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Fristlose Entlassung Schweiz (OR Art. 337)

Fristlose Entlassung Schweiz (OR Art. 337)

Absender

[Arbeitgeber Firma] [Arbeitgeber Adresse]

Per Einschreiben [Arbeitnehmer Name] [Arbeitnehmer Adresse]

[Ort Datum]

Betreff

FRISTLOSE ENTLASSUNG GEMAESS OR ART. 337

Betreff: Sofortige Auflösung Ihres Arbeitsvertrages

Anrede

Sehr geehrte/r [Arbeitnehmer Name],

Fristlose Kündigungserklärung

Hiermit kündigen wir das mit Ihnen seit dem [Anstellungsdatum] bestehende Arbeitsverhältnis als [Funktion] aus wichtigen Gründen gestützt auf Art. 337 des Schweizerischen Obligationenrechts (OR) mit sofortiger Wirkung per heute, [Kuendigungsdatum].

Begründung

Wichtiger Grund nach OR Art. 337

Der wichtige Grund liegt in: [Wichtiger Grund Art].

Konkret: [Begruendung Detailliert]

Die Vorfälle wurden uns am [Vorfall Datum] bekannt; vorgängige Verwarnung erfolgte: [Vorausgegangenen Verwarnung]. Die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses ist uns nach Treu und Glauben nicht mehr zumutbar (OR Art. 337 Abs. 2).

Sofortige Wirkung

Sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses

Das Arbeitsverhältnis endet per heute, [Kuendigungsdatum], ohne Einhaltung einer Kündigungsfrist. Lohnzahlung erfolgt pro rata bis zum heutigen Tag. Allfällige Ferienrestguthaben werden nach OR Art. 329d Abs. 2 in Geld ausbezahlt.

Wir fordern Sie auf, sämtliche Arbeitsmittel, Schlüssel, Zugangskarten, Firmenwagen, Mobiltelefone und Daten unverzüglich abzugeben. Der Zutritt zu den Geschäftsräumen wird mit sofortiger Wirkung untersagt.

Rechtsfolgen und Anfechtungsmöglichkeit

Rechtsfolgen und Anfechtung

Nach Bundesgerichts-Rechtsprechung (BGE 138 I 113) muss die fristlose Kündigung umgehend, d.h. innerhalb weniger Arbeitstage nach Kenntnisnahme des wichtigen Grundes, erfolgen — andernfalls ist das Recht zur fristlosen Kündigung verwirkt.

Bei ungerechtfertigter fristloser Kündigung schulden wir Ihnen gemäss OR Art. 337c Abs. 1 den Lohn für die ordentliche Kündigungsfrist sowie eine Entschädigung von bis zu 6 Monatslöhnen (OR Art. 337c Abs. 3). Sollten Sie die Berechtigung der fristlosen Kündigung anfechten wollen, ist Klage innerhalb von 3 Jahren nach Beendigung des Arbeitsverhältnisses beim zuständigen Arbeitsgericht möglich (Art. 128 Abs. 1 OR).

Schlussabrechnung

Schlussabrechnung und Arbeitszeugnis

Die Schlussabrechnung folgt zeitnah und umfasst Lohn pro rata bis [Kuendigungsdatum], Ferienrestguthaben in Geld nach OR Art. 329d Abs. 2 sowie allfällige Bonus- und Provisionsanspruche. Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis nach OR Art. 330a wird auf Verlangen ausgestellt.

Abschluss

Wir bedauern, diese Massnahme ergreifen zu müssen, sehen jedoch keine andere Möglichkeit angesichts der dargelegten Umstände. [Arbeitgeber Firma] [Ansprechperson]

Arbeitgeber

________________

Signature

Betreut von Vladislav Sergienko, Gründer·Vorlage zuletzt geändert: ·Fehler melden

Was ist Fristlose Entlassung Schweiz (OR Art. 337)?

