prüfungsberichte (Written Opinion, Examination Reports) innerhalb strenger Fristen mit Anspruchsänderungen und Argumentationen antworten. Eine präzise Vollmacht, die das EPA-Verfahren abdeckt, ist für diesen Dialog zwischen Anwalt und EPA-Prüfungsabteilung unverzichtbar.
Patentverletzungsverfahren: Wenn ein Dritter das Patent verletzt, kann der Patentinhaber zivilrechtlich (Unterlassung, Schadenersatz) und strafrechtlich (PatG Art. 66 ff.) vorgehen. Der bevollmächtigte Patentanwalt kann einstweilige Verfügungen beantragen (ZPO Art. 261 ff.) und den Patentinhaber vollständig im Verfahren vertreten. Diese Befugnisse müssen in der Vollmacht ausdrücklich genannt sein, da sonst im Verletzungsfall eine neue Vollmacht eingeholt werden muss.
Geheimhaltung als Schlüssel: Die grösste Gefahr für eine Patentanmeldung ist die unbeabsichtigte Zerstoerung der Neuheit durch Veröffentlichungen des Erfinders vor der Anmeldung. Der Patentanwalt sollte den Erfinder bereits im ersten Mandatsgespraech auf die absolute Neuheitsschranke hinweisen und ein Vertraulichkeitsprotokoll einrichten, das Informationslecks vor der Anmeldung verhindert. Dies gilt für interne Präsentation ebenso wie für externe.
Patentportfolio-Management: Unternehmen mit mehreren Patenten benötigen ein aktives Portfolio-Management. Der bevollmächtigte Patentanwalt überwacht Verlängerungsfristen (Jahreszahlungen nach PatG Art. 14c), koordiniert Validierungen neuer EPA-Patente in der Schweiz und bereitet Patentregister-Updates vor.
Erfindervergutung und Arbeitnehmerrecht: Nach OR Art. 332 Abs. 4 hat der Arbeitnehmer Anspruch auf eine angemessene Vergütung, wenn der Arbeitgeber eine Arbeitnehmererfindung übernimmt. Der Patentanwalt kann auch die Ermittlung dieser Vergütung begleiten und entsprechende Vereinbarungen formulieren.
Due Diligence in M&A: Bei Unternehmenskäufen führt der Patentanwalt die IP-Due-Diligence durch: Er prüft die Gültigkeit aller Patente, das Bestehen von Lizenzen und Belastungen, allfällige laufende Einspruchsverfahren und das Verletzungsrisiko durch Drittpatente (Freedom-to-Operate-Analyse). Für diese Aufgabe ist eine umfassende Vollmacht unabdingbar. Insgesamt bildet die Patentanmeldung-Vollmacht das Grunddokument jedes Patentmandats und muss so gestaltet sein, dass der Patentanwalt ohne Zeitverlust handeln kann, wenn es auf jede Stunde ankommt. Die Vollmacht ist das Fundament jeder erfolgreichen Patentanmeldungsstrategie in der Schweiz und international. Die Vollmacht bildet das unverzichtbare rechtliche Fundament jeder nationalen, EPA- und PCT-Patentanmeldung. Zusammenfassend muss die Patentanmeldung-Vollmacht alle relevanten Verfahrensschritte im nationalen IGE-Verfahren, im EPA-Verfahren und im PCT-Verfahren abdecken und dem Patentanwalt den notwendigen Spielraum geben, um die Erfindung optimal und zeitgerecht zu schützen. Die Patentanmeldung-Vollmacht muss auch die Befugnis zur Einreichung von Teilanmeldungen (Divisional Applications) umfassen, da das EPA und das IGE Teilanmeldungen bei zu breit gefassten Ansprüchen ermöglichen. Teilanmeldungen können bestimmte technische Aspekte der Erfindung gesondert schützen und das Patentportfolio gezielt ausbauen. Zudem sollte die Vollmacht die Befugnis zur Einreichung von Einsprüchen (Opposition) gegen Drittpatente beim EPA (EPUe Art. 99, Frist 9 Monate nach Erteilung) und zur Führung von Nichtigkeitsklagen vor dem Bundesverwaltungsgericht (VwVG SR 172.021) umfassen. Diese Abwehrmassnahmen schützen den Patentinhaber vor kollidierenden Drittpatenten und sichern die Freedom to Operate in wichtigen Technologiebereichen. Die Vollmacht bildet das unverz ichtbare rechtliche Fundament aller Patentstrategien und muss vollständig und präzise formuliert sein. Nur mit einer vollständigen Vollmacht lässt sich ein lueckenloser Patentschutz gewährleisten.
