Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung Deutschland
EntgFG §5 | EFZG §5 | BGB §611a | eAU ab 01.01.2023
Krankmeldung und AU-Einreichung
KRANKMELDUNG UND EINREICHUNG ARBEITSUNFÄHIGKEITSBESCHEINIGUNG
Gemäß §5 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) und §611a BGB
1. Arbeitnehmerdaten
1. ARBEITNEHMERDATEN
Name: [Arbeitnehmer Name]
Personalnummer: [Personalnummer]
Abteilung: [Abteilung]
Direkter Vorgesetzter: [Vorgesetzter Name]
Beginn des Arbeitsverhältnisses: [Beschaeftigungs Beginn]
2. Anzeige der Arbeitsunfähigkeit (§5 Abs. 1 EntgFG)
2. ANZEIGE DER ARBEITSUNFÄHIGKEIT (§5 Abs. 1 EntgFG)
Erster Krankheitstag: [Krankheits Beginn]
Datum und Uhrzeit der Meldung: [Meldungs Datum]
Meldung erfolgte an: [Meldungs Empfaenger]
Kommunikationskanal: [Meldungs Kanal]
Voraussichtliche Dauer der Arbeitsunfähigkeit: [Voraussichtliches Dauer]
Der Arbeitnehmer bestätigt die unverzügliche Erfüllung der Anzeigepflicht nach §5 Abs. 1 Satz 1 EntgFG. Eine Mitteilung der Diagnose erfolgt nicht; die Schweigepflicht nach §213 SGB V bleibt gewahrt.
3. Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung
3. ARBEITSUNFÄHIGKEITSBESCHEINIGUNG (§5 Abs. 1 Satz 2 EntgFG)
Art der Bescheinigung: [Bescheinigungs Art]
Datum des Arztbesuchs / Ausstellung: [Arzt Besuch Datum]
Bescheinigung gültig bis (voraussichtlich): [Au Bis Wann]
Datum der Einreichung beim Arbeitgeber: [Einreichungs Datum]
Folgebescheinigung: [Folgebescheinigung]
4. Wiedereingliederung
4. RÜCKKEHR UND WIEDEREINGLIEDERUNG
Geplanter Wiedereingliederungstermin: [Rueckkehr Datum]
Sonstige Hinweise: [Sonstige Hinweise]
5. Unterschriften
5. BESTÄTIGUNG
Ort, Datum: _______________________________________________
Unterschrift Arbeitnehmer: _______________________________________________
Empfangsbestätigung Arbeitgeber (Datum, Unterschrift HR): _______________________________________________
Arbeitnehmer
________________
Signature
Was ist Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung Deutschland?
Das Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG), in Kraft seit 1. Juni 1994, ist die zentrale Rechtsgrundlage. §5 Abs. 1 EntgFG verpflichtet den Arbeitnehmer, dem Arbeitgeber die Arbeitsunfähigkeit und deren voraussichtliche Dauer unverzüglich anzuzeigen. Dauert die Arbeitsunfähigkeit länger als drei Kalendertage, hat der Arbeitnehmer eine ärztliche Bescheinigung über das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit sowie deren voraussichtliche Dauer spätestens am darauffolgenden Arbeitstag vorzulegen. Der Arbeitgeber ist berechtigt, die Vorlage der ärztlichen Bescheinigung nach §5 Abs. 1 Satz 3 EntgFG bereits ab dem ersten Tag der Erkrankung zu verlangen.
Seit dem 1. Januar 2023 hat die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) die Papierbescheinigung ("Gelber Schein") weitgehend abgelöst. Nach §5 Abs. 1a EntgFG übermitteln Ärzte und Krankenhäuser die Arbeitsunfähigkeitsdaten direkt an die Krankenkasse, die die Information elektronisch an den Arbeitgeber weiterleitet. Der Arbeitnehmer muss dem Arbeitgeber weiterhin die Erkrankung anzeigen ("krankmelden"), erhält aber nur noch auf Wunsch eine Papierausfertigung der AU-Bescheinigung (§5 Abs. 1a Satz 3 EntgFG).
