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Liefervertrag Schweiz

Liefervertrag Schweiz

Vertragsparteien

LIEFERVERTRAG

zwischen

[Lieferant Name] [Lieferant Adresse] (nachfolgend Lieferant genannt)

und

[Kaeufer Name] [Kaeufer Adresse] (nachfolgend Käufer genannt)

Liefergegenstand und Menge

1. Liefergegenstand Der Lieferant verpflichtet sich, dem Käufer folgende Ware zu liefern: [Ware Beschreibung]. Menge: [Menge Einheit]. Lieferart: [Lieferart]. Der Lieferant garantiert, dass die gelieferte Ware den vereinbarten Spezifikationen entspricht und frei von Mängeln ist nach OR Arts. 197-210.

Preis, Zahlungsbedingungen und Verzug

2. Preis Der Preis für die vereinbarte Ware beträgt [Preis Pro Einheit], exklusive schweizerische Mehrwertsteuer (MWST) in der gesetzlichen Höhe. Preisanpassung: [Preisanpassung].

3. Zahlungsbedingungen Rechnungen sind [Zahlungsziel] zahlbar. Bei Zahlungsverzug gelten gesetzliche Verzugszinsen nach OR Art. 104 (5 % p.a. ohne besondere Vereinbarung). Der Lieferant ist berechtigt, bei wiederholtem Zahlungsverzug weitere Lieferungen einzustellen, bis offene Beträge vollständig beglichen sind.

Lieferbedingungen, Gefahrenübergang und Abnahme

4. Lieferbedingung und Gefahrenübergang Die Lieferung erfolgt gemäss Incoterms 2020: [Lieferbedingung]. Lieferadresse: [Lieferadresse]. Lieferzeitraum: [Lieferzeitraum]. Der Gefahrenübergang richtet sich nach der vereinbarten Incoterms-Klausel.

5. Abnahme und Mängelrüge Der Käufer hat die Ware bei Empfang zu prüfen und allfällige erkennbare Mängel unverzüglich schriftlich zu rügen (OR Art. 201 Abs. 1). Versteckte Mängel sind nach ihrer Entdeckung sofort zu rügen. Die Haftung des Lieferanten für Mängel richtet sich nach OR Arts. 197-210.

6. Lieferverzug Bei Lieferverzug des Lieferanten hat der Käufer das Recht, eine Nachfrist von 10 Werktagen zu setzen und bei deren Ablauf vom Vertrag zurückzutreten oder Schadensersatz zu verlangen nach OR Art. 107. Bei force majeure (höhere Gewalt) — Naturkatastrophen, Streiks, behördliche Massnahmen — ist der Lieferant von der Lieferpflicht befreit, solange der Hinderungsgrund besteht.

Gewährleistung und Haftung

7. Mängelhaftung Der Lieferant haftet für Sachmängel nach OR Art. 197. Die Gewährleistungsfrist beträgt 2 Jahre ab Lieferung nach OR Art. 210. Bei arglistiger Verschweigung eines Mangels kann die Haftung nach OR Art. 199 nicht vertraglich ausgeschlossen werden. Der Lieferant ist berechtigt, Mängel durch Nachbesserung oder Ersatzlieferung zu beheben, bevor der Käufer Minderung oder Wandelung verlangen kann.

8. Haftungsbeschränkung Die Haftung des Lieferanten für indirekte Schäden und Folgeschäden (entgangener Gewinn, Produktionsausfall) ist auf den Nettowert der mangelhaften Lieferung beschränkt, sofern keine absichtliche oder grobfahrlässige Pflichtverletzung vorliegt.

Laufzeit, Kündigung und Schlussbestimmungen

9. Laufzeit Dieser Liefervertrag tritt am [Vertragsbeginn] in Kraft und hat folgende Laufzeit: [Vertragslaufzeit]. Bei Rahmenlieferverträgen mit automatischer Verlängerung gilt eine Kündigungsfrist von 3 Monaten auf das Jahresende.

10. Eigentumsvorbehalt Bis zur vollständigen Bezahlung bleibt die gelieferte Ware Eigentum des Lieferanten (Eigentumsvorbehalt nach ZGB Art. 715). Der Lieferant kann den Eigentumsvorbehalt beim Betreibungsamt des Lieferortes registrieren lassen.

11. Anwendbares Recht und Gerichtsstand Dieser Vertrag untersteht schweizerischem Recht. Das UN-Kaufrecht (CISG) ist ausgeschlossen. Gerichtsstand ist der Sitz des Lieferanten. Das Handelsgericht ist zuständig bei handelsrechtlichen Streitigkeiten.