Weitere Pflichtangaben und Best Practices: Praxisempfehlungen aus der Schweizer Rechtsprechung weisen darauf hin, dass Klarheit und Vollständigkeit der wesentlichen Vertragsbestandteile direkt die Durchsetzbarkeit beeinflussen. Bei Unsicherheiten lohnt sich eine Beratung beim zuständigen Kantonsamt oder durch einen Fachanwalt der Schweizerischen Anwaltskammer (SAV). Die kantonalen Schlichtungsbehörden für arbeitsrechtliche Streitigkeiten erleichtern aussergerichtliche Lösungen vor einem allfälligen Gang ans Gericht. Die Eidgenössische Schiedskommission und Bundesgerichtsentscheide BGE 138 III 67 sowie BGE 142 III 626 liefern Orientierung zur Vertragsauslegung nach Art. 18 OR (Vertrauensprinzip). Zudem helfen Mustervorlagen wie auf forms-legal.com bei der Wahrung der Schriftform und Vermeidung von Formmängeln nach OR Art. 11 ff. Obligatorisch ist die korrekte Bezeichnung der Parteien mit Wohnsitz bzw. Sitz, das Datum nach Schweizer Format DD.MM.YYYY sowie eine eigenhändige oder qualifiziert elektronische Unterschrift nach ZertES (SR 943.03).
So füllen Sie Ihr Patentanmeldung-Vollmacht (IGE) Schweiz aus
Das Ausfüllen der Patentanmeldung-Vollmacht in der Schweiz erfordert Sorgfalt, damit das IGE, das EPA und PCT-Behörden die Vollmacht ohne Rückfragen akzeptieren.
Schritt 1 — Anmelder und Erfinder korrekt identifizieren. Tragen Sie den Anmelder (bei Diensterfindungen: den Arbeitgeber als Anmelder) und den Erfinder (Pflicht nach PatG Art. 3 Abs. 2: Nennung des Erfinders in der Anmeldung) klar ein. Bei mehreren Erfindern alle nennen. Stellen Sie sicher, dass der Anmeldername identisch mit dem im Handelsregister eingetragenen Firmennamen ist, um spätere Umschreibungsgebühren zu vermeiden.
Schritt 2 — Qualifizierten Patentanwalt auswählen. Suchen Sie auf dem Patentanwaltsregister (patentanwaltsregister.ch) einen zugelassenen Schweizer Patentanwalt mit der für Ihre Technologie relevanten Fachkompetenz. Ingenieure spezialisieren sich auf mechanische und elektrische Erfindungen, Chemiker auf chemische und pharmazeutische Patente, Informatiker auf Software-Patente. Das PAR (SR 935.62) regelt die Zulassungsvoraussetzungen: Hochschulabschluss im jeweiligen Fachgebiet plus bestandenes Patentanwaltsexamen.
Schritt 3 — Erfindung kurz beschreiben. Geben Sie den Erfindungstitel und allfällige Prioritätsangaben an. Beschreiben Sie die Erfindung nicht im Detail in der Vollmacht (der vollständige technische Offenbarungsgehalt gehört in die Patentanmeldung selbst), aber identifizieren Sie sie ausreichend, damit klar ist, auf welche Anmeldung sich die Vollmacht bezieht. Bei mehreren gleichzeitigen Anmeldungen empfehlen sich separate Vollmachten pro Erfindung.