Die Anzeige- und Nachweispflicht ist von der materiellen Entgeltfortzahlungspflicht des Arbeitgebers nach §3 EntgFG zu unterscheiden: Der Anspruch auf sechs Wochen Entgeltfortzahlung entsteht nach vier Wochen ununterbrochener Beschäftigung (§3 Abs. 3 EntgFG), unabhängig vom Zeitpunkt der Einreichung der AU-Bescheinigung. Die Verletzung der Anzeigepflicht kann jedoch zum Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers führen (§7 EntgFG) und ein Abmahnungsgrund sein. Das Portal forms-legal.com bietet diese Vorlage als strukturierten Ausgangspunkt. Verwandte Dokumente: Krankmeldung Arbeitgeber und Abmahnung Arbeitnehmer (KSchG §1).
Wann brauchen Sie Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung Deutschland?
Das Formular zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung in Deutschland wird in folgenden Situationen benötigt.
Bei jeder krankheitsbedingten Arbeitsunfähigkeit ab dem ersten Tag: Sobald ein Arbeitnehmer wegen Krankheit nicht arbeiten kann, muss er dies nach §5 Abs. 1 Satz 1 EntgFG dem Arbeitgeber unverzüglich — also ohne schuldhaftes Zögern (§121 BGB) — anzeigen. Das bedeutet in der Praxis: Krankmeldung vor Arbeitsbeginn, spätestens zu Beginn der regulären Arbeitszeit. Die Anzeige kann mündlich, telefonisch oder per Nachricht erfolgen; Form und Kanal richten sich nach Arbeitsvertrag oder betrieblicher Übung.
Ab dem vierten Kalendertag der Erkrankung (gesetzliche Nachweispflicht): §5 Abs. 1 Satz 2 EntgFG verpflichtet den Arbeitnehmer, wenn die Erkrankung länger als drei Kalendertage dauert, bis spätestens zum folgenden Arbeitstag eine ärztliche AU-Bescheinigung vorzulegen. Achtung: Kalendertage — nicht Arbeitstage. Eine Erkrankung von Mittwoch bis Sonntag überschreitet die Drei-Tage-Grenze; die Bescheinigung muss Montag vorliegen.
Bei Arbeitgeberanforderung ab dem ersten Tag: §5 Abs. 1 Satz 3 EntgFG gibt dem Arbeitgeber das Recht, eine AU-Bescheinigung bereits ab dem ersten Tag zu verlangen. Dieses Recht kann einzelvertraglich, durch Betriebsvereinbarung oder durch kollektive Regelung ausgeübt werden und muss nicht gesondert begründet werden (BAG 14.11.2012, 5 AZR 886/11).
Bei Verlängerung der Arbeitsunfähigkeit: Wenn die Erkrankung über den in der ersten Bescheinigung angegebenen Zeitraum hinausgeht, muss eine neue AU-Bescheinigung ausgestellt und eingereicht werden. Lücken im Bescheinigungszeitraum können zur Versagung der Entgeltfortzahlung für den ungesicherten Zeitraum führen.
Bei Erkrankung während Urlaubs oder im Ausland: Erkrankt der Arbeitnehmer während des Urlaubs in Deutschland, muss er die AU-Bescheinigung vorlegen, um Urlaubsabzug nach §9 BUrlG zu vermeiden. Bei Erkrankung im Ausland muss eine gleichwertige ausländische Bescheinigung vorgelegt werden; Sprachbarrieren oder ausländische Formerfordernisse schließen die Nachweispflicht nicht aus.
Was gehört in Ihr Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung Deutschland?
Ein ordnungsgemäßes Verfahren zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung in Deutschland muss folgende Kernelemente umfassen.
Unverzügliche Anzeige (§5 Abs. 1 Satz 1 EntgFG): Der erste und wichtigste Schritt ist die sofortige Krankmeldung beim Arbeitgeber. Das Formular erfasst Datum und Zeitpunkt der Meldung, den Meldungsempfänger (direkter Vorgesetzter, HR-Abteilung) und den Kommunikationskanal (Telefon, E-Mail, Nachricht). In größeren Betrieben regeln Betriebsvereinbarungen nach §87 Abs. 1 Nr. 1 BetrVG den Meldungsweg abschließend; daran ist der Arbeitnehmer gebunden.