Ort und Datum: [Vertragsort Datum]

Lieferant

________________

Signature

Käufer

________________

Signature

Betreut von Vladislav Sergienko, Gründer·Vorlage zuletzt geändert: ·Fehler melden

Was ist Liefervertrag Schweiz?

Der Liefervertrag ist ein in der Schweiz nach OR Arts. 184-215 (Kaufvertrag und Lieferung) geregeltes rechtsverbindliches schriftliches Dokument. Er regelt die Pflichten der Parteien, die Gegenleistung, die Laufzeit und die Rechte bei Pflichtverletzung.

Das schweizerische Kaufrecht in OR Art. 184-215 regelt die wesentlichen Aspekte des Liefervertrags: OR Art. 184 definiert den Kaufvertrag als Verpflichtung zur Übertragung von Eigentum und zur Bezahlung des Kaufpreises. OR Art. 185 regelt den Gefahrenübergang — grundsätzlich geht die Gefahr (Verschlechterung oder Untergang der Ware) mit Vertragsabschluss auf den Käufer über, bei Gattungskäufen jedoch erst mit Ausscheidung der Kaufsache aus der Gattung. Für den internationalen Warenhandel ist zudem das UN-Kaufrecht (CISG, SR 0.221.211.1) relevant — die Schweiz hat das CISG ratifiziert; Parteien können dieses aber durch ausdrückliche Rechtswahl (Ausschluss des CISG) zugunsten des rein innerstaatlichen Schweizer Kaufrechts ausschliessen.

Der Liefervertrag in der Schweiz wird häufig als Rahmenliefervertrag abgeschlossen: Der Grundvertrag legt Preis, Qualitätsstandards, Lieferbedingungen und Konditionen fest, während die konkreten Abrufe (Einzelbestellungen) durch separate Bestellungen oder Lieferpläne erfolgen. Dieses Modell ist in der Automobilindustrie (JIT-Lieferungen), im Einzelhandel (Category-Management-Verträge) und in der Chemie- und Pharmaindustrie verbreitet. Das Rahmenvertrags-Konstrukt bietet Planungssicherheit für beide Seiten, setzt aber klare Regelungen zu Mindestabnahmemengen, Abruffristen und Änderungsrechten voraus.

Besondere Bedeutung für den Liefervertrag in der Schweiz haben die Incoterms 2020 der Internationalen Handelskammer (ICC, Paris), die Gefahrenübergang, Kostentragung und Transportorganisation standardisiert regeln. Für innerhelvetische Lieferungen wird oft EXW (Ab Werk), DDP (Geliefert verzollt) oder DAP (Geliefert benannter Ort) vereinbart. Bei grenzüberschreitenden Lieferungen — z.B. von Deutschland oder Italien in die Schweiz — sind neben den Incoterms auch Schweizer Zollrecht (ZG, SR 631.0), MWST-Einfuhrbesteuerung und allfällige Freihandelsabkommen (z.B. Abkommen CH-EU) zu beachten. Die Eidgenössische Zollverwaltung (EZV) bzw. das Bundesamt für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG, bazg.admin.ch) ist die zuständige Behörde.

Der Eigentumsvorbehalt nach ZGB Art. 715 ist ein zentrales Instrument im Schweizer Liefervertragsrecht: Der Lieferant kann sich das Eigentum an der gelieferten Ware bis zur vollständigen Bezahlung vorbehalten. Dieser Eigentumsvorbehalt muss beim zuständigen Betreibungsamt des Standorts der Ware im Eigentumsvorbehaltsregister eingetragen werden, um gegenüber Dritten (insbesondere im Konkursfall des Käufers) wirksam zu sein (ZGB Art. 715 Abs. 1). Ohne Registrierung gilt der Eigentumsvorbehalt nur im Verhältnis zwischen den Vertragsparteien, nicht aber gegenüber Konkurrenzgläubigern im Betreibungsverfahren.

Für die Produktsicherheit und Produkthaftung bei Lieferverträgen in der Schweiz ist das Produktsicherheitsgesetz (PrSG, SR 930.11) relevant, das technische Anforderungen an die gelieferten Waren festlegt. Das Produktehaftpflichtgesetz (PrHG, SR 221.112.944) regelt die ausservertragliche Haftung des Herstellers oder Importeurs für Schäden durch fehlerhafte Produkte gegenüber Konsumenten. Importeure aus Drittländern in die Schweiz haften nach PrHG wie Hersteller. Im Liefervertrag sollten Regressansprüche zwischen Lieferant und Käufer für den Fall solcher Produkthaftungsansprüche geregelt werden.