Schritt 4 — Vollmachtumfang klar definieren. Entscheiden Sie, ob eine umfassende Vertretungsvollmacht (alle Amtshandlungen, inklusive Verzicht, Nichtigkeitsverfahren und Prozessführung) oder eine beschränkte Vollmacht (nur Anmeldung und Erteilungsverfahren) erteilt werden soll. Bei langfristiger Zusammenarbeit mit einer Patentkanzlei empfiehlt sich eine Rahmen-Vollmacht, die alle zukünftigen Anmeldungen umfasst.
Schritt 5 — Unterzeichnen und Kopien aufbewahren. Unterzeichnen Sie die Vollmacht handschriftlich und mit Firmenstempel (bei juristischen Personen). Übermitteln Sie die Vollmacht an den Patentanwalt. Das IGE verlangt die Vollmacht auf Anfrage; in der Praxis reicht bei formell korrekt eingereichten Anmeldungen oft ein Hinweis auf die erteilte Vollmacht. Bewahren Sie eine Kopie in Ihrer Ablage auf — Patentakten sollten für mindestens 20 Jahre aufbewahrt werden (Maximallaufzeit eines Patents nach PatG Art. 14).
Schritt 6 -- Prioritätsfristen beachten. Wenn bereits eine ausländische Erstanmeldung vorliegt, laueft die Prioritätsfrist von 12 Monaten ab diesem Datum (Pariser Verbandsübereinkommen, PVUe). Tragen Sie das genaue Datum und die Anmeldenummer der Prioritätsanmeldung in die Vollmacht ein. Versäumnisse der Prioritätsfrist sind grundsätzlich nicht heilbar und führen zum Verlust der Priorität weltweit.
Schritt 7 -- PCT-Verfahren bei internationalen Anmeldungen planen. Wenn Schutz in mehreren Ländern angestrebt wird, entscheiden Sie frühzeitig zwischen nationalen Einzelanmeldungen, einem EPA-Antrag und einem PCT-Antrag. Die 12-monatige Prioritätsfrist laueft für alle Verfahren; die PCT-Phase bietet eine Verlängerung auf bis zu 30 Monate. Ein erfahrener Patentanwalt kann die optimale Strategie aufzeigen.
Schritt 8 -- Erfindungsgeheimnis wahren. Keine öffentlichen Vortraege, Veröffentlichungen oder Messe-Präsentationen vor der Erstanmeldung. In der Schweiz gilt das absolute Neuheitserfordernis; jede Vorbenutzung oder Veröffentlichung des Erfinders vor dem Anmeldedatum zerstoert die Neuheit weltweit (ausgenommen begrenzte Grace-Period-Regelungen in den USA und Japan). Der Patentanwalt weist bereits im ersten Gespräch auf diese Neuheitsschranke hin.
Schritt 9 -- Erfindungsoffenbarungsakte anlegen. Richten Sie eine interne Erfindungsoffenbarungsakte (Invention Disclosure Record) ein, in der alle relevanten Informationen zur Erfindung dokumentiert werden: Datum der Erfindung, beteiligte Erfinder, technische Beschreibung, Unterschriften der Erfinder. Diese Akte ist für Prioritätsstreitigkeiten und für den Nachweis der Ersterfindung von Bedeutung und wird im Patentverletzungsfall als Beweismittel verwendet. Stellen Sie sicher, dass die Vollmacht von allen Miterfindern unterzeichnet ist, falls die Erfindung von mehreren Personen gemeinsam gemacht wurde. Bei Miteigentum an der Erfindung können alle Miteigentümer nur gemeinsam über das Patent verfügen.
Rechtliche Anforderungen für Patentanmeldung-Vollmacht (IGE) Schweiz
Die Patentanmeldung-Vollmacht in der Schweiz unterliegt den Anforderungen des PatG, der PatV, des PAR und den EPA/PCT-Verfahrensordnungen.
Zustellungsdomizil (PatG Art. 14): Ausländische Anmelder ohne Wohnsitz oder Niederlassung in der Schweiz müssen dem IGE ein Zustellungsdomizil in der Schweiz angeben. Dies wird in der Praxis durch Beauftragung eines Schweizer Patentanwalts erreicht. Ohne Zustellungsdomizil kann das IGE keine Zustellungen vornehmen; die Anmeldung gilt als zurückgezogen.
