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Liegenschaftsverwaltungsvertrag Schweiz (OR Art. 394 ff.)

Liegenschaftsverwaltungsvertrag Schweiz (OR Art. 394 ff.)

Vertragsbezeichnung

LIEGENSCHAFTSVERWALTUNGSVERTRAG

gemäss OR Art. 394 ff. (Auftragsrecht); ZGB Art. 712q-712s für StWE-Verwaltung

Vertragsparteien

I. VERTRAGSPARTEIEN AUFTRAGGEBER (Liegenschaftseigentümer): [Auftraggeber Name] [Auftraggeber Adresse] BEAUFTRAGTE (Liegenschaftsverwalterin): [Verwaltung Name] [Verwaltung Adresse] UID: [Verwaltung U I D]

Verwaltete Liegenschaft

II. VERWALTUNGSGEGENSTAND [Liegenschaft Beschreibung] Der Auftraggeber beauftragt die Verwalterin mit der Verwaltung der vorstehend beschriebenen Liegenschaft(en) im Rahmen dieses Vertrags und der einschlägigen gesetzlichen Bestimmungen (OR Art. 394-406, DSG, kantonale Mietrechtsvorschriften).

Aufgaben der Verwalterin

III. AUFGABEN DER VERWALTERIN KAUFMAENNISCHE VERWALTUNG: [Aufgaben Kaufm] TECHNISCHE VERWALTUNG: [Aufgaben Techn] Die Verwalterin handelt als Beauftragte gemäss OR Art. 394 und hat die Weisungen des Auftraggebers zu befolgen. Für Ausgaben über der Kompetenzgrenze benötigt die Verwalterin die vorgängige schriftliche Genehmigung des Auftraggebers.

Honorar und Dauer

IV. HONORAR UND VERTRAGSDAUER Verwaltungshonorar: [Honorar Prozent] Zusaetzliche Honorare: [Honorar Zusatz] Vertragsdauer: [Vertragsdauer] Das Honorar ist monatlich in Rechnung zu stellen und innert 30 Tagen zu bezahlen. Bei Vertragsende hat die Verwalterin sämtliche Unterlagen, Schluuessel und Kautionen ordnungsgemäss an den Auftraggeber oder die neue Verwalterin zu übergeben. Vertragsdatum: [Unterschrifts Datum]

Auftraggeber (Liegenschaftseigentümer)

________________

Signature

Liegenschaftsverwalterin (Beauftragte)

________________

Signature

Betreut von Vladislav Sergienko, Gründer·Vorlage zuletzt geändert: ·Fehler melden

Was ist Liegenschaftsverwaltungsvertrag Schweiz (OR Art. 394 ff.)?

Der Liegenschaftsverwaltungsvertrag ist ein in der Schweiz nach Obligationenrecht (OR) Art. 394 (Auftrag) geregeltes rechtsverbindliches schriftliches Dokument. Er regelt die Pflichten der Parteien, die Gegenleistung, die Laufzeit und die Rechte bei Pflichtverletzung.

Der Liegenschaftsverwaltungsvertrag nach OR Art. 394 ist ein Auftragsvertrag (nicht Arbeitsvertrag oder Werkvertrag): Die Verwalterin schuldet sorgfältiges Handeln (OR Art. 398 — Sorgfaltspflicht), nicht einen bestimmten Erfolg. Sie hat die Weisungen des Eigentümerschaft zu befolgen (OR Art. 397) und jährlich Rechenschaft abzulegen (OR Art. 400). Der Auftraggeber kann den Auftrag jederzeit kündigen (OR Art. 404), muss aber einen schaedlichen Zeitpunkt vermeiden.

In der Schweiz sind Liegenschaftsverwaltungen meist organisiert als GmbH oder AG und Mitglieder von Branchenorganisationen: SVIT (Schweizerischer Verband der Immobilienwirtschaft) mit über 3'000 Mitgliedsunternehmen, Hauseigentümerverband HEV Schweiz oder Immovista (ehemals USPI). SVIT-Mitglieder unterliegen dem SVIT-Standesrecht, das Mindestanforderungen an Qualifikation, Sorgfalt und Interessenkonflikte stellt. Bei StWE-Liegenschaften gelten zusätzlich die Sondernormen von ZGB Art. 712q-712s: Die StWE-Verwalterin (STWEG-Verwaltung) vertritt die Stockwerkeigentümergemeinschaft nach aussen, vollzieht Versammlungsbeschlüsse und führt den Erneuerungsfonds.