Die Fristlose Entlassung ist ein in der Schweiz nach OR Art. 337 (Fristlose Kündigung aus wichtigem Grund) geregeltes rechtsverbindliches schriftliches Dokument. Die fristlose Entlassung Schweiz setzt einen wichtigen Grund im Sinne von OR Art. 337 Abs. 2 voraus. Wichtige Gründe sind solche Umstände, die nach den Grundsätzen von Treu und Glauben dem Kündigenden die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum nächsten ordentlichen Kündigungstermin nicht mehr zumutbar erscheinen lassen. Die Bundesgerichtspraxis hat diese Generalklausel in zahlreichen Urteilen konkretisiert: BGE 130 III 28 (Diebstahl auch geringer Werte), BGE 138 III 67 (Konkurrenztätigkeit während Anstellung), BGE 4A_419/2018 (beharrliche Arbeitsverweigerung trotz Verwarnung), BGE 142 III 579 (sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz), BGE 4A_82/2020 (Beleidigung durch elektronische Kommunikation).

Die fristlose Entlassung Schweiz unterliegt einer strengen zeitlichen Anforderung: Sie muss umgehend nach Kenntnisnahme des wichtigen Grundes erklärt werden — nach Bundesgerichtspraxis (BGE 138 I 113, BGE 4A_558/2008) innerhalb von 2 bis 3 Arbeitstagen. Wartet der Arbeitgeber länger, wird vermutet, dass die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses doch zumutbar ist, und das Recht zur fristlosen Kündigung verwirkt. Eine Ausnahme gilt nur für notwendige Sachverhaltsabklärungen, etwa interne Untersuchungen bei Verdacht auf Veruntreuung — diese können den Zeitrahmen geringfügig verlängern.

Die fristlose Entlassung Schweiz ist sofort wirksam, sobald sie dem Arbeitnehmer zugeht. Das Arbeitsverhältnis endet noch am Tag des Zugangs der Kündigungserklärung. Sperrfristen nach OR Art. 336c (Krankheit, Schwangerschaft, Militärdienst) gelten bei der fristlosen Entlassung nach OR Art. 337 grundsätzlich nicht — das Bundesgericht hat in BGE 132 III 257 jedoch klargestellt, dass eine Kündigung in Sperrzeiten besonders sorgfältig zu prüfen ist und ein wichtiger Grund vorliegen muss, der den Schutz der Sperrfrist überwiegt. Die Schriftform ist gesetzlich nicht zwingend, jedoch aus Beweisgründen und nach vielen Gesamtarbeitsverträgen (GAV) erforderlich.

Der Arbeitnehmer hat bei ungerechtfertigter fristloser Entlassung weitreichende Anspruche nach OR Art. 337c. Erstens: Lohnnachforderung in Höhe dessen, was er bei Einhaltung der ordentlichen Kündigungsfrist verdient hätte (Art. 337c Abs. 1) — abzüglich allfällig anderweitig erworbenen Erwerbseinkommens. Zweitens: Strafentschaedigung nach Art. 337c Abs. 3 von bis zu sechs Monatslöhnen. Bei gerechtfertigter fristloser Entlassung kann der Arbeitgeber umgekehrt nach OR Art. 337b Schadenersatz vom Arbeitnehmer verlangen, etwa für Mehrkosten der Personalbeschaffung oder Schäden durch die schadensbegründenden Handlungen. Forms-legal.com bietet eine Mustervorlage, die eine sorgfältige Begründung des wichtigen Grundes ermöglicht — entscheidend für die spätere gerichtliche Prüfung.

Wann brauchen Sie Fristlose Entlassung Schweiz (OR Art. 337)?

Die fristlose Entlassung Schweiz wird in eng umgrenzten und schwerwiegenden Situationen benötigt, in denen ein Schweizer Arbeitgeber das Arbeitsverhältnis mit sofortiger Wirkung beenden muss, weil ein vertrauensvolles Weiterarbeiten objektiv nicht mehr möglich ist. Die Bundesgerichts-Rechtsprechung hat eine reichhaltige Kasuistik wichtiger Gründe entwickelt.