Patentanwaltsgesetz (PAR SR 935.62): Das PAR regelt die Zulassung von Patentanwälten in der Schweiz. Nur Personen, die im Patentanwaltsregister des IGE eingetragen sind (PAR Art. 3: Hochschulabschluss in Naturwissenschaften/Technik, Fähigkeitsprüfung, guter Leumund), dürfen die Berufsbezeichnung 'Patentanwalt' führen und das entsprechende Recht auf berufliche Verschwiegenheit und Verweigerungsrecht gegenüber Behörden beanspruchen.
Europäisches Patentübereinkommen (EPÜ) und EPA-Verfahrensordnung: Bei EP-Anmeldungen gelten die Verfahrensregeln des EPA (Ausführungsordnung zum EPÜ). Der EPA verlangt eine Vollmacht nach Regel 152 AO/EPÜ; bei allgemeiner Vollmacht muss eine Kopie beim EPA hinterlegt sein (General Authorization). Das EPA akzeptiert sowohl Vollmachten in einer der EPA-Verfahrenssprachen (Deutsch, Englisch, Französisch) als auch allgemeine Vollmachten auf dem EPA-Standardformular.
PCT-Verfahrensordnung (Ausführungsordnung zum PCT): Im PCT-Verfahren gelten die Verfahrensregeln der WIPO (PCT-Regel 90). Das IGE als Receiving Office verlangt eine Vollmacht in der Verfahrenssprache. Die WIPO (World Intellectual Property Organization, Genf) koordiniert die internationale Phase des PCT-Verfahrens.
Bundespatentgericht (BGerPat): Für Prozessvertretung vor dem BGerPat (Nichtigkeitsklagen, Verletzungsklagen) gilt eine Anwaltspflicht. Patentanwälte nach PAR können mit Auflagen vor dem BGerPat als Parteivertreter auftreten; alternativ ist ein nach BGFA zugelassener Rechtsanwalt mit Erfahrung im Patentrecht erforderlich. Das BGerPat-Verfahren richtet sich nach der Schweizerischen Zivilprozessordnung (ZPO).
Europaisches Patentamt (EPA) und EPUe: Schweizer Validierung eines EPA-Patents ist innerhalb von drei Monaten nach Erteilung einzuleiten (PatG Art. 95 Abs. 1). Versäumt der Anmelder die Validierungsfrist, erhält er in der Schweiz keinen Patentschutz. Der bevollmächtigte Patentanwalt überwacht diese Fristen.
PCT-Verfahren und internationale Phase: Die internationale Anmeldung nach PCT erhält eine International Application Number; die WIPO erstellt einen Internationalen Recherchenbericht (ISR) und eine vorläufige Patentfähigkeitsbeurteilung (IPER). Innerhalb von 30 Monaten ab Prioritaetsdatum muss der Anmelder in den gewünschten Ländern die nationale Phase einleiten -- und dafür lokale Vertreter mit entsprechenden Vollmachten beauftragen.
TRIPS-Abkommen (SR 0.632.20 Anlage 1C): Das TRIPS-Abkommen der WTO, dem die Schweiz als WTO-Mitglied angehört, setzt Mindeststandards für den Patentschutz weltweit. In der Schweiz entspricht das PatG diesen Mindeststandards und geht in manchen Punkten über sie hinaus. Das TRIPS-Abkommen schreibt vor, dass Patente für Erfindungen in allen Technologiegebieten gewährt werden müssen. Pharmapatente und Biotechnologiepatente sind heute in der Schweiz vollständig patentierbar. Patentjahreszahlungen (PatG Art. 14c und SR 232.148): Um das Patent aufrechtzuerhalten, müssen jährliche Gebühren (Jahreszahlungen) an das IGE bezahlt werden. Diese laufen ab dem dritten Jahr nach der Anmeldung. Versäumte Zahlungen führen zum Patentverfall. Der bevollmächtigte Patentanwalt überwacht diese Fristen und bezahlt die Gebühren im Auftrag des Patentinhabers.