Inhalt der Anzeige: Die Anzeige muss nach §5 EntgFG enthalten: Tatsache der Arbeitsunfähigkeit (nicht: Diagnose); voraussichtliche Dauer (soweit absehbar). Die Diagnose selbst ist gegenüber dem Arbeitgeber nicht offenbarungspflichtig — §213 SGB V und §8 DSGVO schützen das Patientengeheimnis; der Arbeitgeber darf keine Diagnose verlangen. Nur die Tatsache der Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer sind mitzuteilen.
Arztbesuch und Ausstellung der AU-Bescheinigung: Seit 1. Januar 2023 stellen Kassenärzte die eAU elektronisch aus (§5 Abs. 1a EntgFG). Der Arzt übermittelt die Daten an die Krankenkasse; der Arbeitgeber kann die eAU-Daten über seine Lohnabrechnungssoftware (DATEV, SAP) oder direkt bei der Krankenkasse abrufen. Privatpatienten und Kassenärzte ohne eAU-Anbindung (seltene Ausnahmen) erhalten weiterhin die Papierbescheinigung (Muster 1).
Einreichungsweg und Frist: Papierform: Original an Arbeitgeber spätestens am Folgearbeitstag nach dem dritten Erkrankungstag. eAU: Abruf durch Arbeitgeber nach Übermittlung durch Krankenkasse; der Arbeitnehmer muss lediglich die Erkrankung anzeigen und den Arzt aufsuchen — kein gesondertes Einreichen der Bescheinigung mehr nötig. Wichtig: Die Anzeigeverpflichtung bleibt bestehen — auch bei eAU muss der Arbeitnehmer dem Arbeitgeber die Erkrankung mitteilen.
Besondere Pflichten bei längerer Erkrankung: Bei einer Erkrankung von mehr als sechs Wochen: Meldung an die Krankenkasse; stufenweise Wiedereingliederung nach §74 SGB V (Hamburger Modell) möglich. Ab der siebten Woche zahlt die Krankenkasse Krankengeld nach §44 SGB V; der Arbeitgeber ist von der Entgeltfortzahlungspflicht befreit.
Aufbewahrung beim Arbeitgeber: Der Arbeitgeber muss AU-Bescheinigungen oder eAU-Abrufe für Prüfzwecke der Krankenkasse, Rentenversicherung und Finanzbehörden mindestens 10 Jahre aufbewahren (§257 HGB, §147 AO). Das Portal forms-legal.com bietet diese Vorlage als strukturierten Ausgangspunkt. Verwandte Dokumente: Abmahnung Arbeitnehmer (KSchG §1) und Arbeitsvertrag (BGB §611a).
So füllen Sie Ihr Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung Deutschland aus
Das korrekte Ausfüllen des Formulars zur Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung in Deutschland erfordert präzise Angaben zur Erfüllung der gesetzlichen Pflichten.
Schritt 1 — Persönliche Daten des Arbeitnehmers: Vollständiger Name des Arbeitnehmers; Personalnummer (falls vorhanden); Abteilung und direkter Vorgesetzter; Beschäftigungsbeginn (relevant für §3 Abs. 3 EntgFG: Wartezeitprüfung vier Wochen). Diese Angaben ermöglichen dem Arbeitgeber die sofortige Zuordnung der Meldung.
Schritt 2 — Anzeige der Arbeitsunfähigkeit: Datum und Uhrzeit der Krankmeldung im Format TT.MM.JJJJ, HH:MM. An wen wurde gemeldet (Name des Empfängers, Funktion)? Auf welchem Kanal (Telefon, E-Mail, SMS, Krankmeldungs-App)? Warum ist es wichtig, diese Details festzuhalten: Bei Streit über den Zeitpunkt der Anzeige kann der Arbeitgeber eine Abmahnung aussprechen oder im Wiederholungsfall die Kündigung erklären (BAG 26.08.2020, 5 AZR 213/20).
