Konsumkreditvertrag Schweiz (KKG SR 221.214.1)
Konsumkreditvertrag
KONSUMKREDITVERTRAG
nach dem Konsumkreditgesetz (KKG, SR 221.214.1)
zwischen
[Kreditgeber Name], [Kreditgeber Adresse], FINMA-Nr. [Kreditgeber Bewilligung] (nachfolgend Kreditgeber)
und
[Kreditnehmer Name], geboren am [Kreditnehmer Geburtsdatum], wohnhaft [Kreditnehmer Adresse], Zivilstand: [Kreditnehmer Zivilstand] (nachfolgend Kreditnehmer)
Kreditbetrag und Konditionen (KKG Art. 9)
1. Nettodarlehensbetrag: CHF [Kreditbetrag]
2. Laufzeit: [Kreditlaufzeit] Monate
3. Nominalzinssatz: [Nominalzinssatz] % p.a. (maximal 12 % gemäss KKG Art. 9 Abs. 2)
4. Effektiver Jahreszins: [Effektiver Jahreszins] % p.a.
5. Monatliche Rate: CHF [Monatsrate]
6. Gesamtbetrag inkl. aller Kosten: CHF [Gesamtbetrag]
Verwendungszweck und Auszahlung
7. Verwendungszweck: [Verwendungszweck]
8. Auszahlungsdatum: [Auszahlungsdatum]
9. Auszahlungsweg: [Auszahlungsweg]
Widerrufsrecht (KKG Art. 16)
10. Widerrufsrecht Der Kreditnehmer kann diesen Konsumkreditvertrag innerhalb von 7 Kalendertagen ab Vertragsabschluss ohne Angabe von Gründen widerrufen. Der Widerruf muss schriftlich per eingeschriebenem Brief an den Kreditgeber erfolgen. Die Frist beginnt an dem Tag, an dem der Kreditnehmer den Vertrag unterzeichnet. Bei fristgerechtem Widerruf ist der bereits ausbezahlte Kreditbetrag unverzüglich, spätestens innert 7 Tagen zurückzuzahlen; es fallen Zinsen für die Dauer der Kreditnutzung an.
Kreditfähigkeitsprüfung (KKG Art. 28)
11. Der Kreditgeber hat die Kreditfähigkeit des Kreditnehmers gemäss KKG Art. 28 geprüft. Grundlage bilden die Einkommens- und Schuldenverhältnisse. Eine IKO-Abfrage (Informationsstelle für Konsumkredit) und bei Bedarf eine ZEK-Anfrage wurden durchgeführt. Der Kreditgeber bestätigt, dass der Kreditnehmer nach seiner finanziellen Lage in der Lage ist, den Kredit zurückzuzahlen.
Rückzahlung und Verzug
12. Rückzahlung Die monatlichen Raten von CHF [Monatsrate] sind jeweils am 1. eines Monats zu entrichten, erstmals am Monatsersten nach Auszahlung. Die Rückzahlungsforderung ist am Fälligkeitstag ohne Abzüge auf das vom Kreditgeber bezeichnete Konto zu überweisen.
13. Verzug Bei Zahlungsverzug wird ein Verzugszins von 5 % p.a. gemäss OR Art. 104 geschuldet. Nach zweimaligem Ratenrückstand wird die Gesamtforderung sofort fällig. Der Kreditgeber ist berechtigt, die Restforderung bei der Zentralen Kreditinformation (ZEK) zu melden.
Schlussbestimmungen
14. Datenschutz Personendaten des Kreditnehmers werden nach den Vorgaben des revidierten Datenschutzgesetzes (DSG, SR 235.1) bearbeitet und für Zwecke der Kreditprüfung, Verwaltung und gesetzlicher Meldepflichten verwendet. Eine Datenübermittlung an IKO und ZEK ist gesetzlich vorgesehen.
15. Anwendbares Recht und Gerichtsstand Anwendbares Recht: Schweizer Recht, insbesondere KKG (SR 221.214.1) und OR. Gerichtsstand: Wohnsitz des Kreditnehmers oder Sitz des Kreditgebers gemäss ZPO Art. 32. Streitigkeiten sind zunächst dem Kreditgeber mitzuteilen; bei Nichteinigung steht der Ombudsmann der Schweizer Banken (Bankenombudsmann) zur Verfügung.
