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Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) Schweiz

Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) Schweiz

Vertragsparteien

UNTERNEHMENSKAUFVERTRAG (ASSET DEAL)

zwischen

[Verkaeufer Name] [Verkaeufer Adresse] (nachfolgend Verkäufer genannt)

und

[Kaeufer Name] [Kaeufer Adresse] (nachfolgend Käufer genannt)

Kaufgegenstand

1. Kaufgegenstand Der Verkäufer veräussert dem Käufer das Unternehmen bzw. den Betrieb '[Unternehmen Name]' im Wege eines Asset Deals nach OR Arts. 184-221. Übertragen werden sämtliche vereinbarten Aktiven: [Aktiven Beschreibung]. Übernommene Verbindlichkeiten: [Passiven Beschreibung]. Der Betriebsübergang erfolgt nach OR Art. 333 mit sämtlichen damit verbundenen Konsequenzen für die Arbeitsverhältnisse.

2. Aktiven-Inventar und Übergabeprotokolle Die detaillierte Auflistung aller zu übertragenden Aktiven ist in den Anhängen zu diesem Vertrag geregelt und wird von beiden Parteien am Closing-Tag unterzeichnet. Der Verkäufer garantiert, dass sämtliche genannten Aktiven zum Closing-Zeitpunkt frei von nicht offengelegten Belastungen, Pfandrechten und Drittprivilegien sind.

Kaufpreis und Zahlung

3. Kaufpreis Der Kaufpreis für die übertragenen Aktiven und Verbindlichkeiten beträgt [Kaufpreis] (Schweizer Franken). Zahlungsmodalität: [Zahlungsmodalitaet]. Kaufpreisanpassungsklausel: [Kaufpreis Anpassung]. Alle Zahlungen erfolgen auf das vom Verkäufer bezeichnete Konto in Schweizer Franken.

4. Steuern und Abgaben Jede Partei trägt die auf sie entfallenden Steuern. Die allfällige Grundstückgewinnsteuer (bei Übernahme von Grundstücken) trägt der Verkäufer nach kantonalem Steuergesetz. Handänderungssteuer (kantonal unterschiedlich: ZH: 0,1-0,3 % des Kaufpreises, GE: 3 %) und Grundbuchgebühren trägt der Käufer, soweit nicht anders vereinbart.

Vollzug (Closing)

5. Signing und Closing Die Unterzeichnung (Signing) erfolgt am [Signing Datum]. Der Vollzug (Closing) erfolgt am [Closing Datum], vorbehaltlich der Erfüllung der Closing-Bedingungen: [Closing Bedingungen]. Am Closing-Tag übergibt der Verkäufer dem Käufer sämtliche Aktiven physisch und juristisch und der Käufer überweist den Kaufpreis.

6. Betriebsübergang und Arbeitsverhältnisse Sämtliche Arbeitsverhältnisse des übertragenen Betriebs gehen am Closing-Tag nach OR Art. 333 auf den Käufer über. Der Verkäufer informiert die betroffenen Arbeitnehmer rechtzeitig vor Closing schriftlich über den Betriebsübergang. Arbeitnehmer, die dem Übergang widersprechen, können den Vertrag auf das nächste ordentliche Kündigungsdatum kündigen.

Garantien und Gewährleistungen des Verkäufers

7. Verkäufergarantien Der Verkäufer garantiert dem Käufer nach OR Arts. 197 ff. und dem allgemeinen Vertragsrecht: vollständige und korrekte Darstellung aller wesentlichen Verhältnisse des Unternehmens (Vollständigkeitsgarantie), Eigentümerstellung zu allen übertragenen Aktiven (Titelgarantie), keine nicht offengelegten wesentlichen Verbindlichkeiten oder Rechtsstreitigkeiten, Korrektheit der übergebenen Jahresabschlüsse nach OR Art. 958 (Swiss GAAP oder IFRS), keine Verletzung von Immaterialgüterrechten Dritter, Einhaltung aller anwendbaren Gesetze und Behördenvorschriften.

8. Haftung und Freistellung Die Haftung des Verkäufers für Garantieverletzungen ist beschränkt auf den Kaufpreis. Für indirekte Schäden und Folgeschäden haftet der Verkäufer nur bei Vorsatz oder grober Fahrlässigkeit. Eine Freistellungspflicht (Indemnification) besteht für bekannte Risiken, die in der Disclosure Schedule offengelegt wurden.