Das Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1, in Kraft 01.09.2023) verpflichtet Liegenschaftsverwaltungen als Datenverarbeiterinnen im Auftrag der Eigentümemerschaft. Mieterdaten, Abrechnungsdaten und Unterlagen müssen datenschutzkonform verarbeitet werden. Im Verwaltungsvertrag sollte eine Datenschutzklausel die Pflichten gemäss DSG Art. 9 (Auftragsbearbeitung) und DSGVO (für Liegenschaften in der EU-Reichweite) regeln.

forms-legal.com stellt diesen Liegenschaftsverwaltungsvertrag Schweiz als strukturierten Mustervertrag gemäss OR Art. 394 ff. bereit. Die genaue Ausgestaltung des Verwaltungsvertrags — Aufgabenumfang, Honorar, Kompetenzgrenzen — sollte dem konkreten Liegenschaftsportfolio und den Bedurfnissen des Eigentümerschaft angepasst werden.

Nach Schweizer Marktdaten des Bundesamts für Statistik (BFS) werden heute rund 60% aller Schweizer Mietliegenschaften professionell verwaltet; bei institutionellen Eigentümerschafte (Pensionskassen, Anlagefonds) nahezu 100%. Die Nachfrage nach professioneller Liegenschaftsverwaltung steigt mit zunehmenden Regulierungsanforderungen im Mietrecht (OR Art. 253 ff., VMWG SR 221.213.11), Umweltrecht (CO2-Gesetz, kantonale Energiegesetze) und Datenschutz (DSG SR 235.1). Qualifizierte Verwaltungen entlasten Eigentümerschafte von haftungsrechtlichen Risiken, insbesondere bei Mängelbeseitigung (OR Art. 259), Kündigungsschutz und Nebenkostenabrechnung (OR Art. 257b).

Der Liegenschaftsverwaltungsvertrag definiert auch das Reporting: Wann und in welcher Form liefert die Verwalterin Berichte? Standard: Monatsrapporte (Mietzahlungen, Leerstaende, offene Betreibungen), Quartalsberichte (Unterhaltsstand, Handwerkerkosten, Instandsetzung) und Jahresabrechnung (vollständige Liegenschaftsbuchhaltung, Nebenkosten, Steuernachweis). Eigentümerschafte mit mehreren Liegenschaften können im Verwaltungsvertrag ein konsolidiertes Portfolio-Reporting vereinbaren. Gemäss dem kantonalen Steuerrecht (ZH StG § 29; BE StG Art. 26) können Verwaltungshonorar und Unterhaltskosten als Liegenschaftskosten abgezogen werden — der Jahresabschluss der Verwalterin liefert die notwendigen Belege. Institutionelle Investorinnen (Pensionskassen nach BVV2 SR 831.441.1, Anlagefonds nach KAG SR 951.31) sind verpflichtet, Liegenschaften professionell zu verwalten.

Wann brauchen Sie Liegenschaftsverwaltungsvertrag Schweiz (OR Art. 394 ff.)?

Der Liegenschaftsverwaltungsvertrag in der Schweiz wird in zahlreichen Situationen benötigt, in denen professionelle Verwaltung übertragen werden soll.

Erste Situation: Erstvermietung eines Neubauprojekts. Projektentwickler und Bauträger beauftragen eine Liegenschaftsverwaltung mit der Erstvermietung und anschliessenden Bewirtschaftung neuer Mietliegenschaften. Der Verwaltungsvertrag regelt Aufgaben, Honorar und Kompetenz für die Erstvermietungsphase und den laufenden Betrieb.

Zweite Situation: Professionalisierung der Eigenverwaltung. Private Liegenschaftseigentümerinnen mit wachsendem Portfolio (ab 3-5 Mietobjekten) beauftragen eine professionelle Verwaltung, um den administrativen Aufwand auszulagern und Haftungsrisiken zu minimieren. SVIT-zertifizierte Verwaltungen bringen Fachkompetenz und Software (z.B. W&W RIMO, ImmoTop2, Abacus Immo) mit.