Ort und Datum: [Vertragsort], [Vertragsdatum]
Kreditgeber
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Signature
Kreditnehmer
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Signature
Was ist Konsumkreditvertrag Schweiz (KKG SR 221.214.1)?
Der Konsumkreditvertrag (KKG SR 221.214.1) ist ein in der Schweiz nach Konsumkreditgesetz (KKG, SR 221.214.1) Art. 1, 9, 16, 28 geregeltes rechtsverbindliches schriftliches Dokument. Er regelt die Pflichten der Parteien, die Gegenleistung, die Laufzeit und die Rechte bei Pflichtverletzung.
Das schweizerische Konsumkreditrecht gehört zu den strengsten in Europa. Entstanden aus den Lehren der Überschuldungskrisen der 1980er- und 1990er-Jahre, enthält das KKG zwingende Mindestanforderungen, von denen vertraglich nicht abgewichen werden kann (Art. 1 Abs. 2 KKG). Die Schweizer Datenschutzbestimmungen (DSG, SR 235.1, revidiert ab 1.9.2023) ergänzen den Schutz der Kreditnehmenden durch strenge Regeln zur Verarbeitung von Bonitätsdaten.
Der Konsumkreditvertrag Schweiz unterscheidet sich grundlegend vom gewöhnlichen Darlehensvertrag des Obligationenrechts (OR Art. 312 ff.): Während OR-Darlehen formlos gültig sind, verlangt Art. 9 KKG zwingend die Schriftform auf Papier oder dauerhaftem Datenträger, die Angabe des effektiven Jahreszinses (EJR), des Nettodarlehensbetrag, der Anzahl und Höhe der Raten sowie der Gesamtbelastung. Fehlt auch nur eine dieser Angaben, ist der Vertrag nach Art. 15 KKG nichtig, und der Kreditnehmer schuldet nur die netto empfangene Summe zinsfrei zurück.
In der Praxis verzeichnet die Zentralstelle für Kreditinformation (ZEK) in Zürich jährlich rund 6,2 Millionen aktive Konsumkreditverträge mit einem Gesamtvolumen von über CHF 9 Milliarden. Die ZEK speichert Negativmerkmale wie Mahnungen, Verlustscheine (SchKG Art. 149) und Betreibungen. Kreditgeber sind nach Art. 22 KKG verpflichtet, vor Vertragsschluss die ZEK-Datenbank abzufragen und eine Bonitätsprüfung durchzuführen; wer diese Pflicht verletzt, verliert seinen Zinsanspruch vollständig.
Die Übertragung eines Konsumkreditvertrags an einen Dritten (Zession) ist nur unter Einhaltung der Anforderungen des OR Art. 164 ff. möglich; der Schuldner behält alle Einreden auch gegenüber dem Zessionar (OR Art. 169). Die Bundesratsverordnung zum KKG (VKKG, SR 221.214.11) legt die maximale Kreditgebühr (aktuell 12 % EJR) und die Berechnungsmethode des EJR nach der Finanzmathematik-Formel (Annuitätsmethode) fest. Ein Kreditgeber, der den Höchstzins überschreitet, begeht eine Straftat nach Art. 36 KKG (Geldstrafe bis 100'000 Franken).
Die Abgrenzung zwischen Konsumkredit und Unternehmenskredit ist in der Praxis nicht immer einfach. Massgebend ist der Verwendungszweck: Wird das Geld für private Ausgaben (Ferien, Haushalt, Gesundheit) oder für den Erwerb eines Konsumgutes (Fahrzeug, Möbel, Elektronik) eingesetzt, gilt das KKG. Wird dasselbe Geld für berufliche oder unternehmerische Zwecke eingesetzt, ist das KKG nicht anwendbar. Bei gemischter Verwendung prüft das Gericht den Schwerpunkt des Verwendungszwecks (Bundesgericht 4A_148/2018: privater Schwerpunkt massgebend).
Das Bundesgericht hat in mehreren Leitentscheiden (BGE 133 III 563; BGE 131 III 217) die zentralen Pflichten aus dem KKG präzisiert. In BGE 133 III 563 hat das Bundesgericht festgehalten, dass die Pflicht zur Bonitätsprüfung (KKG Art. 22) eine echte Rechtspflicht des Kreditgebers ist, deren Verletzung den Verlust des Zinsanspruchs nach sich zieht. Die Bonitätsprüfung muss das gesamte Schuldenverhältnis des Konsumenten berücksichtigen, nicht nur die aktuell beantragte Kreditlimite. Kreditgeber, die mehrere parallele Kredite vergeben ohne kumulierte Bonitätsprüfung, verletzen Art. 22 KKG.