Häufige Fehler bei Ihrem Patentanmeldung-Vollmacht (IGE) Schweiz
Beim Ausfüllen der Patentanmeldung-Vollmacht und beim Schweizer Patentanmeldeverfahren treten häufige Fehler auf, die zu Verfahrensnachteilen führen können.
Fehler 1 — Versäumte Prioritätsfrist. Die Prioritätsfrist nach der Pariser Verbandsübereinkunft beträgt 12 Monate ab der Erstanmeldung. Wird die Frist versäumt, geht das Prioritätsrecht verloren. Spätere Veröffentlichungen der Erfindung (auch durch den Anmelder selbst) können die Neuheit zerstören. Ein Patentanwalt mit strukturiertem Fristenkontrollsystem ist unerlässlich.
Fehler 2 — Zu enge Patentansprüche. Wenn die Ansprüche zu spezifisch formuliert sind (nur die exakte ausgeführte Ausführungsform), können Wettbewerber den Schutzbereich durch minimale Abwandlungen umgehen. Gute Patentanwälte formulieren breite unabhängige Ansprüche, die den Kern der Erfindung schützen, und engere abhängige Ansprüche als Rückfallpositionen.
Fehler 3 — Fehlende Arbeitnehmererfindungs-Dokumentation. Wenn ein Arbeitnehmer eine patentierbare Erfindung macht, ohne den Arbeitgeber nach OR Art. 332 zu informieren, entstehen Streitigkeiten über die Rechtsinhaberschaft. Unternehmen sollten Erfindungsmeldungsverfahren implementieren und Diensterfindungen sofort dokumentieren.
Fehler 4 — Vorzeitige Offenbarung der Erfindung. Jede öffentliche Offenbarung der Erfindung (Konferenzbeitrag, Pressemitteilung, Produktpräsentation, Verkauf) vor der Patentanmeldung zerstört die Neuheit und macht eine wirksame Patentanmeldung unmöglich. Die Schweiz kennt keine 'Neuheitsschonfrist' wie die USA — jede Offenbarung vor dem Anmeldedatum schadet. Die Vollmacht sollte sofort nach der Entscheidung zur Anmeldung erteilt werden.
Fehler 5 — Kein Validierungsantrag für EP-Patente. Nach Erteilung eines Europäischen Patents (EP) muss die Validierung in der Schweiz innert drei Monaten nach der Erteilungsbekanntmachung im EPA-Amtsblatt beim IGE beantragt werden. Wird die Frist versäumt, entfaltet das EP in der Schweiz keinen Schutz. Patentanwälte führen Validierungs-Fristedateien für alle betreuten EP-Patente.
Fehler 6 -- Kein ausreichender Schutz gegen Drittanmeldungen. Wenn ein Dritter dieselbe Erfindung früher anmeldet (Erstanmelder-Prinzip, PatG Art. 7b), verliert der eigentliche Erfinder das Patent. Deshalb ist eine schnellstmoegliche Anmeldung nach Abschluss der Erfindung zwingend -- auch ein vorläufiger Anspruchsentwurf schützt die Priorität.
Fehler 7 -- Versäumte Einspruchsfrist beim EPA. Nach Erteilung eines EPA-Patents können Dritte innerhalb von neun Monaten Einspruch einlegen (EPUe Art. 99). Der bevollmächtigte Patentanwalt muss den Anmelder über Einspruchsrisiken informieren und die Gültigkeit des Patents bei Einspruch verteidigen.
Fehler 8 -- Keine Grace-Period-Kenntnis bei US-Anmeldungen. Die USA kennen eine einjärige Grace Period: Veröffentlichungen des Erfinders bis 12 Monate vor der US-Anmeldung schaden der Neuheit nicht. In der Schweiz und Europa gibt es diese Grace Period nicht. Ohne Information über diesen Unterschied können Erfinder ihre Schweizer Neuheit durch US-Präsentationen gefährden. Die richtige Reihenfolge lautet: erst Schweizer Anmeldung, dann öffentliche Präsentationen. Fehlende Jahreszahlungsueberwachung ist ein häufiger Fehler: Viele Patentinhaber vergessen die jährlichen Gebühren und verlieren so ihren Patentschutz.