Dritte Situation: Erbschaft mit Mietobjekten. Erberinnen, die Liegenschaften aus dem Nachlass übernehmen und keine Erfahrung im Liegenschaftsmanagement haben, beauftragen eine Verwaltung mit der vollständigen Bewirtschaftung. Der Verwaltungsvertrag schützt vor Haftung für Fehler bei Mietrecht, Nebenkostenabrechnung oder Baurecht.

Vierte Situation: Stockwerkeigentumsgemeinschaft (StWE-Verwaltung). Jede grössere StWE-Gemeinschaft benötigt eine Verwalterin gemäss ZGB Art. 712q. Diese wird durch Beschluss der Stockwerkeigentümerversammlung bestellt. Der STWEG-Verwaltungsvertrag basiert auf OR Art. 394 ff. und ZGB Art. 712q-712s.

Fünfte Situation: Abwesenheit im Ausland oder längere Absenzen. Eigentümerinnen, die sich länger im Ausland aufhalten, beauftragen eine Verwalterin als Vollmachtnehmerin (OR Art. 32) mit der vollständigen Vertretung und Verwaltung ihrer Schweizer Liegenschaften.

Sechste Situation: Sanierungsprojekte. Bei umfangreichen Sanierungen (Fassade, Heizungsersatz, Lifteinbau) übernimmt die Verwalterin im Rahmen des Verwaltungsvertrags die Projektleitung und Koordination der Handwerker und Planer. Honorar für diese Sonderleistungen wird separat vereinbart.

Siebte Situation: Wechsel der Verwalterin. Wenn eine Eigentümerin mit der bisherigen Verwalterin unzufrieden ist oder der Verwaltungsvertrag ausläuft, wird ein neuer Liegenschaftsverwaltungsvertrag benötigt. Wichtig: Die Übergabe sämtlicher Unterlagen von der alten an die neue Verwalterin (Mietakten, Schlüssel, Kautionsdepots, Bankkonten) sollte im neuen Vertrag geregelt sein. SVIT empfiehlt einen Übergabe-Prozess von mindestens 30 Tagen.

Achte Situation: Gesetzesänderungen (z.B. neues DSG). Mit Inkrafttreten des revidierten Datenschutzgesetzes (DSG, 01.09.2023) müssen bestehende Verwaltungsvertraege angepasst werden, um DSG-konform zu sein. Verwaltungsvertraege ohne Datenschutzklausel sollten erneuert oder mit einem Zusatz (Addendum) ergänzt werden.

Was gehört in Ihr Liegenschaftsverwaltungsvertrag Schweiz (OR Art. 394 ff.)?

Ein vollständiger und wirksamer Liegenschaftsverwaltungsvertrag in der Schweiz gemäss OR Art. 394 ff. umfasst folgende Kernelemente.

Erstens Vollständige Parteienbezeichnung: Auftraggeber (Liegenschaftseigentümer oder STWEG-Gemeinschaft) und Beauftragte (Liegenschaftsverwalterin) mit vollständigen Personalien oder Firmenangaben, UID (CHE-XXX.XXX.XXX), Sitz und Zeichnungsberechtigung.

Zweitens Eindeutige Beschreibung des Verwaltungsobjekts: Adresse der verwalteten Liegenschaft, Grundbuchnummer, Art der Liegenschaft (Einfamilienhaus, Mehrfamilienhaus, StWE, Gewerbeliegenschaft), Anzahl Miet- oder Stockwerkeigentumseinheiten.

Drittens Aufgabenkatalog (kaufmännische Verwaltung): Mietzinsinkasso und Mahnwesen, Liegenschaftsbuchhaltung (Einnahmen-/Ausgabenrechnung), Nebenkostenabrechnung gemäss OR Art. 257b, Mietersuche und -auswahl (Bonitätsprüfung, Referenzenprüfung), Mietvertragsabschluss und -kündigung, Wohnungsabnahmen und -uebergaben, Kautionsverwaltung (gemäss OR Art. 257e), Verwaltung der Liegenschaftsversicherungen, Korrespondenz mit Mietenden und Behörden.

Viertens Aufgabenkatalog (technische Verwaltung): Koordination Unterhalt und Reparaturen bis Kompetenzgrenze, Beauftragung von Handwerkern (STWEG-Handwerkerliste oder Offertverfahren), Hauswartsleitung und -kontrolle, Wartungsvertraege (Lift, Heizung, Elektro), Jährliche Hausinspektion, Schadensmeldungen an Versicherungen.