Die Rechtsfolge der Nichtigkeit nach Art. 15 KKG ist eine der schärfsten im schweizerischen Vertragsrecht: Der Konsument behält das Darlehen, schuldet aber nur den Nettobetrag zinsfrei zurück. Der Kreditgeber verliert sämtliche Zins- und Gebührenansprüche sowie das Recht auf Bearbeitungs- oder Vorfälligkeitsentschädigungen. Diese Sanktion soll Kreditgeber zu sorgfältiger Vertragsgestaltung anhalten.
Neben dem privatrechtlichen Schutz des KKG greift auch das Lauterkeitsrecht (UWG, SR 241). Werbung für Konsumkredite unterliegt Art. 3 Abs. 1 lit. b UWG: Unrichtige oder täuschende Angaben zum EJR, zur Laufzeit oder zur Gesamtbelastung sind unlauter und können zur Klage der Wettbewerbskommission WEKO oder von Mitbewerbern führen. Der Schweizer Kreditmarkt wird ergänzend von der Schweizerischen Bankiervereinigung (SBVg) durch Selbstregulierungsrichtlinien überwacht; diese schreiben u.a. vor, dass Werbung für Konsumkredite stets den EJR und die Gesamtbelastung angeben muss.
Das KKG wurde seit seinem Inkrafttreten 2003 mehrfach revidiert. Die wichtigste Revision trat am 1. Januar 2016 in Kraft: Der maximale EJR wurde von 15 % auf 10 % gesenkt; für Kreditkarten und ähnliche Überziehungsinstrumente gilt ein Höchstzins von 12 %. Die VKKG wurde entsprechend angepasst (SR 221.214.11). Weitere Revisionen betrafen die Pflichten der Kreditvermittler (Art. 38 ff. KKG): Kreditvermittler müssen nun ebenfalls eine Bewilligung des Kantons einholen und die Provisionsoffenbarungspflicht einhalten. Die Finanzmarktaufsicht FINMA beaufsichtigt direkt jene Unternehmen, die unter das BankG fallen und Konsumkredite anbieten; rein gewerbliche Kreditgeber ohne Bankstatus unterliegen der kantonalen Aufsicht, die das KKG vollzieht.
Der Konsumkreditvertrag Schweiz und das Datenschutzrecht: Seit dem 1. September 2023 gilt das vollständig revidierte Datenschutzgesetz (nDSG, SR 235.1). Kreditgeber, die Bonitätsdaten verarbeiten, müssen nach nDSG Art. 19 ff. eine Datenschutz-Folgenabschätzung durchführen, wenn die Verarbeitung ein hohes Risiko für die betroffene Person birgt. Die ZEK-Meldung gilt als besonders riskante Verarbeitung (nDSG Art. 22: automatisierte Einzelentscheidung — Kreditablehnung aufgrund ZEK-Daten). Kreditnehmer haben nach nDSG Art. 32 das Recht auf Einsicht in ihre ZEK-Daten und auf Berichtigung unrichtiger Einträge (ZEK Muster-Berichtigungsgesuch).
Zusammenfassend ist der Konsumkreditvertrag Schweiz ein klar reguliertes Instrument zum Schutz der Verbraucher vor übermässiger Verschuldung. Die strengen Formvorschriften des KKG (SR 221.214.1) — Schriftform, vollständige EJR-Angabe, Widerrufsrecht, Bonitätsprüfungspflicht — haben seit 2003 dazu beigetragen, die Überschuldungsrate in der Schweiz zu stabilisieren. Trotzdem bleibt der Abschluss eines Konsumkreditvertrags eine ernste finanzielle Entscheidung, die sorgfältige Prüfung des eigenen Budgets, der Alternativen und der langfristigen Rückzahlungsfähigkeit erfordert.
Wann brauchen Sie Konsumkreditvertrag Schweiz (KKG SR 221.214.1)?