9. Wettbewerbsverbot Der Verkäufer verpflichtet sich, für die Dauer von 3 Jahren nach Closing im sachlichen und geografischen Tätigkeitsbereich des übertragenen Unternehmens keine konkurrenzierenden Tätigkeiten aufzunehmen. Dieses Verbot gilt auch für die Schlüsselpersonen des Verkäufers, die gesondert unterzeichnen.

Schlussbestimmungen

10. Anwendbares Recht und Gerichtsstand Dieser Unternehmenskaufvertrag untersteht schweizerischem Recht. Gerichtsstand für alle Streitigkeiten ist [Gerichtsstand], Schweiz. Das Handelsgericht ist für handelsrechtliche Streitigkeiten zuständig.

11. Schriftform und Vollständigkeit Änderungen und Ergänzungen bedürfen der Schriftform. Dieser Vertrag, seine Anhänge und die Disclosure Schedule bilden die vollständige Vereinbarung der Parteien. Frühere mündliche oder schriftliche Abreden sind aufgehoben.

Ort und Datum: [Vertragsort Datum]

Verkäufer

________________

Signature

Käufer

________________

Signature

Betreut von Vladislav Sergienko, Gründer·Vorlage zuletzt geändert: ·Fehler melden

Was ist Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) Schweiz?

Der Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) ist ein in der Schweiz nach OR Arts. 184-221 (Kaufvertrag) geregeltes rechtsverbindliches schriftliches Dokument. Er regelt die Pflichten der Parteien, die Gegenleistung, die Laufzeit und die Rechte bei Pflichtverletzung.

Die Unterscheidung zwischen Asset Deal und Share Deal ist für den Unternehmenskaufvertrag in der Schweiz von grundlegender Bedeutung: Beim Asset Deal kann der Käufer gezielt bestimmte Aktiven erwerben und bestimmte Verbindlichkeiten ausschliessen — er erhält nur, was ausdrücklich vereinbart wurde. Beim Share Deal kauft er dagegen die gesamte juristische Person mit allen Aktiven, Passiven, Risiken und Verbindlichkeiten. Der Asset Deal bietet dem Käufer mehr Kontrolle, erfordert aber aufwändigere Vertragsgestaltung und mehrere separate Übertragungsakte: Eigentumsübertragung für Mobiliar nach OR Art. 714 (Übergabe) und ZGB Art. 714 ff., Grundbucheintrag für Immobilien nach ZGB Art. 656, Markenübergang beim IGE nach MSchG Art. 18, Patentübergang beim IGE nach PatG Art. 34 sowie Einzelabtretung von Forderungen nach OR Art. 164.

Bei Unternehmenskäufen in der Schweiz mit einem Asset Deal spielt die Due Diligence eine zentrale Rolle: Rechtsanwälte (Legal Due Diligence), Treuhänder und Wirtschaftsprüfer (Financial Due Diligence) sowie technische Experten (Technical Due Diligence) überprüfen das Zielunternehmen systematisch auf Risiken. Die Ergebnisse fliessen in die Garantien und Gewährleistungen (Representations and Warranties) des Verkäufers ein, die im Unternehmenskaufvertrag niedergelegt werden. Eine Disclosure Schedule listet alle dem Verkäufer bekannten Risiken und Ausnahmen von den Garantien auf.

Der Betriebsübergang nach OR Art. 333 ist beim Asset Deal ein zentrales Thema: Wenn ein Betrieb oder Betriebsteil als wirtschaftliche Einheit auf einen neuen Arbeitgeber übergeht, gehen sämtliche Arbeitsverhältnisse mit allen Rechten und Pflichten auf den Erwerber über — einschliesslich Dienstjahren, Kündigungsfristen, Ferienansprüchen und laufenden Lohnfortzahlungsansprüchen. Der Arbeitnehmer hat ein Widerspruchsrecht gegen den Übergang — in diesem Fall wird das Arbeitsverhältnis auf den nächsten ordentlichen Kündigungstermin aufgelöst. Der Übergang von Gesamtarbeitsverträgen nach OR Art. 333b folgt besonderen Regeln.