Fünftens Honorarregelung: Verwaltungshonorar als Prozentsatz des jährlichen Brutto-Mietertrags (praxisüblich 3-6%) oder als Pauschale pro Einheit. Zusatzhonorare für Sonderleistungen (Mietersuche: 1 Monatsmiete; Renovationsbegleitung: Fr. 120-180 pro Stunde; Schadensbearbeitung). MwSt (Mehrwertsteuer) separat ausweisen.

Sechstens Kompetenzgrenzen: Bis zu welchem Betrag darf die Verwalterin ohne Ruecksprache Ausgaben veranlassen? Praxisueblich: Fr. 2'000-5'000 pro Einzelauftrag. Darüber: Einholung von Offerten und schriftliche Genehmigung des Eigentümerschaft.

Siebtens Vertragsdauer und Kündigungsrecht: Erstlaufzeit (praxisüblich 1-3 Jahre), danach automatische Erneuerung mit Kündigungsfrist (3-6 Monate per Jahresende). OR Art. 404: jederzeitige Kündigung zur Unzeit ist moglich, aber schadenersatzpflichtig.

Achtens Datenschutz und DSG-Compliance: Pflichten der Verwalterin gemäss DSG (Datenschutzgesetz, SR 235.1) und Auftragsbearbeitungsklausel (Art. 9 DSG). Verwalterin ist Datenbearbeiterin für personenbezogene Mieterdaten.

Neuntens Übergabe bei Vertragsende: Sämtliche Unterlagen (Mietakten, Schlüssel, Bankzugänge, Kautionen) ordnungsgemässe Übergabe an Eigentümerschaft oder neue Verwalterin innerhalb 30 Tagen nach Vertragsende (OR Art. 400). Zehnens Subbeauftragung und Interessenkonflikte: Darf die Verwalterin Aufgaben an Dritte (Subbeauftragte) delegieren? Regelung gemäss OR Art. 399. Interessenkonflikte (z.B. Verwalterin empfiehlt eigene Handwerkerunternehmen) müssen offengelegt werden (SVIT-Standesrecht). Eigentümerin behalt das Recht auf freie Handwerkerwahl.

Elftens Rechtswahl und Gerichtsstand: Anwendbares Recht (Schweizer Recht), Gerichtsstand am Sitz der Verwalterin oder am Belegenheitsort der Liegenschaft (kantonales ZPO).

Zwölftens Berichterstattung und Verwalterkonto: Die Verwalterin führt ein Verwaltungskonto (Treuhandkonto oder Sammelverwaltungskonto) und kann Einnahmen und Ausgaben des Eigentümerschaft zentral erfassen. Gemäss OR Art. 400 sind Treuhandgelder vom Eigenvermogen der Verwalterin zu trennen — dies muss im Verwaltungsvertrag ausdrucklich geregelt sein.

Dreizehnens Leerstandsmanagement und Mietersuche: Die Verwalterin ist verpflichtet, Leerstands aktiv zu minimieren. Der Verwaltungsvertrag sollte die Maximaldauer akzeptabler Leerstands (praxisüblich 30-60 Tage) und die Schritte der Mietersuche (online-Plattformen: Homegate, ImmoScout24, Comparis; SVIT-Netzwerk; lokale Ausschreibung) regeln. Bei Leerstand uber die vereinbarte Grenze hat die Eigentümerin Anspruch auf Bericht über Ursachen und Massnahmen. Praxistipp: Verlangen Sie im Verwaltungsvertrag einen monatlichen Leerstandsbericht per E-Mail mit Angabe der leerstehenden Einheiten, Dauer und ergriffenen Massnahmen. Professionelle SVIT-Verwaltungen nutzen automatisierte Systeme (ImmoTop2-Leerstandsmodul) für Echtzeit-Reporting. forms-legal.com bietet diesen strukturierten Muster-Liegenschaftsverwaltungsvertrag für Schweizer Liegenschaften nach OR Art. 394 als Ausgangspunkt für die Vertragsverhandlung mit einer SVIT-zertifizierten Verwaltung an.

So füllen Sie Ihr Liegenschaftsverwaltungsvertrag Schweiz (OR Art. 394 ff.) aus

Das Ausfüllen des Liegenschaftsverwaltungsvertrags in der Schweiz erfordert die Klärung aller wesentlichen Rahmenbedingungen vor der Vertragsunterzeichnung.