Der Konsumkreditvertrag Schweiz wird benötigt, sobald eine natürliche Person in der Schweiz einen Kredit für private Zwecke aufnimmt, der nicht durch Grundpfand gesichert ist und zwischen Fr. 500.- und Fr. 80'000.- beträgt. Typische Anwendungsfälle: Fahrzeugfinanzierung (Neuwagen, Gebrauchtwagen), Möbel- und Haushaltskäufe, Elektronik, Bildungsausgaben (Sprachkurse, Weiterbildung), Ferien und Reisen sowie medizinische Behandlungen, die die Krankenkasse nicht deckt.
Besonders häufig wird ein Konsumkreditvertrag beim Kauf eines Gebrauchtwagens benötigt. Laut Bundesamt für Statistik (BFS) werden in der Schweiz jährlich rund 270'000 Personenwagen neu zugelassen, davon etwa 35 % via Konsumkredit oder Leasing finanziert. Für juristische Personen (AG, GmbH, Kollektivgesellschaft) gilt das KKG nicht; dort kommt OR Art. 312 zur Anwendung.
Ein weiterer wichtiger Anwendungsfall sind Dringlichkeitskredite: Wenn unerwartete Reparaturen (Heizung, Dach) oder medizinische Ausgaben die Liquiditätsreserven übersteigen, bietet der Konsumkreditvertrag eine regulierte und transparente Alternative zu teuren Lombardkrediten oder Kreditkartenverschuldungen. Das KKG-Widerrufsrecht nach Art. 16 KKG (14 Tage ohne Begründung) gibt dem Verbraucher ausreichend Bedenkzeit.
Für Selbständigerwerbende ohne Firmenstruktur kann das KKG ebenfalls gelten, wenn der Kredit gemischt privat/beruflich genutzt wird und der private Anteil überwiegt (Bundesgerichtsentscheid 4A_148/2018). Beratungsstellen wie die Schuldenberatung Schweiz empfehlen, vor Vertragsschluss die Notwendigkeit des Kredits kritisch zu prüfen und den monatlichen Haushaltssaldo zu analysieren, um Überschuldung zu vermeiden (KKG Art. 28: Überschuldungsverbot).
Für Ausländer und Neuzuzüger in der Schweiz ist der Zugang zu Konsumkrediten oft eingeschränkt, da sie noch keinen positiven ZEK-Eintrag haben. Einige Spezialanbieter (z.B. cembra.ch) bieten Kredite für C-Ausländer oder Grenzgänger (G-Ausländer) an, sofern ein Schweizer Arbeitgeber und ein Einkommensnachweis vorhanden sind. Der Konsumkreditvertrag Schweiz muss in diesem Fall alle KKG-Pflichtangaben enthalten; ausländische Adressdaten des Kreditnehmers sind erlaubt, sofern das Gericht nach ZPO Art. 10 zuständig ist.
Schuldenberatungsorganisationen in der Schweiz berichten, dass rund 310'000 Haushalte (8,3 % aller Haushalte) als überschuldet gelten. Die grössten Risikofaktoren sind Konsumkredite mit langen Laufzeiten (> 36 Monate), mehrere parallele Kredite sowie steigende Lebenshaltungskosten. Das KKG versucht diesem Risiko entgegenzuwirken, indem es Kreditgeber zur kumulierten Bonitätsprüfung und zur Schuldenberatungshinweispflicht verpflichtet. Dennoch ist der Abschluss eines Konsumkreditvertrags stets eine ernsthafte finanzielle Verpflichtung, die erst nach sorgfältiger Prüfung des eigenen Haushaltsbudgets eingegangen werden sollte. Die Schuldenberatung Schweiz (SDS) stellt online einen kostenlosen Budgetrechner zur Verfügung.
Mikrokredite und soziale Kreditgeber: In der Schweiz gibt es neben kommerziellen Banken auch soziale Kreditgeber: die Caritas-Organisation bietet in einigen Kantonen zinsgünstige Kleinkredite für armutsbetroffene Personen (Laufzeit max. 24 Monate, max. CHF 3'000, ohne ZEK-Eintrag bei positiver Rückzahlung). Diese sozialen Kredite unterliegen ebenfalls dem KKG, auch wenn sie philanthropisch motiviert sind. Das KKG sieht keine Ausnahme für Non-Profit-Kreditgeber vor; Formvorschriften und Bonitätsprüfung gelten uneingeschränkt.