Eine besondere Konstellation beim Asset Deal in der Schweiz ist die Sachübernahme nach OR Art. 635: Wenn der Käufer neu gegründet wird oder wenn er ein Einbringen in ein bestehendes Unternehmen vornimmt, gelten die aktienrechtlichen Regeln zur Sachübernahme und Sacheinlage. Dabei hat die Revisionsstelle (zugelassene Revisionsexpertin oder Revisionsexpertin nach RAG, SR 221.302) einen Gründungs- oder Einbringungsbericht zu erstellen. Die Kontrollbehörde für börsennotierte Gesellschaften ist die Eidgenössische Finanzmarktaufsicht (FINMA, finma.ch), die bei öffentlichen Unternehmensübernahmen das Übernahmerecht nach FinfraG (SR 958.1) anwendet.

Steuerlich ist der Asset Deal im Schweizer Recht vom Share Deal unterschiedlich zu behandeln: Beim Asset Deal können stille Reserven aufgelöst und im Kaufpreis abgebildet werden — für den Verkäufer entsteht steuerpflichtiger Kapital- oder Liquidationsgewinn. Für den Käufer sind die erworbenen Aktiven steuerlich abschreibbar. Die Eidgenössische Steuerverwaltung (ESTV) und die kantonalen Steuerverwaltungen sind die massgebenden Behörden. Das Steueramt des Kantons Zug etwa hat zu Transaktionsstrukturen im M&A-Bereich spezifische Praxismerkblätter veröffentlicht.

Wann brauchen Sie Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) Schweiz?

Der Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) in der Schweiz wird in verschiedenen Situationen eingesetzt, in denen der gezielte Erwerb von Unternehmenssubstanz gegenüber dem Anteilskauf bevorzugt wird.

Erste Situation: Kauf aus einer Insolvenz oder Liquidation. Wenn ein Unternehmen in Konkurs fällt und der Konkursverwalter einzelne Aktiven oder den Betrieb als Ganzes verwertet, erfolgt dies typischerweise als Asset Deal. Der Käufer erwirbt die Substanz, ohne die Schulden des insolventen Unternehmens zu übernehmen — ausser er verpflichtet sich vertraglich dazu. Das Schweizer Schuldbetreibungs- und Konkursrecht (SchKG, SR 281.1) regelt die Verwertung der Masse. Der Unternehmenskaufvertrag in diesem Kontext muss eng mit dem Konkursverwalter abgestimmt werden.

Zweite Situation: Kauf eines Betriebs oder einer Geschäftsabteilung von einem grossen Konzern. Wenn ein Konzern eine Sparte oder einen Geschäftsbereich abspaltet und veräussert ('Carve-out'), ist der Asset Deal die häufigste Struktur, weil nur die definierten Aktiven und Schulden des Betriebs, nicht aber andere Konzernverbindlichkeiten, übergehen. In der Schweiz sind solche Transaktionen in der Pharma-, Finanz- und Industriebranche häufig.

Dritte Situation: Übernahme eines Familienunternehmens durch einen externen Nachfolger. Wenn ein Schweizer Familienunternehmen — Handwerk, Handel oder Dienstleistung — an einen externen Nachfolger übergehen soll und der Verkäufer nicht die gesamte Gesellschaft veräussern will (z.B. weil er andere Betriebsteile behalten möchte), ist der Asset Deal die geeignete Struktur. Der Käufer erwirbt gezielt den operativen Betrieb.

Vierte Situation: Kauf eines Start-ups oder Frühphasenunternehmens mit unklaren Altverbindlichkeiten. Wenn ein junges Unternehmen veräussert wird und der Käufer unsicher ist, ob alle Verbindlichkeiten offengelegt wurden, bietet der Asset Deal den Vorteil, dass nur explizit übernommene Schulden übergehen. Der Käufer haftet nicht für versteckte Schulden, die beim Zielunternehmen verbleiben.

Fünfte Situation: Übernahme einzelner Produktlinien oder Marken. Wenn ein Käufer nur eine bestimmte Produktlinie, eine Marke oder ein Kundenportfolio erwerben möchte — nicht aber das gesamte Unternehmen —, ist der Asset Deal die geeignete Struktur. Dabei wird der Kaufpreis auf die einzelnen Aktiven aufgeteilt: Marken beim IGE, Kundendaten, Lagerbestände, Patente.

Sechste Situation: WEKO-Meldepflicht bei grossen Transaktionen. Wenn die Schwellenwerte des Kartellgesetzes (KG Art. 9) erreicht oder überschritten werden — kombinierter Jahresumsatz der Beteiligten weltweit über CHF 2 Milliarden, betroffener Markt in der Schweiz über CHF 100 Millionen — muss die Transaktion bei der WEKO (Wettbewerbskommission, weko.admin.ch) angemeldet werden. Ohne Freigabe darf das Closing nicht vollzogen werden.