Quellen und Zitate
Gesetzliche Zitate verlinken auf offizielle Regierungsquellen.
- OR Art. 332CH official
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Forms Legal. (2026). Patentanmeldung-Vollmacht (IGE) Schweiz (Schweiz) [Legal document template]. Forms Legal. https://forms-legal.com/de/switzerland/business/contracts/patentanmeldung-vollmacht-schweiz
"Patentanmeldung-Vollmacht (IGE) Schweiz (Schweiz)." Forms Legal, 2026, https://forms-legal.com/de/switzerland/business/contracts/patentanmeldung-vollmacht-schweiz.
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}Häufig gestellte Fragen
Das IGE prüft bei einer nationalen Schweizer Patentanmeldung ausschliesslich formelle Voraussetzungen und führt eine Neuheitsrecherche durch, prüft aber die erfinderische Tätigkeit nicht vollständig. Dies bedeutet, dass das IGE grundsätzlich jedes formal korrekte Patent erteilt, das neu ist — auch wenn es keine erfinderische Tätigkeit aufweist. Das erteilte Patent kann dann durch Dritte im Wege der Nichtigkeitsklage vor dem Bundespatentgericht (BGerPat) angefochten werden. Im Gegensatz dazu führt das Europäische Patentamt (EPA) eine vollständige Prüfung auf Neuheit und erfinderische Tätigkeit durch. Für wirtschaftlich wertvollen Patentschutz empfehlen sich deshalb EP-Patente mit anschliessender CH-Validierung.
Ein Schweizer Patent ist maximal 20 Jahre ab dem Anmeldedatum beim IGE gültig (PatG Art. 14 Abs. 1). Die Schutzfrist kann nicht verlängert werden — ausser für Arzneimittel und Pflanzenschutzmittel, für die ein ergänzendes Schutzzertifikat (ESZ) nach PatG Art. 140a ff. beantragt werden kann, das den Schutz um bis zu 5 Jahre (bei Arzneimitteln für Kinder: 5,5 Jahre) verlängert. Für die Aufrechterhaltung des Patents müssen jährliche Jahresgebühren (Aufrechterhaltungsgebühren) ans IGE bezahlt werden. Werden die Jahresgebühren nicht bezahlt, erlischt das Patent vorzeitig. Die IGE-Jahresgebühren steigen progressiv von CHF 100 im 2. Jahr bis zu CHF 1'600 im 20. Jahr.
Ein nationales Schweizer Patent wird beim IGE angemeldet und erteilt; es gilt ausschliesslich in der Schweiz (und Liechtenstein, das die schweizerischen Patente anerkennt). Ein Europäisches Patent (EP) mit Benennung der Schweiz wird beim Europäischen Patentamt (EPA/EPO) angemeldet und durchläuft eine vollständige Prüfung auf Neuheit, erfinderische Tätigkeit und gewerbliche Anwendbarkeit. Nach Erteilung durch das EPA kann der Patentinhaber die Schweiz als Validierungsland benennen und das EP nach Einreichung einer deutschen oder französischen Übersetzung der Patentansprüche beim IGE validieren (Frist: 3 Monate). Das validierte EP hat in der Schweiz dieselbe Wirkung wie ein nationales Patent. Vorteil des EP: vollständige Patentfähigkeitsprüfung, Schutz in bis zu 45 europäischen Ländern mit einer einzigen Anmeldung, höhere Durchsetzungssicherheit (wegen strenger EPA-Prüfung weniger Angriffsfläche für Nichtigkeitsklagen).