Wann brauchen Sie Liefervertrag Schweiz?

Der Liefervertrag in der Schweiz wird in vielen wirtschaftlichen Konstellationen benötigt, in denen Waren zwischen Unternehmen oder von Unternehmen an Konsumenten geliefert werden sollen.

Erste Situation: Industrielle Zulieferbeziehungen. Wenn ein Schweizer Industrieunternehmen — etwa ein Maschinenbauer, ein Verpackungshersteller oder ein Pharmaunternehmen — regelmässig Rohstoffe, Halbfabrikate oder Komponenten von Zulieferern bezieht, ist ein Rahmenliefervertrag die rechtliche Grundlage der Geschäftsbeziehung. Der Rahmenliefervertrag schafft Planungssicherheit für beide Seiten und vermeidet, dass für jede Einzellieferung ein neuer Vertrag ausgehandelt werden muss.

Zweite Situation: Lebensmittellieferungen im Schweizer Lebensmittelhandel. Wenn ein Lebensmittelproduzent — z.B. ein Käsehersteller aus dem Emmental oder ein Weingut aus dem Wallis — seine Produkte an einen Grossverteiler (Migros, Coop, Denner) oder Gastronomiebetriebe liefern möchte, ist ein Liefervertrag mit klaren Spezifikationen (Qualität, Menge, Verpackung, Liefertermine), Preisanpassungsklauseln und Mängelhaftungsregelungen unerlässlich. Das Lebensmittelrecht (LMG, SR 817.0) stellt zusätzliche Anforderungen an die Produktqualität und Rückverfolgbarkeit.

Dritte Situation: Grenzüberschreitende Warenlieferung in die Schweiz. Wenn ein ausländisches Unternehmen — aus der EU (häufig Deutschland, Frankreich oder Italien) oder aus anderen Ländern — Waren dauerhaft in die Schweiz liefern soll, muss der Liefervertrag neben den handelsrechtlichen Aspekten auch Zollfragen, Einfuhrumsatzsteuer und allfällige Ursprungsregeln regeln. Das Freihandelsabkommen zwischen der Schweiz und der EU von 1972 sowie die Ergebnisse der bilateralen Verhandlungen erleichtern den Handel für bestimmte Warenkategorien.

Vierte Situation: Einmalige Grosslieferung. Wenn ein Unternehmen eine einmalige, aber wertmässig bedeutende Lieferung tätigt — etwa Baumaterialien für ein Bauprojekt, Maschinen für eine Werksausrüstung oder IT-Hardware für eine Grossinstallation — schafft ein schriftlicher Liefervertrag Rechtsklarheit über Spezifikationen, Liefertermin, Preis und Mängelrechte. Ohne schriftlichen Vertrag können im Streitfall erhebliche Beweisprobleme entstehen.

Fünfte Situation: E-Commerce und Online-Lieferverträge. Wenn ein Schweizer Online-Händler Waren an Konsumenten oder Geschäftskunden liefert, bildet der Liefervertrag die rechtliche Grundlage der Transaktion — auch wenn er meist nicht als separates Dokument aufgesetzt wird, sondern in AGB und Bestellbedingungen eingebettet ist. Das Konsumentenschutzrecht (KSG, SR 944.0) und die E-Commerce-Richtlinien der KUKO (Konsumentenkommission) geben zusätzliche Rahmenbedingungen vor.

Sechste Situation: Langfristige Energielieferverträge. Wenn ein Industriebetrieb Gas, Strom oder andere Energieträger langfristig von einem Energieversorger bezieht, ist ein Energieliefervertrag nach dem Energierecht (EnG, SR 730.0) und den kantonalen Energiegesetzen abzuschliessen. Preisanpassungsklauseln (Index, Marktpreis), Mindestabnahmemengen und Entschädigungen bei Nichterreichen sind in solchen Verträgen besonders wichtig.

Was gehört in Ihr Liefervertrag Schweiz?

Ein wirksamer Liefervertrag in der Schweiz muss folgende Kernbestandteile enthalten.