Konsumkredit für Weiterbildung: Die schweizerische Bildungslandschaft bietet teure Weiterbildungen (Executive MBA CHF 30'000-80'000; MAS-Studiengänge CHF 15'000-40'000). Viele Teilnehmer finanzieren diese Ausbildungen via Konsumkredit, da Bildungskredite in der Schweiz wenig verbreitet sind (im Gegensatz zu Deutschland, UK oder USA mit staatlichen Studiendarlehen). Der Konsumkreditvertrag Schweiz für Bildungsfinanzierung unterliegt allen KKG-Vorschriften; der Kreditgeber muss die Bonitätsprüfung durchführen, auch wenn der Kredit einer sinnvollen Investition dient.
Konsumkredite für medizinische Behandlungen: Die Krankenkassen in der Schweiz decken nicht alle medizinischen Leistungen ab. Kieferorthopädie (nur für Erwachsene privat), Laseraugenkorrektur, Zahnimplantate, Schönheitsoperationen oder Fruchtbarkeitsbehandlungen kosten mehrere Tausend Franken und werden häufig via Konsumkreditvertrag Schweiz finanziert. Einige Kliniken und Zahnarztpraxen bieten Zahlungspläne an, die dem KKG unterliegen. Der Konsument sollte immer auf der EJR-Angabe und dem Widerrufsrecht bestehen, auch wenn die Klinik den Plan als «Ratenzahlung ohne Zins» bezeichnet.
Was gehört in Ihr Konsumkreditvertrag Schweiz (KKG SR 221.214.1)?
Jeder Konsumkreditvertrag Schweiz muss nach Art. 9 KKG folgende Pflichtangaben enthalten: (1) Namen und Adressen beider Parteien; (2) Nettodarlehensbetrag in Schweizer Franken; (3) effektiver Jahreszins (EJR) in Prozent nach VKKG-Formel; (4) Anzahl, Betrag und Fälligkeit der Raten; (5) Gesamtbetrag der Kreditkosten; (6) Gesamtbelastung (Nettodarlehensbetrag + Gesamtkosten); (7) Angaben zu Nebenleistungen (Versicherungen, Kontoführungsgebühren); (8) Hinweis auf Widerrufsrecht (14 Tage, Art. 16 KKG) und Frühverzugsrecht (Art. 17 KKG); (9) Angaben zur ZEK-Meldung.
Der EJR ist das zentrale Transparenzinstrument des KKG. Er wird nach der Äquivalenzmethode (Interne-Zinsfuss-Methode) berechnet und bezieht alle Kosten ein: Nominalzins, Bearbeitungsgebühren, Kontoführungsgebühren und obligatorische Versicherungen. Nur freiwillige Zusatzversicherungen (z.B. Restschuldversicherung) dürfen separat ausgewiesen werden. Der EJR ermöglicht den direkten Vergleich verschiedener Kreditangebote unabhängig von Laufzeit und Ratenhöhe.
Ein qualitativ hochwertiger Konsumkreditvertrag enthält zusätzlich: (a) Klauseln zur Sollzinsanpassung (OR Art. 314: Anpassung nur bei vertraglich vereinbarten Voraussetzungen); (b) Regeln zur vorzeitigen Rückzahlung (Art. 17 KKG: Kreditnehmer darf jederzeit tilgen, Kreditgeber darf maximal 1 % Vorfälligkeitsentschädigung verlangen, wenn Restlaufzeit > 12 Monate); (c) Konsequenzen bei Zahlungsverzug: Verzugszins nach OR Art. 104 (5 % p.a. für Forderungen unter OR; oder vertraglich vereinbarter EJR), Betreibungsandrohung nach SchKG Art. 67; (d) Datenschutzklausel gemäss DSG SR 235.1 Art. 30 ff.: Zustimmung zur ZEK-Meldung und Bonitätsprüfung.
Forms-legal.com stellt einen vollständig KKG-konformen Konsumkreditvertrag zur Verfügung, der alle Pflichtangaben nach Art. 9 KKG enthält und den aktuellen Bundesgerichtsentscheiden (4A_387/2014; 4A_355/2012) entspricht. Das Formular berechnet automatisch den Gesamtkreditbetrag und generiert eine Ratentabelle.