Schritt 3 — Dauer der Arbeitsunfähigkeit: Erster Krankheitstag (Datum TT.MM.JJJJ); voraussichtlicher letzter Tag (falls bekannt); Datum des Arztbesuchs; Datum der Ausstellung der AU-Bescheinigung. Hinweis: Die ärztliche AU-Bescheinigung muss das Bestehen der Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer angeben (§5 Abs. 1 Satz 2 EntgFG). Sie enthält keine Diagnose.
Schritt 4 — eAU oder Papierbescheinigung: Seit Januar 2023 übermittelt der Arzt die eAU-Daten direkt an die Krankenkasse. Im Formular vermerken: eAU durch Arzt ausgestellt am [Datum]; oder Papierbescheinigung beigefügt (Kopie oder Original). Bei Papierbescheinigung: Einreichungsweg (persönlich, Post, Scan) und Datum der Einreichung notieren.
Schritt 5 — Verlängerung oder Folgebescheinigung: Wenn die Erkrankung über den ersten Bescheinigungszeitraum hinausgeht, neues Formular ausfüllen mit Bezugnahme auf Erstbescheinigung vom [Datum]. Unterbrechungen des Bescheinigungszeitraums können dazu führen, dass der Entgeltfortzahlungsanspruch neu beginnt (BAG 11.12.2019, 5 AZR 505/18 — Grundsatz der Einheitlichkeit des Versicherungsfalls).
Schritt 6 — Unterschrift und Ablage: Unterschrift des Arbeitnehmers; Empfangsbestätigung durch Arbeitgeber (Datum, Unterschrift HR). Kopie für den Arbeitnehmer; Original in die Personalakte. Aufbewahrungsfrist: mindestens 10 Jahre (§257 HGB).
Rechtliche Anforderungen für Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung Deutschland
Die rechtlichen Anforderungen an die Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung in Deutschland ergeben sich aus dem EntgFG, dem SGB V, dem BGB und der DSGVO.
Anzeigeflicht nach §5 Abs. 1 EntgFG: Die Anzeige muss unverzüglich — ohne schuldhaftes Zögern (§121 BGB) — erfolgen. Dies bedeutet in der Praxis: vor Arbeitsbeginn am ersten Krankheitstag. Eine verspätete Anzeige gibt dem Arbeitgeber das Recht, die Entgeltfortzahlung nach §7 EntgFG zu verweigern bis zur tatsächlichen Anzeige. Wiederholte verspätete Anzeigen sind ein Abmahnungsgrund und können nach mehrmaliger Abmahnung zur verhaltensbedingten Kündigung nach §1 KSchG führen.
Nachweispflicht nach §5 Abs. 1 Satz 2 EntgFG: Ab dem vierten Kalendertag der Erkrankung (nicht Arbeitstag) muss die ärztliche Bescheinigung bis zum darauffolgenden Arbeitstag vorliegen. Bei eAU: Der Arzt übermittelt bis spätestens am Tag der Ausstellung; der Arbeitgeber kann die Daten bei der Krankenkasse abrufen. Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung bleibt unberührt — die Pflicht zur Nachweisvorlage ist eine Formalpflicht aus dem Arbeitsverhältnis.
Frühzeitige Vorlage nach §5 Abs. 1 Satz 3 EntgFG: Der Arbeitgeber kann ohne Begründung die Vorlage einer Bescheinigung ab dem ersten Krankheitstag verlangen. Dieses Recht ist eine einseitige arbeitgeberische Gestaltungsmacht; es bedarf keiner Absprache mit dem Betriebsrat (BAG 14.11.2012, 5 AZR 886/11).
DSGVO-Konformität (Art. 9 DSGVO, §22 BDSG): AU-Bescheinigungen enthalten Gesundheitsdaten im Sinne des Art. 9 Abs. 1 DSGVO. Die Verarbeitung durch den Arbeitgeber ist nach Art. 9 Abs. 2 lit. b DSGVO i.V.m. §26 Abs. 3 BDSG zulässig für die Erfüllung des Beschäftigungsverhältnisses. Diagnosen dürfen nicht erhoben oder gespeichert werden; nur die Tatsache der Arbeitsunfähigkeit ist relevant. Die AU-Bescheinigung ist nach Ende des Beschäftigungsverhältnisses zu löschen, soweit keine gesetzlichen Aufbewahrungspflichten entgegenstehen (§257 HGB, §147 AO: 10 Jahre).