Erste typische Situation — Diebstahl oder Veruntreuung am Arbeitsplatz: Wenn ein Arbeitnehmer Bargeld, Waren, Geschaeftsausstattung oder Daten des Arbeitgebers entwendet, ist nach BGE 130 III 28 ein wichtiger Grund auch bei geringen Wertgrenzen gegeben (Bagatellgrenze nicht massgebend). Beispiele: Entwendung von Bürobedarf, Selbstbedienung an der Kassa im Detailhandel, Mitnahme von Werkzeugen aus dem Betrieb. Eine vorherige Verwarnung ist bei Diebstahl nicht erforderlich, da das Vertrauensverhältnis durch die Tat selbst zerstoert wird.

Zweite Situation — Geheimnisverrat und Datenschutzverletzungen: Die Weitergabe von Geschäftsgeheimnissen, Kundendaten oder strategischen Informationen an Dritte oder Konkurrenten verletzt die Treuepflicht nach OR Art. 321a Abs. 4 schwerwiegend. Bundesgericht-Urteile wie BGE 4A_31/2010 bestätigen, dass solche Verletzungen einen wichtigen Grund nach OR Art. 337 darstellen. Im Bankenbereich gilt zusätzlich Art. 47 Bankengesetz (BankG) zum Bankgeheimnis; dessen Verletzung kann zur strafrechtlichen Verfolgung führen.

Dritte Situation — Konkurrenztätigkeit während Anstellung: Wenn ein Arbeitnehmer während der laufenden Anstellung für einen Konkurrenten tätig wird oder ein eigenes konkurrenzierendes Unternehmen aufbaut, verletzt er die Treuepflicht nach OR Art. 321a Abs. 3. BGE 138 III 67 hat die fristlose Entlassung in solchen Fällen als gerechtfertigt anerkannt — auch ohne vorhergehende Verwarnung, da das Vertrauensverhältnis grundsätzlich zerstoert ist.

Vierte Situation — Beharrliche Arbeitsverweigerung trotz Verwarnung: Wenn ein Arbeitnehmer wiederholt und beharrlich seine vertraglich geschuldeten Aufgaben nicht erfüllt — etwa durch Verweigerung von Anweisungen, Nichteinhaltung der Arbeitszeit oder demonstratives Untaetigkeit — kann nach erfolgter schriftlicher Verwarnung die fristlose Entlassung gerechtfertigt sein (BGE 4A_419/2018). Bei reinen Leistungsmängeln ohne Beharrlichkeit kommt jedoch nur die ordentliche Kündigung in Betracht.

Fünfte Situation — Alkohol- oder Drogenkonsum am Arbeitsplatz: Bei sicherheitsrelevanten Tätigkeiten (Maschinenbedienung, Verkehrsbetrieb, medizinische Behandlung) kann der Konsum von Alkohol oder Drogen am Arbeitsplatz einen wichtigen Grund darstellen — auch ohne vorhergehende Verwarnung, da unmittelbare Gefahr für Mitarbeiter und Dritte besteht. SUVA-Statistiken zeigen, dass Alkohol- und Drogenkonsum eine bedeutende Ursache von Arbeitsunfaellen darstellt.

Sechste Situation — Gewalt, Drohung oder schwere Beleidigung gegen Vorgesetzte oder Kollegen: Körperliche Übergriffe, ernsthafte Drohungen oder schwere persönliche Beleidigungen am Arbeitsplatz rechtfertigen die fristlose Entlassung. BGE 142 III 579 bestätigt dies bei sexueller Belästigung; BGE 4A_82/2020 bei beleidigenden E-Mails an Vorgesetzte. Auch die Diskriminierung von Kollegen aufgrund Geschlecht, Ethnie, sexueller Orientierung oder Religion kann eine fristlose Entlassung begründen, sofern die Verstösse schwer wiegen.