Nach OR Art. 332 Abs. 1 gehört eine Erfindung, die der Arbeitnehmer in Ausübung seiner dienstlichen Tätigkeit und in Erfüllung seiner vertraglichen Pflichten macht, dem Arbeitgeber. Der Arbeitnehmer hat keinen automatischen Anspruch auf zusätzliche Vergütung über seinen Lohn hinaus — ausser der Vertrag sieht ausdrücklich eine Erfindungsprämie vor (was in der Schweiz rechtlich zulässig ist). Anders als in Deutschland (Arbeitnehmererfindergesetz) gibt es in der Schweiz kein spezielles Gesetz, das dem Arbeitnehmer-Erfinder einen gesetzlichen Vergütungsanspruch einräumt. Freie Erfindungen (OR Art. 332 Abs. 4) — Erfindungen ausserhalb des Dienstbereichs, die ohne Benutzung von Einrichtungen des Arbeitgebers gemacht wurden — gehören dem Arbeitnehmer. Der Arbeitgeber hat bei freien Erfindungen jedoch ein gesetzliches Vorkaufsrecht und Recht zur Benutzung gegen angemessene Vergütung.
Die Kosten einer nationalen Schweizer Patentanmeldung beim IGE setzen sich aus IGE-Gebühren und Anwaltskosten zusammen. IGE-Anmeldegebühr: CHF 200.– (ohne Recherche) oder CHF 400.– (mit Recherche). IGE-Jahresgebühren: CHF 100.– im 2. Jahr bis CHF 1'600.– im 20. Jahr (Gesamtkosten Aufrechterhaltung 20 Jahre: ca. CHF 14'000.–). Patentanwaltskosten: für eine einfache nationale Anmeldung ca. CHF 3'000.– bis CHF 8'000.–; für komplexe Erfindungen oder EP-Anmeldungen CHF 8'000.– bis CHF 20'000.–; für PCT-Anmeldungen zusätzlich WIPO-Gebühren (ca. USD 1'400.–) plus nationale Phasengebühren in den Bestimmungsländern. KMU und Einzelerfinder können beim IGE vergünstigte Gebühren beantragen (PatG Art. 147). Innosuisse (Schweizerische Agentur für Innovationsförderung) unterstützt bestimmte Innovationsprojekte und kann Patentierungskosten mitfinanzieren.
Bei Patentverletzungen in der Schweiz stehen dem Patentinhaber zivil- und strafrechtliche Mittel zur Verfügung. Zivilrechtlich: Der Patentinhaber kann beim Bundespatentgericht (BGerPat, Bern) eine Verletzungsklage auf Feststellung der Verletzung, Unterlassung, Beseitigung des Verletzungszustands und Schadenersatz einreichen (PatG Art. 72 ff.). Vorsorgliche Massnahmen (einstweiliger Rechtsschutz) können sofort beantragt werden, wenn eine Verletzung droht oder andauert. Der BGerPat entscheidet im Schnellverfahren über einstweilige Verfügungen (ZPO Art. 261 ff.). Strafrechtlich: Vorsätzliche Patentverletzungen sind nach PatG Art. 81 strafbar mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldstrafe; bei gewerbsmässiger Verletzung bis zu 5 Jahren Freiheitsstrafe. Zollrechtlich: Der Patentinhaber kann bei der Eidgenössischen Zollverwaltung (EZV) Grenzmassnahmen gegen Import und Export von patentverletzenden Produkten beantragen (PatG Art. 86a ff.).
Eine PCT-Anmeldung (Patent Cooperation Treaty, Vertrag über die internationale Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Patentwesens) ermöglicht, mit einer einzigen internationalen Anmeldung Schutz in über 150 Ländern zu beanspruchen. Die Anmeldung wird beim IGE als Receiving Office in Deutsch, Englisch oder Französisch eingereicht. Die WIPO in Genf koordiniert die internationale Phase: Die International Searching Authority (ISA) erstellt einen internationalen Rechercheberichte; optional kann eine International Preliminary Examination Authority (IPEA) einen Prüfungsbericht erstellen. Innert 30 Monaten (ab Erstanmeldung) muss der Anmelder in die nationalen Phasen der gewünschten Länder eintreten und dort nationale Gebühren bezahlen. Die PCT-Anmeldung ist sinnvoll, wenn internationaler Schutz in mehr als 5 Ländern angestrebt wird, wenn Zeit für die Entscheidung über nationale Phasen benötigt wird (30 Monate statt 12 Monate bei direkten Auslandsanmeldungen) und wenn das Marktpotenzial im ersten Jahr nach der Erfindung noch schwer abschätzbar ist.
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