Häufige Fehler bei Ihrem Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung Deutschland
Häufige Fehler bei der Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung Einreichung in Deutschland können zum Verlust des Entgeltfortzahlungsanspruchs, zu Abmahnungen oder zu Kündigungen führen.
Verspätete Krankmeldung: Der häufigste Fehler ist die Krankmeldung erst am Vormittag statt vor Arbeitsbeginn. §5 Abs. 1 Satz 1 EntgFG verlangt die unverzügliche Anzeige — der Arbeitgeber muss so früh wie möglich informiert werden, damit er sich auf die Abwesenheit einstellen kann. Eine Meldung nach Arbeitsbeginn ist eine Pflichtverletzung und kann nach wiederholtem Verstoß zur Abmahnung führen.
Verwechslung von Kalender- und Arbeitstagen bei Dreitagesfrist: Viele Arbeitnehmer verwechseln die Dreitagesfrist des §5 Abs. 1 Satz 2 EntgFG mit drei Arbeitstagen. Korrekt: Es sind drei Kalendertage — Wochenenden und Feiertage zählen mit. Wer mittwochs erkrankt und Montag wieder arbeitet (Samstag, Sonntag, Montag = Tag 1-3 überschritten), muss am Montag eine AU-Bescheinigung vorlegen, auch wenn er nur vier Kalendertage krank war.
Keine Folgebescheinigung bei Verlängerung: Wenn die Erkrankung länger als die erste Bescheinigung andauert, muss unmittelbar vor Ablauf der Erstbescheinigung eine Folgebescheinigung beim Arzt eingeholt und eingereicht werden. Lücken im Bescheinigungszeitraum können zum Entgeltfortzahlungsausfall führen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG 11.12.2019, 5 AZR 505/18) hat die Grundsätze der Einheitlichkeit des Versicherungsfalls und der Unterbrechungsregelungen präzisiert.
Mitteilung der Diagnose an Arbeitgeber: Arbeitnehmer sind nicht verpflichtet, dem Arbeitgeber ihre Diagnose mitzuteilen; §213 SGB V und §8 DSGVO schützen das Patientengeheimnis. Trotzdem geben viele Arbeitnehmer aus Unkenntnis freiwillig ihre Diagnose preis. Dies ist zwar rechtlich erlaubt, kann aber bei bestimmten Erkrankungen (psychische Erkrankungen, Sucht) zu Benachteiligungen führen. Die Bescheinigung enthält nur die Tatsache der AU und die Dauer — keine Diagnose.
Fehlendes Einreichen bei eAU-Übergangsfällen: Die eAU gilt seit Januar 2023 flächendeckend, aber bei Privatärzten, Krankenhäusern und Ärzten ohne volle Systemanbindung wird weiterhin Papier ausgestellt. In diesen Fällen muss der Arbeitnehmer die Papierbescheinigung aktiv einreichen. Ein häufiges Missverständnis: Der Arbeitnehmer glaubt, bei eAU nichts tun zu müssen — die Krankmeldung beim Arbeitgeber (Anzeigepflicht §5 Abs. 1 Satz 1 EntgFG) bleibt immer Arbeitnehmerpflicht.
Quellen und Zitate
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Die Krankmeldung muss nach §5 Abs. 1 Satz 1 Entgeltfortzahlungsgesetz (EntgFG) unverzüglich erfolgen — das bedeutet: ohne schuldhaftes Zögern im Sinne des §121 BGB. In der Praxis heißt das: vor Arbeitsbeginn am ersten Krankheitstag, spätestens zu dem Zeitpunkt, zu dem Sie normalerweise mit der Arbeit beginnen würden. Wenn Sie um 8:00 Uhr beginnen und krank aufwachen, müssen Sie vor 8:00 Uhr melden. Die Form der Meldung richtet sich nach Arbeitsvertrag oder betrieblicher Übung: meist Telefonanruf beim direkten Vorgesetzten oder der Personalabteilung. E-Mail allein genügt oft nicht, wenn dies betrieblich nicht vereinbart ist — im Zweifel immer per Telefon melden und die E-Mail zusätzlich schicken. Das Bundesarbeitsgericht (BAG 26.08.2020, 5 AZR 213/20) hat klargestellt, dass verspätete Anzeigen nach Abmahnung zur verhaltensbedingten Kündigung berechtigen.