Was gehört in Ihr Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) Schweiz?

Ein rechtssicherer Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) in der Schweiz muss folgende Kernbestandteile enthalten.

Präzise Definition des Kaufgegenstands: Der Unternehmenskaufvertrag in der Schweiz muss jeden übertragenen Aktivposten einzeln definieren: Immobilien (mit Grundbuchparzellennummern), Maschinen und Anlagen (mit Inventarliste als Anhang), Vorräte (bewertet per Stichtag), Forderungen (mit Schuldnerliste), Immaterialgüterrechte (Marken mit IGE-Nummern, Patente, Urheberrechte), Kundenstamm (mit Datenschutzkonformität nach DSG), IT-Systeme und Software sowie laufende Verträge (Lieferantenverträge, Mietverträge, Kundenverträge — mit allfälligen Zustimmungserfordernissen bei Drittverträgen).

Kaufpreis und Kaufpreismechanismus: Fixpreis oder angepasster Preis nach Closing (Completion Accounts); Locked-Box-Mechanismus (Referenzdatum mit Dividendenverbot für Verkäufer zwischen Referenzdatum und Closing); Earn-Out-Klauseln für leistungsabhängige Anteile des Kaufpreises; Kaufpreisallokation auf einzelne Aktiven für steuerliche Abschreibung. Treuhandkonto (Escrow) für einen Teil des Kaufpreises als Sicherheit für Garantieansprüche.

Garantien des Verkäufers (Representations and Warranties): Eigentumsgarantie (unbelastete Titel), Finanzgarantien (korrekte Buchführung nach OR Art. 958), Steuergarantien (keine ausstehenden Steuerforderungen), Beschäftigungsgarantien (alle Arbeitsverhältnisse korrekt gemeldet), Garantien zu Schutzrechten (kein IP-Verstosse), Umweltgarantien (keine Altlasten nach dem Umweltschutzgesetz USG, SR 814.01 und AltlastenV, SR 814.680), Behörden-Compliance-Garantien. Forms-legal.com stellt professionelle Vorlagen mit Schweizer Garantienkatalog bereit.

Betriebsübergang Arbeitnehmer (OR Art. 333): Schriftliche Informationspflicht an Arbeitnehmer; Widerspruchsrecht der Arbeitnehmer gegen den Übergang; Übergang von GAV-Pflichten nach OR Art. 333b; Haftungsverteilung zwischen Verkäufer und Käufer für Lohnansprüche vor und nach Closing. Regelung für Mitarbeiter in Alterspension oder Frühpension.

Wettbewerbsverbot: Nachvertragliches Wettbewerbsverbot für Verkäufer (typisch 2-5 Jahre, sachlich und geografisch begrenzt). Bei Schlüsselpersonen des Verkäufers separat abzuschliessen. Keine gesetzliche Höchstdauer für kaufvertragliche Wettbewerbsverbote (anders als beim Arbeitsvertrag nach OR Art. 340a); Zumutbarkeit nach BGE 110 II 383 ist aber zu beachten.

Steuerliche Kaufpreisallokation: Der Kaufpreis muss auf die einzelnen Aktiven aufgeteilt werden — dies ist für den Käufer (steuerliche Abschreibungsbasis) und den Verkäufer (steuerpflichtiger Gewinn) von grosser Bedeutung. Die ESTV und kantonale Steuerverwaltungen achten auf sachgerechte Allokation; unangemessene Allokation kann als steuerlicher Missbrauch qualifiziert werden.

Gewährleistungsdauer und Haftungsobergrenzen: Für Unternehmenskaufverträge in der Schweiz werden typischerweise Haftungsobergrenzen (Caps) vereinbart: 10-30 % des Kaufpreises für allgemeine Garantien, 100 % des Kaufpreises für Steuergarantien und Titelgarantien. De-minimis-Schwellen und Baskets (aggregierter Schwellenwert vor Haftungsauslösung) begrenzen Bagatellansprüche.

Zustimmung von Dritten: Viele Verträge des Zielunternehmens enthalten Change-of-Control-Klauseln oder Abtretungsverbote — die Zustimmung der Gegenpartei ist vor Closing einzuholen. Behördenbewilligungen (Fernmelderecht, Bankrecht, Versicherungsrecht) können ebenfalls erforderlich sein. WEKO-Anmeldung bei Überschreiten der kartellrechtlichen Schwellenwerte nach KG Art. 9.