Siebte Situation — Vorgetäuschte Krankheit (Arbeitsunfähigkeit): Wenn ein Arbeitnehmer eine Arbeitsunfähigkeit vortäuscht, die nachweislich nicht besteht — etwa um während angeblicher Krankheit Ferien anzutreten oder für einen anderen Arbeitgeber tätig zu sein — kann ein wichtiger Grund nach OR Art. 337 gegeben sein. BGE 4A_31/2009 bestätigte die fristlose Entlassung bei nachgewiesener vorgetäuschter Krankheit.

Was gehört in Ihr Fristlose Entlassung Schweiz (OR Art. 337)?

Die fristlose Entlassung Schweiz muss bestimmte zentrale Elemente erfüllen, damit sie vor dem Arbeitsgericht oder Bundesgericht Bestand hat. Eine fehlerhaft begründete oder verspätet ausgesprochene fristlose Entlassung gilt als ungerechtfertigt mit den schwerwiegenden Folgen nach OR Art. 337c.

Vorliegen eines wichtigen Grundes nach OR Art. 337 Abs. 2: Der wichtige Grund muss objektiv geeignet sein, das Vertrauensverhältnis zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu zerstoeren. Die fristlose Entlassung Schweiz ist nur dann gerechtfertigt, wenn die Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses bis zum nächsten ordentlichen Kündigungstermin nach Treu und Glauben unzumutbar ist. Massstab: objektive Sicht eines neutralen Beobachters, nicht subjektive Empfindung des Arbeitgebers. Das Bundesgericht hat in BGE 137 III 303 festgehalten, dass bei der Prüfung der Verhältnismässigkeit alle Umstände des Einzelfalles abzuwägen sind.

Umgehende Erklärung nach Kenntnisnahme: Die fristlose Entlassung Schweiz muss nach Bundesgerichtspraxis (BGE 138 I 113, BGE 4A_558/2008) innerhalb von 2 bis 3 Arbeitstagen nach Kenntnisnahme des wichtigen Grundes erklärt werden. Bei längerer Untaetigkeit verwirkt das Recht zur fristlosen Kündigung. Zulässige Verzögerungen sind nur für notwendige Sachverhaltsabklärungen, etwa eine interne Untersuchung mit Anhörung des Beschuldigten — solche Untersuchungen sollten 1 bis 2 Wochen nicht überschreiten.

Klare und detaillierte Begründung: Die fristlose Entlassung Schweiz muss den wichtigen Grund nach OR Art. 337 Abs. 2 konkret und nachvollziehbar darlegen. Der Arbeitgeber muss im späteren Streitfall vor dem Arbeitsgericht den wichtigen Grund beweisen können — pauschale Formulierungen wie wegen schwerwiegender Pflichtverletzung genügen nicht. Notwendige Angaben: Datum, Uhrzeit, beteiligte Personen, Zeugen, dokumentierte Beweise (E-Mails, Videoaufzeichnungen, Zeugenaussagen).

Vorgängige Verwarnung bei verhaltensbedingten Gründen: Bei Verstössen, die nicht das Vertrauensverhältnis grundsätzlich zerstoeren (Diebstahl, Gewalt, Geheimnisverrat sind Ausnahmen), ist nach BGE 4A_419/2018 in der Regel eine vorhergehende schriftliche Verwarnung erforderlich. Die Verwarnung muss konkret den beanstandeten Verstoss benennen, eine Frist zur Verbesserung setzen und die Konsequenz weiterer Verstösse — nämlich die fristlose Entlassung — androhen.