Präzise Warenbeschreibung und Spezifikationen: Der Liefervertrag in der Schweiz muss die zu liefernde Ware genau beschreiben — mit Artikelnummern, technischen Spezifikationen, Qualitätsstandards (z.B. DIN-, ISO-, EN-Normen), Verpackungsanforderungen und allfälligen Lebensmittel- oder Produktsicherheitsanforderungen nach LMG (SR 817.0) und PrSG (SR 930.11). Je präziser die Warenbeschreibung, desto geringer die Mängelrisiken und das Streitpotenzial. Das Bundesgericht hat in BGE 139 III 165 klargestellt, dass die Mängelrüge auf konkrete, spezifische Mängel bezogen sein muss — eine allgemeine Rüge ohne Spezifizierung ist nach OR Art. 201 unzureichend.

Menge und Lieferzeitraum: Bei Rahmenlieferverträgen ist die Jahres- oder Quartalsmenge als Mindestabnahmemenge oder Richtgrösse anzugeben, mit Regelung des Abrufverfahrens (schriftliche Bestellungen, Lieferplanabrufe) und der Abruffristen (typisch 4-8 Wochen Vorlaufzeit). Bei fixen Einzellieferungen ist der genaue Liefertermin oder der Lieferzeitraum anzugeben.

Preis und Zahlungsbedingungen: Nettpreis pro Einheit in CHF, MWST-Behandlung (exkl. oder inkl.), Preisanpassungsklausel (Festpreis oder Indexbindung an relevante Rohstoffindizes wie den Stahlpreisindex der Eidgenössischen Finanzverwaltung). Zahlungsziel (üblich 30-60 Tage netto), Skonto-Konditionen (z.B. 2 % Skonto bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen). Bei Verzug: Verzugszinsen nach OR Art. 104 (5 % p.a. gesetzlich, kann vertraglich erhöht werden). Forms-legal.com bietet aktuelle Vorlagen mit Schweizer Preisklauseln an.

Lieferbedingungen und Incoterms 2020: Die Incoterms-Klausel legt fest, wer (Lieferant oder Käufer) den Transport organisiert, die Fracht- und Versicherungskosten trägt und ab welchem Zeitpunkt die Gefahr des Untergangs oder der Verschlechterung der Ware auf den Käufer übergeht. Für die Schweiz relevante Klauseln: EXW (Lieferant stellt bereit, Käufer holt ab und trägt alle Kosten), DAP (Lieferant liefert bis zum benannten Ort, Käufer übernimmt Einfuhrzoll), DDP (Lieferant liefert verzollt, trägt alle Kosten und Risiken bis zur Übergabe). Die Incoterms 2020 der ICC (Internationale Handelskammer, iccwbo.org) sind der Branchenstandard.

Mängelrüge und Gewährleistung: Der Käufer hat die Ware bei Empfang zu untersuchen und erkennbare Mängel unverzüglich zu rügen nach OR Art. 201 Abs. 1. Versteckte Mängel sind nach Entdeckung sofort zu rügen. Unterbleibt die Rüge, gilt die Ware als genehmigt und der Käufer verliert seine Mängelrechte. Die gesetzliche Gewährleistungsfrist beträgt 2 Jahre nach OR Art. 210 — kann vertraglich auf 1 Jahr verkürzt werden. Der Lieferant kann bei arglistiger Verschweigung eines Mangels die Haftung nicht ausschliessen (OR Art. 199).

Eigentumsvorbehalt: Der Lieferant sollte sich das Eigentum an der gelieferten Ware bis zur vollständigen Bezahlung vorbehalten (ZGB Art. 715). Um gegenüber Dritten — besonders im Konkursfall des Käufers — wirksam zu sein, muss der Eigentumsvorbehalt beim Betreibungsamt des Belegenheitsorts der Ware im Register eingetragen werden (ZGB Art. 715 Abs. 1 i.V.m. EV-VO).

Force Majeure und Anpassungsklausel: Höhere Gewalt (Naturkatastrophen, Pandemien, Embargos, Rohstoffmangel, Transportunterbrechungen) kann die Lieferpflicht temporär suspendieren. Die Klausel muss klare Meldepflichten, die Dauer des Suspensions, die Rechte beider Parteien bei anhaltender Force Majeure (Kündigung nach z.B. 90 Tagen) und die Beweispflicht regeln. Die Covid-19-Pandemie hat gezeigt, wie wichtig präzise Force-Majeure-Regelungen in Lieferverträgen sind.

Gerichtsstand und anwendbares Recht: Bei schweizerischen Parteien ist Schweizer Recht naheliegend; das CISG sollte ausdrücklich ausgeschlossen werden, wenn die Parteien das reine Schweizer Recht bevorzugen. Gerichtsstand ist vorzugsweise beim Sitz des Lieferanten — das örtlich zuständige Gericht (ZPO Art. 29) oder das Handelsgericht des Kantons bei handelsrechtlichen Streitigkeiten mit Unternehmen.