Schritt 1 — Verwaltungsgesellschaft auswahlen: Prüfen Sie SVIT-Mitgliedschaft, Erfahrung mit dem Liegenschaftstyp (Wohn-, Gewerbe-, StWE-Verwaltung), Referenzen und Softwareausstattung (W&W RIMO, ImmoTop2, AbacusImmo). Holen Sie Offerten von 2-3 Verwaltungen ein und vergleichen Sie Honorar und Leistungsumfang.

Schritt 2 — Liegenschaft beschreiben: Geben Sie vollständige Angaben zur Liegenschaft: Adresse, Grundbuchnummer, Art, Anzahl Einheiten, Baujahr, Gebäudezustand, aktuelle Mietvertragssituation und besondere Gegebenheiten (denkmalgeschützte Bausubstanz, Altlasten etc.).

Schritt 3 — Aufgabenumfang definieren: Legen Sie fest, welche Aufgaben die Verwalterin übernimmt (Vollverwaltung oder Teilverwaltung) und welche Sie als Eigentümerin selbst behalten. Klären Sie Schnittstellen: Wer kündigt Mieter, wer unterschreibt Mietverträge, wer entscheidet über Investitionen?

Schritt 4 — Honorar verhandeln: Verhandeln Sie das Honorar auf Basis des zu erwartenden jährlichen Mietertrags. Vergleichen Sie Stundensätze für Sonderleistungen mit Marktpreisen. Klären Sie, was im Basishonorar inbegriffen ist und was separat verrechnet wird.

Schritt 5 — Kompetenzgrenzen festlegen: Einigen Sie sich auf klare Grenzen, bis zu welchem Betrag die Verwalterin selbständig Ausgaben veranlassen darf. Zu hohe Grenzen erhöhen das Risiko; zu tiefe Grenzen erheben den Verwaltungsaufwand.

Schritt 6 — Vertragsentwurf prüfen: Lassen Sie den Vertragsentwurf von einem Immobilienrechtsanwalt oder einem SVIT-Berater prüfen, insbesondere Haftungsklauseln, Kündigungsfristen und Datenschutzbestimmungen.

Schritt 7 — Unterzeichnung und Übergabe: Unterzeichnen Sie den Vertrag in zweifacher Ausfertigung. Uebergeben Sie der Verwalterin alle notwendigen Unterlagen: Schlussel, Mietakten, Grundbuchauszug, Versicherungspolicen, Wartungsvertrage und Bankzugänge für das Verwaltungskonto.

Schritt 8 — Vertragsmonitoring und jährliche Kontrolle: Prüfen Sie jährlich, ob die Verwalterin ihre Pflichten erfüllt. Verlangen Sie die vollständige Jahresabrechnung gemäss OR Art. 400, prüfen Sie Kontoauszuge des Verwaltungskontos und vergleichen Sie den erzielten Mietertrag mit dem Marktmietniveau. SVIT-Mitglieder sind zur kontinuierlichen Weiterbildung und zur jährlichen Rechenschaftslegung verpflichtet. Halten Sie regelmässig (mindestens einmal jährlich) ein persönliches Gespräch mit der Verwalterin und besichtigen Sie die verwaltete Liegenschaft.

Schritt 9 — Digitale Verwaltungstools nutzen: Moderne Liegenschaftsverwaltungen bieten Eigentümer-Portale (z.B. via ImmoTop2, W&W RIMO) mit Online-Zugang zu Abrechnungen, Mietdaten und Wartungshistorie. Stellen Sie sicher, dass Sie Zugangsdaten zu diesen Systemen haben und bei Vertragsende behalten.

Schritt 10 — Versicherungsschutz koordinieren: Stellen Sie sicher, dass die Gebäudeversicherung (GVZ Zürich, GVB Bern, AGV Aargau) auf den aktuellen Versicherungswert angepasst ist und dass die Hausratversicherung der Mieter klar von der Gebäude-Sachversicherung der Liegenschaft getrennt ist. Die Verwalterin meldet Versicherungsschaeden und koordiniert die Schadensabwicklung mit der Versicherung.

Häufige Fehler bei Ihrem Liegenschaftsverwaltungsvertrag Schweiz (OR Art. 394 ff.)

Bei der Ausgestaltung und Durchführung von Liegenschaftsverwaltungsvertraegen in der Schweiz treten folgende typische Fehler auf.