Sofortige Wirkung und Lohnabrechnung: Die fristlose Entlassung Schweiz führt zur sofortigen Beendigung des Arbeitsverhältnisses am Tag des Zugangs der Kündigungserklärung. Lohnzahlung erfolgt pro rata bis zum letzten Tag der Anstellung. Allfällige Ferienrestguthaben sind nach OR Art. 329d Abs. 2 in Geld auszubezahlen. Boni und Provisionen werden nach den vertraglichen Regelungen pro rata berechnet.

Rückgabe von Arbeitsmitteln und Zugangsrechten: Mit der fristlosen Entlassung sind alle Arbeitsmittel — Schlüssel, Zugangskarten, Firmenwagen, Mobiltelefon, Laptop, Daten — sofort an den Arbeitgeber zurückzugeben. Der Zugang zu den Geschäftsräumen und IT-Systemen wird unmittelbar gesperrt. Bei Weigerung der Rückgabe kann der Arbeitgeber Klage auf Herausgabe nach Art. 641 ZGB erheben.

Qualifiziertes Arbeitszeugnis nach OR Art. 330a: Auch nach fristloser Entlassung hat der Arbeitnehmer Anspruch auf ein qualifiziertes Arbeitszeugnis. Das Arbeitszeugnis muss die Grundsätze Wahrheit, Vollständigkeit und Wohlwollens berücksichtigen (BGE 129 III 177). Die Erwähnung der fristlosen Entlassung im Arbeitszeugnis ist zulässig, jedoch ohne Wertung des Verhaltens (Sachlichkeitsgrundsatz).

Hinweis auf Anfechtungsmöglichkeit: Forms-legal.com empfiehlt einen Hinweis auf das Recht zur Anfechtung der fristlosen Entlassung nach OR Art. 337c. Bei ungerechtfertigter fristloser Entlassung kann der Arbeitnehmer innerhalb von 3 Jahren (Verjährungsfrist nach OR Art. 128) Klage beim zuständigen Arbeitsgericht oder Bezirksgericht erheben.

So füllen Sie Ihr Fristlose Entlassung Schweiz (OR Art. 337) aus

Das korrekte Ausfüllen der fristlosen Entlassung Schweiz erfordert höchste Sorgfalt — ein Fehler im Verfahren kann die ohnehin riskante Massnahme zu einer ungerechtfertigten Kündigung mit Schadenersatzpflicht werden lassen. Forms-legal.com empfiehlt vor jeder fristlosen Entlassung Ruecksprache mit einem Arbeitsrechtsanwalt.

Schritt 1 — Sachverhaltsklärung und Dokumentation: Vor der fristlosen Entlassung muss der Arbeitgeber den Sachverhalt vollständig klären. Bei Verdacht auf Diebstahl: Prüfung von Videoaufzeichnungen, Befragung von Zeugen, schriftliche Dokumentation der Beweise. Bei Konkurrenztätigkeit: Recherche im Handelsregister, Prüfung von Firmenwebseiten, Sicherung von Beweismitteln. Bei beharrlicher Arbeitsverweigerung: Vorlage der bisherigen Verwarnungen, Dokumentation der konkreten Verstösse.

Schritt 2 — Anhörung des Arbeitnehmers: Vor der fristlosen Entlassung sollte der Arbeitnehmer mit den Vorwürfen konfrontiert und zur Stellungnahme aufgefordert werden — sofern dies ohne Gefährdung der Untersuchung möglich ist. Eine Anhörung ist nicht zwingend, jedoch nach Bundesgerichtspraxis ein Indiz für eine sorgfältige Prüfung. Die Anhörung kann am selben Tag der späteren Kündigung stattfinden.

Schritt 3 — Prüfung der Verhältnismässigkeit: Die fristlose Entlassung Schweiz ist das schärfste Mittel und unterliegt der Verhältnismässigkeitsprüfung. Prüfung: Wäre eine ordentliche Kündigung milder und ausreichend? Wäre eine Versetzung an einen anderen Arbeitsplatz möglich? Bei beharrlicher Arbeitsverweigerung: Wurde eine Verwarnung mit Frist zur Verbesserung ausgesprochen? Bei einmaligem Vorfall: Überwiegt das Interesse des Arbeitgebers an sofortiger Beendigung das Interesse des Arbeitnehmers an Fortsetzung?