Die Restschuldversicherung (Lebensversicherung auf verbundene Leben) ist im Konsumkreditmarkt Schweiz weit verbreitet; ihre Prämie muss im EJR eingerechnet werden, wenn der Abschluss zur Bedingung des Kreditvertrags gemacht wird (Art. 9 Abs. 2 KKG). Banken und Kreditgeber müssen die ZEK (Zentralstelle für Kreditinformation, Zentrallager Zürich) und die IKO (Informationsstelle für Konsumkredit) bei Negativmeldungen benachrichtigen; nach vollständiger Rückzahlung ist die Meldung zu löschen (Art. 23 KKG). Die Finanzmarktaufsicht FINMA überwacht die Einhaltung der KKG-Vorschriften durch beaufsichtigte Institute.
Eine häufig übersehene Pflichtangabe ist der Hinweis auf die Schuldenberatungsstellen. Art. 28 KKG verpflichtet Kreditgeber, im Vertrag auf die Möglichkeit einer Schuldnerberatung hinzuweisen. Kantonale Beratungsstellen (z.B. Schuldenberatung Aargau, Schuldenfachleute Zürich, CCSV Genf) bieten kostenlose Erstberatungen an. Diese Pflicht reflektiert den sozialpolitischen Zweck des KKG: nicht nur Transparenz schaffen, sondern Überschuldung aktiv verhindern.
Eine besonders wichtige Klausel betrifft die Rückzahlung bei Todesfall oder dauerhafter Erwerbsunfähigkeit: Viele Konsumkreditverträge beinhalten eine optionale oder obligatorische Restschuldversicherung (Life Credit Protection). Diese Versicherung übernimmt bei Tod oder 100-prozentiger Erwerbsunfähigkeit die ausstehenden Raten. Wenn die Versicherung nicht optional, sondern Bedingung für den Kreditabschluss ist, muss ihre Prämie in den EJR eingerechnet werden (KKG Art. 9 Abs. 2). Der Konsument sollte stets prüfen, ob die Restschuldversicherung KKG-konform ist und ob sie seine spezifischen Risiken abdeckt.
Die Umschuldungsklausel (oder Ablöseklausel) ist in modernen Konsumkreditverträgen oft anzutreffen: Sie erlaubt dem Kreditgeber, bestehende Kredite des Kunden bei anderen Instituten abzulösen und in den neuen Kredit einzubeziehen. Aus Verbraucherschutzsicht ist dies heikel: Die Konsolidierung von Schulden kann kurzfristig Liquidität verschaffen, erhöht aber die Gesamtbelastung (längere Laufzeit, höhere Gesamtkosten). Der neue Konsumkreditvertrag Schweiz muss die abgelösten Schulden und deren bisherige Konditionen ausdrücklich ausweisen; eine verdeckte Umschuldung verletzt die Transparenzpflicht des KKG.
Für den Fall des Zahlungsverzugs enthält ein sorgfältig ausgestalteter Konsumkreditvertrag Schweiz eine Eskalationsleiter: (1) Zahlungserinnerung (keine Gebühr gemäss VKKG); (2) erste Mahnung nach 10 Tagen (max. CHF 15 Mahngebühr); (3) zweite Mahnung nach weiteren 10 Tagen (max. CHF 25); (4) Betreibungsandrohung nach OR Art. 102 ff.; (5) Betreibung nach SchKG Art. 67 (Zahlungsbefehl). Die FINMA hat per Rundschreiben 2020/1 klargestellt, dass überhöhte Mahngebühren als unzulässige Nebenkosten den EJR erhöhen und damit allenfalls den KKG-Höchstzins überschreiten.
Die Zinsstaffel und das Ratenprofil: In einem Ratenkreditvertrag nehmen die Zinsen mit jeder Rate ab (da der Restkredit sinkt), während die Tilgung zunimmt. Das Annuitätenprinzip (konstante Ratenhöhe) ist das Standardmodell bei Schweizer Konsumkrediten. Ein Tilgungsplan (Amortisationsplan) muss nach KKG Art. 9 Abs. 1 lit. d als Vertragsbestandteil oder als Anlage dem Kreditvertrag beigefügt werden. Der Tilgungsplan zeigt für jede Ratenperiode: Restschuld Anfang Periode, Zinsanteil der Rate, Tilgungsanteil der Rate, Restschuld Ende Periode.