So füllen Sie Ihr Liefervertrag Schweiz aus

Das korrekte Ausfüllen des Liefervertrags in der Schweiz setzt eine systematische Vorbereitung voraus.

Schritt 1 - Warenbeschreibung präzisieren. Beschreiben Sie die zu liefernde Ware so präzise wie möglich — Artikelnummern, Typenbezeichnungen, technische Normen (DIN, EN, ISO), Qualitätsklassen, Verpackungsvorschriften, Hygienestandards bei Lebensmitteln. Unklare Warenbeschreibungen sind die häufigste Ursache für Mängelstreitigkeiten. Fügen Sie technische Datenblätter oder Muster als Vertragsanhang bei.

Schritt 2 - Mengen und Lieferpläne klären. Bei Rahmenlieferverträgen: Bestimmen Sie realistische Jahres- oder Quartalsmindestmengen, die der Käufer tatsächlich abnehmen kann. Zu hohe Mindestmengen schränken den Käufer unnötig ein; zu tiefe Mengen geben dem Lieferanten keine ausreichende Planungssicherheit. Klären Sie das Abrufverfahren: Schriftliche Bestellung, Lieferabruf-Portal, EDI (Electronic Data Interchange).

Schritt 3 - Preis und Indexbindung festlegen. Bei Lieferverträgen über rohstoffintensive Güter (Stahl, Aluminium, Chemikalien) empfiehlt sich eine Indexbindung des Preises an anerkannte Marktindizes (Stahlpreisindex, Londoner Metallbörse LME, chemische Rohstoffindizes). Die Bundesverwaltung (admin.ch) und das BAZG (bazg.admin.ch) veröffentlichen Schweizer Preisstatistiken. Klären Sie die MWST-Behandlung: Bei inländischen Lieferungen in der Schweiz sind 7,7 % MWST auf dem Nettpreis zu erheben; bei Lieferungen aus dem Ausland fällt Einfuhrumsatzsteuer an.

Schritt 4 - Incoterms-Klausel wählen. Wählen Sie die Incoterms 2020-Klausel, die der tatsächlichen Logistik entspricht. EXW ist einfach, legt aber dem Käufer alle Transportpflichten auf. DDP ist für den Käufer am komfortabelsten, verlangt aber vom Lieferanten vollständige Kenntnisse des Schweizer Zollrechts. Für Standard-B2B-Lieferungen innerhalb der Schweiz ist DAP oder DDP praktisch. Beachten Sie: Incoterms regeln nur Kostentragung und Gefahrenübergang, nicht den Eigentumsübergang — der richtet sich nach OR Art. 714 ff.

Schritt 5 - Mängelrügefrist vereinbaren. Das Gesetz verlangt unverzügliche Mängelrüge nach OR Art. 201 — in der Praxis sollten 5-10 Werktage nach Empfang für die Prüfung und Rüge erkennbarer Mängel vereinbart werden. Für versteckte Mängel muss die Rüge unmittelbar nach Entdeckung erfolgen. Die Gewährleistungsfrist kann auf 1 Jahr (statt gesetzlich 2 Jahre) verkürzt werden, was für Branchen mit kurzen Produktlebenszyklen sinnvoll sein kann.

Schritt 6 - Eigentumsvorbehalt registrieren. Wenn der Eigentumsvorbehalt nach ZGB Art. 715 vereinbart wird, muss dieser beim Betreibungsamt des Belegenheitsorts der Ware im Eigentumsvorbehaltsregister eingetragen werden. Die Eintragungsgebühr ist gering; der Schutz im Konkursfall des Käufers ist erheblich. Das zuständige Betreibungsamt finden Sie über das Verzeichnis der Betreibungsbehörden auf schuldbetreibung.ch.

Schritt 7 - Unterzeichnung in zwei Originalen. Beide Parteien unterzeichnen den Liefervertrag in zwei Originalen — je eines für Lieferant und Käufer. Bei Grosslieferungen über CHF 500'000 sollte die Unterschriftsberechtigung der Vertreter anhand von Handelsregisterauszügen (hr.admin.ch) überprüft werden. Eine Notarisierung ist im Schweizer Recht für Lieferverträge nicht erforderlich.