Die elektronische Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (eAU) gilt seit dem 1. Januar 2023 flächendeckend für gesetzlich Krankenversicherte in Deutschland. Nach §5 Abs. 1a EntgFG übermittelt der Kassenarzt die AU-Daten elektronisch an Ihre Krankenkasse; der Arbeitgeber kann diese Daten dann über seine Lohnabrechnungssoftware (DATEV, SAP, LODAS) oder direkt bei der Krankenkasse abrufen. Sie müssen dem Arbeitgeber keine Papierbescheinigung mehr aushändigen. Ihre Pflichten bleiben aber bestehen: Sie müssen die Erkrankung weiterhin dem Arbeitgeber unverzüglich anzeigen (Anzeigepflicht §5 Abs. 1 Satz 1 EntgFG) und den Arzt aufsuchen, der die eAU ausstellt. Ausnahmen: Privatpatienten erhalten weiterhin Papierbescheinigungen. Auch bei Ärzten, die noch nicht vollständig an das eAU-System angebunden sind (Übergangsregelungen), erhalten Sie eine Papierbescheinigung, die Sie selbst einreichen müssen. Im Zweifelsfall fragen Sie beim Arzt nach, ob eine eAU übermittelt wurde.
Nach §5 Abs. 1 Satz 2 EntgFG müssen Sie eine ärztliche AU-Bescheinigung vorlegen, wenn die Erkrankung länger als drei Kalendertage dauert. Die Bescheinigung muss spätestens am darauffolgenden Arbeitstag beim Arbeitgeber vorliegen. Wichtig: Es sind Kalendertage, keine Arbeitstage. Erkranken Sie Mittwoch, müssen Donnerstag und Freitag als weitere Krankheitstage hinzukommen, bevor die Dreitage-Grenze überschritten ist; die Bescheinigung wäre dann am Montag fällig. Der Arbeitgeber kann jedoch nach §5 Abs. 1 Satz 3 EntgFG ohne besondere Begründung verlangen, dass Sie bereits ab dem ersten Krankheitstag eine AU-Bescheinigung vorlegen. Dieses Recht wird in manchen Betrieben individuell oder per Betriebsvereinbarung ausgeübt. Prüfen Sie Ihren Arbeitsvertrag oder die geltenden Betriebsvereinbarungen für die in Ihrem Betrieb geltende Regelung.
Der Anspruch auf Entgeltfortzahlung nach §3 EntgFG ist grundsätzlich unabhängig vom Zeitpunkt der Vorlage der Bescheinigung. Das bedeutet: Auch wenn Sie die AU-Bescheinigung verspätet vorlegen, verlieren Sie dadurch nicht automatisch den Entgeltfortzahlungsanspruch für die Zeit der Erkrankung. Allerdings sieht §7 EntgFG ein Leistungsverweigerungsrecht des Arbeitgebers vor: Er kann die Entgeltfortzahlung solange zurückhalten, bis der Nachweis (Bescheinigung) vorgelegt wird. Sobald Sie die Bescheinigung nachreichen, ist der Anspruch rückwirkend zu erfüllen. Eine andere Frage ist die arbeitsrechtliche Konsequenz: Die verspätete Anzeige der Erkrankung (§5 Abs. 1 Satz 1 EntgFG) ist eine Verletzung der arbeitsvertraglichen Nebenpflicht, die nach mehrmaliger Abmahnung zur verhaltensbedingten Kündigung berechtigen kann (BAG 20.10.2016, 6 AZR 471/15). Pflege also sorgfältig die rechtzeitige Meldung.