So füllen Sie Ihr Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) Schweiz aus

Das Ausfüllen des Unternehmenskaufvertrags (Asset Deal) in der Schweiz ist ein mehrstufiger Prozess, der professionelle Unterstützung erfordert.

Schritt 1 - Letter of Intent (LOI) und Term Sheet. Vor dem eigentlichen Unternehmenskaufvertrag wird typischerweise ein unverbindlicher Letter of Intent oder ein Term Sheet unterzeichnet, der die grundlegenden Parameter der Transaktion festhält: Kaufgegenstand, Kaufpreisspanne, Due-Diligence-Zeitplan und Vertraulichkeitsverpflichtung. Das LOI ist in der Schweiz grundsätzlich rechtlich unverbindlich, ausser bestimmte Klauseln (Vertraulichkeit, Exklusivität) sind ausdrücklich als verbindlich markiert.

Schritt 2 - Due Diligence. Legal Due Diligence (Anwalt): Überprüfung aller Verträge, Schutzrechte, Gerichtsprozesse, Arbeitsverhältnisse, Behördenbewilligungen und Compliance. Financial Due Diligence (Treuhänder/Wirtschaftsprüfer): Analyse der Jahresabschlüsse (OR Art. 958-963), Steuerhistorie, Debitoren und Kreditoren. Technical Due Diligence (Ingenieure): Zustand der Maschinen und Anlagen. Ergebnisse werden in einem Due-Diligence-Bericht und einer Disclosure Schedule zusammengefasst.

Schritt 3 - Kaufpreisermittlung und Allokation. Vereinbaren Sie mit dem Verkäufer den Gesamtkaufpreis und die Allokation auf die Aktivkategorien (Immobilien, Maschinen, IP, Kundenstamm, Goodwill). Steuerliche Konsequenzen für Verkäufer (steuerpflichtiger Liquidationsgewinn) und Käufer (Abschreibungsbasis) müssen vor Unterzeichnung mit dem Steuerberater abgeklärt werden. Engagieren Sie eine Bewertungsexpertin, wenn der Kaufpreis erheblich ist.

Schritt 4 - Vertragsverhandlung und Garantienkatalog. Verhandeln Sie den Umfang der Verkäufergarantien, die Haftungsobergrenzen (Caps), De-minimis-Schwellen und die Garantiedauer. Für grosse Transaktionen wird oft eine W&I-Versicherung (Warranty and Indemnity Insurance) abgeschlossen, die das Garantierisiko auf einen Versicherer transferiert — in der Schweiz bieten internationale Versicherungsbroker (Willis Towers Watson, AON, Marsh) entsprechende Produkte an.

Schritt 5 - Notwendige Einzelübertragungsakte vorbereiten. Für jede Aktivkategorie sind spezifische Übertragungsakte erforderlich: Notarielle Grundbuchanmeldung für Grundstücke (ZGB Art. 656, kantonale Notariate), Eintragung des Markenübergangs beim IGE (MSchG Art. 18), Patentübergang beim IGE (PatG Art. 34), schriftliche Abtretungen für Forderungen nach OR Art. 164 und Verträge. Holen Sie allfällige Zustimmungen von Drittvertragspartnern und Behörden ein.

Schritt 6 - Closing-Vorbereitungen und Übergabeprotokoll. Erstellen Sie ein detailliertes Übergabeprotokoll mit dem Zustand der Aktiven per Closing-Tag, dem Lagerbestandsprotokoll und der Schlüsselübergabe. Informieren Sie die Arbeitnehmer schriftlich über den Betriebsübergang nach OR Art. 333. Erstatten Sie allfällige WEKO-Meldung mindestens 30 Tage vor Closing (KG Art. 9 Abs. 2). Klären Sie die Treuhandkonto-Konditionen mit einer Schweizer Bank oder einem Treuhänder.

Häufige Fehler bei Ihrem Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) Schweiz

Häufige Fehler beim Unternehmenskaufvertrag (Asset Deal) in der Schweiz führen zu erheblichen finanziellen Verlusten, Haftungsrisiken oder ungültigen Übertragungen.

Fehler 1 - Fehlende oder unvollständige Aktivenliste. Wenn der Kaufvertrag die zu übertragenden Aktiven nicht präzise listet — fehlende Inventarnummern, keine Parzellennummern für Grundstücke, keine IGE-Nummern für Schutzrechte — kann unklar sein, ob bestimmte Vermögensgegenstände übertragen wurden oder nicht. Dies führt zu Streitigkeiten beim Closing. Lösung: Umfangreiche Anhänge mit Inventarlisten, unterschrieben von beiden Parteien am Closing-Tag.