Häufige Fehler bei Ihrem Liefervertrag Schweiz

Häufige Fehler beim Liefervertrag in der Schweiz führen zu Rechtsverlust, Schadensersatzpflichten oder unerwarteten Kosten.

Fehler 1 - Verspätete oder unspezifische Mängelrüge. Der häufigste Fehler im Schweizer Liefervertragsrecht ist die verspätete oder zu allgemeine Mängelrüge. Nach OR Art. 201 muss der Käufer die Ware sofort nach Empfang prüfen und Mängel unverzüglich rügen. Eine allgemeine Rüge ('die Ware entspricht nicht unseren Anforderungen') ohne konkrete Benennung der Mängel ist nach BGE 139 III 165 unzureichend. Lösung: Strukturiertes Wareneingangsprüfprotokoll mit Fotodokumentation und unverzügliche schriftliche Mängelanzeige per eingeschriebenem Brief oder E-Mail mit Lesebestätigung.

Fehler 2 - Vergessene Registrierung des Eigentumsvorbehalts. Wenn der Lieferant zwar einen Eigentumsvorbehalt im Vertrag vereinbart, ihn aber nicht beim Betreibungsamt registriert, hat er im Konkurs des Käufers keine Möglichkeit, die gelieferte Ware auszusondern. Der Eigentumsvorbehalt ist dann nur im Verhältnis zu dem Käufer selbst wirksam — gegenüber den Konkursgläubigern des Käufers nicht. Die Registrierungskosten beim Betreibungsamt sind gering; der Schutz im Konkursfall hingegen erheblich.

Fehler 3 - Fehlende CISG-Ausschlussklausel bei internationalen Lieferungen. Wenn ein Schweizer Unternehmen mit einem deutschen, französischen oder anderen EU-Unternehmen einen Liefervertrag abschliesst und keine Rechtswahlklausel vereinbart, gilt primär das CISG. Das CISG weicht in wichtigen Punkten vom Schweizer OR ab — insbesondere bei der Mängelrüge (Frist 2 Jahre nach CISG Art. 39), beim Gefahrenübergang und bei den Rechtsbehelfen. Wer ausschliesslich Schweizer OR anwenden möchte, muss das CISG ausdrücklich ausschliessen.

Fehler 4 - Unklare Preisanpassungsklauseln. Bei Lieferverträgen über mehrere Jahre ohne Preisanpassungsklausel kann der Lieferant bei steigenden Rohstoffpreisen in eine Verlustposition geraten, ohne den Preis einseitig anpassen zu können. Umgekehrt kann eine zu weite Preisanpassungsklausel (Lieferant kann Preis jederzeit nach eigenem Ermessen anpassen) für den Käufer unzumutbar sein. Ein fairer Kompromiss: Indexbindung an anerkannte Marktindizes mit transparenter Berechnungsformel und angemessener Ankündigungsfrist.

Fehler 5 - Fehlende Force-Majeure-Klausel. Ohne Force-Majeure-Klausel riskiert der Lieferant bei unverschuldeten Lieferschwierigkeiten (Rohstoffmangel, Naturkatastrophen, Hafenstreiks) Schadensersatzforderungen des Käufers nach OR Art. 97. Eine gut formulierte Force-Majeure-Klausel mit klaren Meldepflichten, Suspensionsrechten und Auflösungsoptionen bei anhaltender Unmöglichkeit schützt beide Seiten.

Fehler 6 - Unklare Incoterms-Klausel oder veraltete Version. Wenn der Vertrag auf 'übliche Lieferbedingungen' oder 'FOB' verweist, ohne die Incoterms-Version (z.B. 'Incoterms 2020') zu nennen, können Streitigkeiten über den Gefahrenübergang entstehen. Die aktuelle Version ist Incoterms 2020 der ICC; ältere Versionen (2010, 2000) sind weiterhin gültig, wenn ausdrücklich vereinbart, können aber abweichen. Klare Benennung der Version und des Referenzorts (z.B. 'DAP Lager Aarau, Incoterms 2020') verhindert Missverständnisse.

Quellen und Zitate

Gesetzliche Zitate verlinken auf offizielle Regierungsquellen.

  1. OR Art. 184CH official
  2. OR Art. 185CH official
  3. OR Art. 201CH official
  4. OR Art. 104CH official
  5. OR Art. 210CH official
  6. OR Art. 199CH official
  7. OR Art. 714CH official
  8. OR Art. 97CH official
  9. ZGB Art. 715CH official

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Gesetzesreferenzierte Vorlage — Vorlage zuletzt geändert Juni 2026

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