Nein, Sie sind nicht verpflichtet, Ihrem Arbeitgeber Ihre Diagnose mitzuteilen. Die AU-Bescheinigung nach §5 EntgFG enthält bewusst keine Diagnose, sondern nur die Tatsache der Arbeitsunfähigkeit und die voraussichtliche Dauer. Der Schutz Ihrer Gesundheitsdaten ergibt sich aus §213 SGB V (Schweigepflicht des Arztes), Art. 9 Abs. 1 DSGVO (besondere Kategorien personenbezogener Daten — Gesundheitsdaten), §8 BDSG und §26 BDSG. Der Arbeitgeber darf Gesundheitsdaten nur verarbeiten, soweit dies für die Durchführung des Arbeitsverhältnisses erforderlich ist (§26 Abs. 3 BDSG) — die Diagnose ist dafür nicht erforderlich. Wenn Ihr Arbeitgeber nach der Diagnose fragt, müssen Sie nicht antworten. Teilen Sie ausschließlich mit, dass Sie arbeitsunfähig erkrankt sind und voraussichtlich bis [Datum] nicht arbeiten können. Eine Ausnahme: Bei bestimmten ansteckenden Erkrankungen nach §6 Infektionsschutzgesetz (IfSG) können Meldepflichten bestehen, die den Betrieb betreffen.
Wenn Sie während des genehmigten Urlaubs erkranken, unterbrechen Krankheitstage nach §9 BUrlG den Urlaubslauf — die durch ärztliche Bescheinigung nachgewiesenen Krankheitstage werden nicht auf den Jahresurlaub angerechnet. Sie erhalten diese Urlaubstage gutgeschrieben und können sie zu einem späteren Zeitpunkt in Anspruch nehmen. Voraussetzungen: Sie müssen die Erkrankung unverzüglich anzeigen (§5 Abs. 1 Satz 1 EntgFG), auch aus dem Urlaub heraus; und Sie müssen eine ärztliche AU-Bescheinigung vorlegen. Bei Erkrankung im Ausland ist eine gleichwertige Bescheinigung des ausländischen Arztes vorzulegen; diese muss Art und Dauer der Arbeitsunfähigkeit bestätigen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG 26.10.2021, 9 AZR 234/21) hat bestätigt, dass auch im Ausland ausgestellte Bescheinigungen anerkannt werden, wenn sie die wesentlichen Angaben nach §5 EntgFG enthalten. Kosten für Rückreise wegen Erkrankung trägt in der Regel die Krankenversicherung nach §13 SGB V nicht — klären Sie dies mit Ihrer privaten Reisekrankenversicherung.
Ja. Der Arbeitgeber kann die Beweiskraft einer AU-Bescheinigung erschüttern, wenn er konkrete Tatsachen vorträgt, die Zweifel an der Arbeitsunfähigkeit begründen. Das Bundesarbeitsgericht (BAG 11.08.2021, 5 AZR 382/20) hat in einem grundlegenden Urteil entschieden, dass die AU-Bescheinigung zwar den Beweis des ersten Anscheins für das Vorliegen einer Arbeitsunfähigkeit erbringt, dieser Anschein aber erschüttert werden kann — etwa wenn der Arbeitnehmer nach ausgesprochener Kündigung oder nach einem Streit sofort erkrankt und die Erkrankung passgenau die Kündigungsfrist abdeckt. Bei erschüttertem Anscheinsbeweis muss der Arbeitnehmer vollen Beweis für die Arbeitsunfähigkeit erbringen, etwa durch Zeugen oder detaillierte ärztliche Stellungnahmen. In der Praxis beauftragen manche Arbeitgeber den Medizinischen Dienst der Krankenversicherung (MDK) nach §275 SGB V mit einer Überprüfung. Die Beurteilung durch den MDK ist für die Krankenkasse, nicht aber unmittelbar für den Arbeitgeber bindend.
Diese Vorlage dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gesetze sind je nach Rechtsordnung unterschiedlich und ändern sich im Laufe der Zeit. Konsultieren Sie für Ihren konkreten Fall einen qualifizierten Rechtsanwalt.Vollständiger Haftungsausschluss
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