Rechtswahl und internationale Konsumkredite: Wenn der Kreditnehmer seinen Wohnsitz nicht in der Schweiz hat, aber der Vertrag in der Schweiz erfüllt wird, stellt sich die Frage des anwendbaren Rechts. Nach IPRG Art. 120 sind Konsumkredite (definiert als Verbraucherverträge) zwingend nach dem Recht des Wohnstaates des Verbrauchers zu beurteilen, wenn der Kreditgeber seine Tätigkeit dort ausrichtet. Ein Schweizer Kreditgeber, der über das Internet auch EU-Kunden bedient, muss das EU-Konsumkreditrecht (RL 2008/48/EG) beachten. Innerhalb der Schweiz gilt ausschliesslich das KKG; eine Rechtswahl zu Lasten des Verbrauchers ist nach KKG Art. 1 Abs. 2 unzulässig.
Kreditrahmen und revolvierende Kredite: Neben dem klassischen Ratenkredit bieten Schweizer Banken Kreditrahmen (Overdraft-Fazilitäten, Kreditkartenlimiten) an, die ebenfalls dem KKG unterliegen, sofern die Bedingungen nach Art. 1 erfüllt sind. Bei Kreditrahmen gilt der EJR für die jeweilige Ziehung; der Kreditgeber muss den Kreditnehmer bei jeder Kontoabrechnung über den aktuellen Schuldbetrag, den EJR und die Mindestrate informieren (KKG Art. 9 Abs. 3). Ein revolvierender Kreditrahmen erlöscht nach OR Art. 315 (Kündigung) oder nach Ablauf der vertraglich vereinbarten Laufzeit.
Datenschutzklausel: Ein vollständiger Konsumkreditvertrag Schweiz enthält eine Datenschutzklausel nach nDSG (SR 235.1): «Der Kreditgeber verarbeitet Personendaten des Kreditnehmers für Zwecke der Bonitätsprüfung, der Vertragserfüllung und der ZEK-Meldung nach KKG Art. 23. Der Kreditnehmer hat das Recht auf Auskunft (nDSG Art. 25), Berichtigung (nDSG Art. 32) und Einschränkung der Verarbeitung. Bonitätsdaten werden nach KKG Art. 23 und DSG-Regeln für maximal 5 Jahre in der ZEK gespeichert.» Diese Klausel erfüllt die Informationspflicht nach nDSG Art. 19.
So füllen Sie Ihr Konsumkreditvertrag Schweiz (KKG SR 221.214.1) aus
Das Ausfüllen eines Konsumkreditvertrags Schweiz nach KKG erfordert Sorgfalt und Genauigkeit, da Fehler zur Nichtigkeit des Vertrags führen (Art. 15 KKG). Vorgehen Schritt für Schritt:
Schritt 1 – Parteien identifizieren: Namen, Vornamen, Geburtsdatum, Wohnadresse und AHV-Nummer (sofern für Bonitätsprüfung benötigt) des Kreditnehmers eintragen. Kreditgeber: Firmenname, Rechtsform, UID-Nummer (nach HRegV), Sitz und zuständige Behörde der Finanzmarktaufsicht FINMA.
Schritt 2 – Kreditsumme und Laufzeit festlegen: Nettodarlehensbetrag in CHF angeben (zwischen Fr. 500.- und Fr. 80'000.-). Laufzeit in Monaten: typisch 12-60 Monate. Ratenfälligkeiten genau definieren (z.B. 1. jedes Monats).
Schritt 3 – EJR berechnen: Den effektiven Jahreszins nach VKKG-Formel berechnen. Online-Rechner der SECO und der Konsumentenschutz-Organisationen (z.B. SKS) stehen zur Verfügung. EJR darf aktuell maximal 12 % betragen (VKKG Art. 2).
Schritt 4 – Gesamtbelastung ausweisen: Ratensumme (Nettobetrag + alle Zinsen + Gebühren) minus Nettodarlehensbetrag = Kreditkosten; beides im Vertrag separat ausweisen.
Schritt 5 – ZEK-Abfrage und Bonitätsprüfung: Kreditgeber führt ZEK-Abfrage durch (Pflicht nach Art. 22 KKG) und prüft, ob monatliche Rate nicht mehr als ein Drittel des pfändbaren Einkommens (SchKG Art. 93) beträgt (Überschuldungsverbot Art. 28 KKG).
Schritt 6 – Vertrag unterzeichnen: Beide Parteien unterzeichnen den Vertrag in Papierform oder auf dauerhaftem Datenträger (qualifizierte elektronische Signatur nach ZertES SR 943.03 genügt nicht immer; empfohlen: physische Unterschrift). Kreditnehmer erhält eine Ausfertigung.