Fehler 2 - Vergessene Drittparteizustimmungen. Viele Verträge des Zielunternehmens (Mietverträge, Kundenverträge, Leasingverträge) enthalten Change-of-Control-Klauseln oder Abtretungsverbote nach OR Art. 164. Ohne Zustimmung des Vertragspartners geht der Vertrag nicht wirksam auf den Käufer über. Bei wichtigen Verträgen kann das Closing scheitern oder wertvolle Kundenbeziehungen gehen verloren. Lösung: Vollständige Vertragsprüfung im Rahmen der Due Diligence und frühzeitige Einholung von Zustimmungen.

Fehler 3 - Vernachlässigung des Betriebsübergangs. Wenn der Verkäufer die Arbeitnehmer nicht rechtzeitig und korrekt über den Betriebsübergang informiert (OR Art. 333 Abs. 1), können diese ihr Widerspruchsrecht nicht wirksam ausüben und Schadenersatz fordern. Fehlt eine klare Regelung zu den Altlasten (Lohnansprüche, Ferienansprüche, BVG-Rentenansprüche vor Closing), entstehen unerwartete Verbindlichkeiten für den Käufer.

Fehler 4 - Zu enge oder zu weite Garantien. Wenn der Verkäufer zu umfassende Garantien abgibt, die er nicht vollständig abdecken kann, entstehen unkalkulierbare Haftungsrisiken. Wenn der Käufer zu wenig Garantien verhandelt, hat er keine vertraglichen Ansprüche bei versteckten Verbindlichkeiten. Eine sorgfältig abgestimmte Disclosure Schedule, in der alle bekannten Risiken offengelegt werden, und klare Haftungsgrenzen (Caps, De-minimis) bieten beiden Seiten Sicherheit.

Fehler 5 - Fehlende WEKO-Anmeldung. Wenn die Schwellenwerte des Kartellgesetzes (KG Art. 9) überschritten werden und die Transaktion nicht bei der WEKO angemeldet wird, ist das Closing rechtswidrig und die Transaktion kann für nichtig erklärt werden. Bussen nach KG Art. 51 von bis zu CHF 1 Million pro beteiligtem Unternehmen drohen. Die WEKO-Meldepflicht ist im Rahmen der Pre-Closing-Vorbereitung frühzeitig zu prüfen.

Fehler 6 - Steuerliche Nichtoptimierung der Kaufpreisallokation. Wenn der Kaufpreis nicht steueroptimal auf die Aktivkategorien aufgeteilt wird, zahlen Käufer oder Verkäufer unnötig hohe Steuern. Besonders wichtig: Die Allokation auf Goodwill (steuerlich abschreibbar für Käufer), Immobilien (unterliegen Grundstückgewinnsteuer beim Verkäufer) und Vorräte (kein steuerpflichtiger Reservengewinn beim Verkäufer). Steuerberater der ESTV und kantonaler Verwaltungen sollten frühzeitig beigezogen werden.

Fehler 7 - Vernachlässigung von Umweltrisiken. Bei Industriebetrieben können Altlasten nach Umweltschutzgesetz (USG, SR 814.01) und der Altlastenverordnung (AltlV, SR 814.680) erhebliche Sanierungskosten auslösen. Der Käufer haftet nach Erwerb des Grundstücks für Sanierungskosten — auch wenn die Altlast vor seinem Erwerb entstand. Eine Umwelt-Due-Diligence und Sanierungsgarantien des Verkäufers sind bei Industriestandorten unerlässlich. Das Altlastenkataster (KABO) des Bundesamts für Umwelt (BAFU) gibt Auskunft über bekannte Altlasten.

Quellen und Zitate

Gesetzliche Zitate verlinken auf offizielle Regierungsquellen.

  1. OR Art. 714CH official
  2. OR Art. 164CH official
  3. OR Art. 333CH official
  4. OR Art. 333bCH official
  5. OR Art. 635CH official
  6. OR Art. 958CH official
  7. OR Art. 340aCH official
  8. OR Art. 175CH official
  9. ZGB Art. 714CH official
  10. ZGB Art. 656CH official
  11. ZGB Art. 657CH official

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Gesetzesreferenzierte Vorlage — Vorlage zuletzt geändert Juni 2026

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