Schritt 4 — Verfassen der Kündigungserklärung: Die fristlose Entlassung muss klar und unmissverständlich erklärt werden. Korrekte Formulierung: hiermit kündigen wir das mit Ihnen seit dem [Datum] bestehende Arbeitsverhältnis aus wichtigen Gründen gestützt auf Art. 337 OR mit sofortiger Wirkung per heute, [Datum]. Die Begründung muss konkret den wichtigen Grund nennen — pauschale Formulierungen sind unzureichend.

Schritt 5 — Detaillierte Begründung mit Beweismitteln: Die Begründung sollte den wichtigen Grund nach OR Art. 337 Abs. 2 konkret und nachvollziehbar darlegen — Datum, Uhrzeit, Ort des Vorfalls, beteiligte Personen, Zeugen, Beweismittel. Bei mehreren wichtigen Gründen alle einzeln aufführen. Bei verhaltensbedingten Gründen Verweis auf vorhergehende Verwarnungen.

Schritt 6 — Hinweis auf sofortige Wirkung und Konsequenzen: Die Kündigung muss die sofortige Beendigung des Arbeitsverhältnisses klar zum Ausdruck bringen. Aufforderung zur sofortigen Rückgabe aller Arbeitsmittel — Schlüssel, Zugangskarten, Firmenwagen, Mobiltelefon, Laptop, Daten. Sperrung des Zugangs zu Geschäftsräumen und IT-Systemen mit sofortiger Wirkung.

Schritt 7 — Versand und Zustellung: Die fristlose Entlassung muss dem Arbeitnehmer umgehend zugestellt werden. Bevorzugte Zustellung: persönliche Übergabe gegen schriftliche Empfangsbestätigung am Arbeitsplatz, in Anwesenheit eines Zeugen. Alternativ: Versand per Eilbrief mit Rückschein oder per Gerichtsvollzieher. Eine E-Mail-Kündigung ist rechtlich möglich, jedoch beweisbedingt riskant — der Zugang muss zwingend nachgewiesen werden können.

Schritt 8 — Schlussabrechnung und Folgemassnahmen: Erstellung der Schlussabrechnung mit Lohn pro rata bis zum Kündigungsdatum, Auszahlung des Ferienrestguthabens nach OR Art. 329d Abs. 2, Berechnung allfälliger Bonus- und Provisionsanspruche pro rata. Meldung an die Pensionskasse zur Berechnung der Freizügigkeitsleistung nach BVG Art. 5. Vorbereitung des qualifizierten Arbeitszeugnisses nach OR Art. 330a — sachlich, wahrheitsgemäss und unter Berücksichtigung der drei Grundprinzipien Wahrheit, Vollständigkeit, Wohlwollen.

Häufige Fehler bei Ihrem Fristlose Entlassung Schweiz (OR Art. 337)

Die fristlose Entlassung Schweiz birgt zahlreiche Fehlerquellen, die im Streitfall vor dem Arbeitsgericht zu kostspieligen Schadenersatzpflichten führen können. Vermeidung dieser Fehler durch sorgfältige Vorbereitung und idealerweise Beratung durch einen Arbeitsrechtsanwalt schützt den Arbeitgeber.

Fehler 1 — Verspätete Erklärung der Kündigung: Der häufigste Fehler bei der fristlosen Entlassung Schweiz ist die zeitlich verspätete Erklärung. Wartet der Arbeitgeber länger als 2 bis 3 Arbeitstage nach Kenntnisnahme des wichtigen Grundes (BGE 138 I 113), gilt das Recht zur fristlosen Kündigung als verwirkt. Praktischer Tipp: Sofortige interne Beratung und Erklärung am gleichen Tag oder am Folgetag der Kenntnisnahme. Bei notwendigen Sachverhaltsabklärungen Dokumentation des zeitlichen Ablaufs zur Rechtfertigung der Verzögerung.