Fehler 1 — Aufgabenumfang zu vage formuliert. Fehlt eine klare Liste der Verwaltungsaufgaben, entstehen Streitigkeiten über den Leistungsinhalt. Beispiel: Ist die Begleitung eines Mieterstreitigkeitsverfahrens im Basishonorar enthalten oder zusätzlich verrechenbar?

Fehler 2 — Kompetenzgrenzen zu hoch oder fehlen. Ohne Kompetenzgrenze kann die Verwalterin beliebig hohe Ausgaben ohne Genehmigung veranlassen. Zu hohe Grenzen erhöhen das Schadenersatzrisiko; zu tiefe Grenzen bremsen die Verwaltungseffizienz.

Fehler 3 — Keine Regelung des Verwalterwechsels. Was passiert bei Kündigung des Verwaltungsvertrags? Ohne explizite Übergabeklausel können Schlussel, Mietakten und Bankzugänge im Streit steckenbleiben. Stets eine 30-Tages-Übergabefrist mit vollständiger Dokumentation vereinbaren.

Fehler 4 — DSG-Datenschutz vergessen. Seit 01.09.2023 ist das revidierte DSG in Kraft. Verwaltungsvertraege ohne Datenschutzklausel (Auftragsbearbeitungsklausel nach DSG Art. 9) entsprechen nicht mehr den gesetzlichen Anforderungen.

Fehler 5 — StWE-Spezialrecht nicht beachtet. Bei StWE-Verwaltungsvertraegen fehlen oft Regelungen zu ZGB Art. 712q-712s (Erneuerungsfonds, Versammlungseinberufung, Vertretung der STWEG). STWEG-Verwaltungsvertrage erfordern mehr als ein Standard-Mitverwaltungsvertrag.

Fehler 6 — Honorar ohne MwSt-Angabe. Wenn unklar ist, ob das Honorar inkl. oder exkl. MwSt gilt, entstehen Abrechnungsstreitigkeiten. Stets explizit angeben: z.B. Fr. 4'800/Jahr exkl. MwSt (8.1%).

Fehler 7 — Keine Haftungsregelung. Ohne Haftungsklausel haftet die Verwalterin unbeschränkt für Schaden infolge Verletzung ihrer Sorgfaltspflicht (OR Art. 398). Eine Haftungslimitierung auf das versicherte Risiko (Berufshaftpflichtversicherung der Verwalterin) ist empfehlenswert.

Fehler 8 — Kein Bankzugangsprotokoll bei Übergabe. Bei Verwalterwechsel bleiben häufig Kontovollmachten der bisherigen Verwalterin aktiv. Stets alle Kontovollmachten bei der Bank sofort nach Vertragsende widerrufen und neue Vollmachten für die neue Verwalterin einrichten.

Quellen und Zitate

Gesetzliche Zitate verlinken auf offizielle Regierungsquellen.

  1. OR Art. 394CH official
  2. OR Art. 398CH official
  3. OR Art. 397CH official
  4. OR Art. 400CH official
  5. OR Art. 404CH official
  6. OR Art. 253CH official
  7. OR Art. 259CH official
  8. OR Art. 257bCH official
  9. OR Art. 32CH official
  10. OR Art. 257eCH official
  11. OR Art. 399CH official
  12. OR Art. 101CH official
  13. OR Art. 21CH official
  14. ZGB Art. 712qCH official

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Forms Legal. (2026). Liegenschaftsverwaltungsvertrag Schweiz (OR Art. 394 ff.) (Schweiz) [Legal document template]. Forms Legal. https://forms-legal.com/de/switzerland/real-estate/purchase-sale/liegenschaftsverwaltungsvertrag-schweiz

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"Liegenschaftsverwaltungsvertrag Schweiz (OR Art. 394 ff.) (Schweiz)." Forms Legal, 2026, https://forms-legal.com/de/switzerland/real-estate/purchase-sale/liegenschaftsverwaltungsvertrag-schweiz.

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Gesetzesreferenzierte Vorlage — Vorlage zuletzt geändert Juni 2026

Diese Vorlage dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gesetze sind je nach Rechtsordnung unterschiedlich und ändern sich im Laufe der Zeit. Konsultieren Sie für Ihren konkreten Fall einen qualifizierten Rechtsanwalt.Vollständiger Haftungsausschluss

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