Fehler 2 — Pauschale Begründung ohne konkrete Tatsachen: Eine Begründung wie wegen schwerwiegender Pflichtverletzung oder wegen Störung des Arbeitsfriedens ist unzureichend und vor Gericht nicht haltbar. Korrekte Vorgehensweise: konkrete Tatsachen mit Datum, Uhrzeit, Ort, beteiligten Personen und Zeugen. Beispiel: Am 12.05.2026 um 14:30 Uhr wurde in Anwesenheit von Frau Schmidt und Herrn Mueller festgestellt, dass Sie aus der Kasse CHF 200 entwendet haben.

Fehler 3 — Fehlende Verwarnung bei verhaltensbedingten Gründen: Bei beharrlicher Arbeitsverweigerung, ungenügender Leistung oder anderen verhaltensbedingten Gründen ist nach BGE 4A_419/2018 in der Regel eine vorherige schriftliche Verwarnung erforderlich. Ohne Verwarnung wird die fristlose Entlassung von Gerichten häufig als ungerechtfertigt qualifiziert mit den Folgen nach OR Art. 337c — Lohnnachzahlung und Entschädigung von bis zu 6 Monatslöhnen.

Fehler 4 — Verwechslung mit ordentlicher Kündigung: Wenn der Arbeitgeber die fristlose Entlassung mit einer Kündigungsfrist verbindet (etwa Beendigung in 4 Wochen), liegt rechtlich eine ordentliche Kündigung vor, kein wichtiger Grund nach OR Art. 337. Korrekte Formulierung: das Arbeitsverhältnis endet mit sofortiger Wirkung per heute. Eine fristlose Entlassung mit Frist gibt es nicht — entweder umgehende Beendigung oder ordentliche Kündigung mit Frist.

Fehler 5 — Falsche Adressierung oder fehlender Zugangsnachweis: Eine an die Geschäftsadresse anstatt an die Privatadresse versandte fristlose Entlassung kann den Arbeitnehmer erst spät erreichen — möglicherweise nach Verwirkung. Korrekte Vorgehensweise: persönliche Übergabe gegen schriftliche Empfangsbestätigung am Arbeitsplatz, alternativ Versand per Einschreiben mit Rückschein an die Privatadresse oder Versand durch Gerichtsvollzieher (Betreibungsamt).

Fehler 6 — Fehlerhafte Schlussabrechnung mit Lohnvorbehalten: Auch bei gerechtfertigter fristloser Entlassung muss der Arbeitgeber den Lohn pro rata bis zum letzten Tag bezahlen, das Ferienrestguthaben in Geld auszahlen (OR Art. 329d Abs. 2) und Bonus- und Provisionsanspruche pro rata berechnen. Lohnvorbehalte zur Verrechnung mit angeblichen Schadenersatzanspruchen sind nur unter strengen Voraussetzungen nach OR Art. 323b Abs. 2 zulässig — die Verrechnung mit umstrittenen Anspruchen ist regelmässig unzulässig und kann den Arbeitnehmer berechtigen, beim Bezirksgericht den vollen Lohn einzuklagen.

Quellen und Zitate

Gesetzliche Zitate verlinken auf offizielle Regierungsquellen.

  1. OR Art. 337CH official
  2. OR Art. 336cCH official
  3. OR Art. 337cCH official
  4. OR Art. 337bCH official
  5. OR Art. 321aCH official
  6. OR Art. 329dCH official
  7. OR Art. 330aCH official
  8. OR Art. 128CH official
  9. OR Art. 323bCH official
  10. Art. 337 ORCH official
  11. Art. 641 ZGBCH official

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Gesetzesreferenzierte Vorlage — Vorlage zuletzt geändert Juni 2026

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