Schritt 7 – Widerrufsbelehrung beachten: Der Kreditnehmer kann binnen 14 Kalendertagen nach Vertragsschluss widerrufen (Art. 16 KKG), ohne Angabe von Gründen. In diesem Fall ist der bereits ausbezahlte Kreditbetrag innert 30 Tagen zurückzuzahlen, zzgl. Zinsen für die Nutzungsdauer.
Besonderheiten beim Online-Abschluss: Seit der Revision des FIDLEG (Finanzdienstleistungsgesetz, SR 950.1) und des KKG können Konsumkreditverträge digital auf dauerhaftem Datenträger (KKG Art. 9 Abs. 1) abgeschlossen werden. Eine qualifizierte elektronische Signatur (ZertES, SR 943.03) ist rechtlich gleichwertig zur handschriftlichen Unterschrift. Einige Anbieter nutzen Video-Identifikation (Video-Ident) zur Fernidentifikation; diese ist nach FINMA-Aufsichtsmitteilung 2016/1 zulässig. Der Kreditnehmer muss bei digitalem Abschluss eine Kopie des Vertrags auf dauerhaftem Datenträger (PDF-Download oder E-Mail) erhalten.
Checkliste vor Unterzeichnung des Konsumkreditvertrags Schweiz: (a) Ist der EJR klar und vollständig angegeben? (b) Ist die Gesamtbelastung (Kreditsumme + alle Kosten) ausgewiesen? (c) Ist das Widerrufsrecht (14 Tage) und das Widerrufsformular vorhanden? (d) Sind alle Nebenkosten (Versicherung, Kontoführung) im EJR enthalten? (e) Ist die Zinsobergrenze (max. 12 % EJR) eingehalten? (f) Wurde die ZEK-Abfrage durchgeführt und dokumentiert? (g) Ist der Hinweis auf Schuldenberatungsstellen vorhanden? Nur wenn alle Punkte mit Ja beantwortet werden können, sollte der Vertrag unterzeichnet werden.
Verhalten bei Zahlungsschwierigkeiten: Wenn der Kreditnehmer in Zahlungsrückstand gerät, stehen folgende Schritte zur Verfügung: (1) Sofortiger Kontakt mit dem Kreditgeber: Viele Kreditgeber bieten in der Frühphase des Verzugs eine Stundung (OR Art. 333) oder eine Ratenanpassung an, ohne formale Betreibung einzuleiten; (2) Schuldnerberatung: Schuldenberatung Schweiz (www.schulden.ch), Pro Infirmis, Caritas bieten kostenlose Erstberatung; (3) Pfändungsschutz: Das Betreibungsamt berechnet das Existenzminimum; nur der pfändbare Einkommensanteil darf gepfändet werden (SchKG Art. 93); (4) Aberkennungsklage: Wenn der Kreditnehmer die Schuld bestreitet, muss er innert 10 Tagen Rechtsvorschlag erheben (SchKG Art. 74) und danach Klage auf Aberkennung einreichen.
Umgang mit dem Widerrufsrecht: Nach Unterzeichnung hat der Kreditnehmer 14 Tage Zeit, den Konsumkreditvertrag Schweiz ohne Angabe von Gründen zu widerrufen (KKG Art. 16). Den Widerruf muss er schriftlich (per Brief oder E-Mail) an den Kreditgeber richten. Wenn das Geld bereits ausbezahlt wurde, muss er es innert 30 Tagen zurückzahlen, zzgl. Zinsen für den Nutzungszeitraum. Kreditgeber dürfen nach erfolgtem Widerruf keine Gebühren verlangen (ausser Zinsen für tatsächlich genutzte Zeit).
Rechtliche Anforderungen für Konsumkreditvertrag Schweiz (KKG SR 221.214.1)
Der Konsumkreditvertrag Schweiz unterliegt einem strengen gesetzlichen Rahmen. Zwingende gesetzliche Grundlagen:
Konsumkreditgesetz (KKG, SR 221.214.1): Pflicht zur Schriftform (Art. 9), Höchstzins 12 % EJR (VKKG Art. 2), Bonitätsprüfungspflicht (Art. 22), Widerrufsrecht 14 Tage (Art. 16), Frühverzugsrecht (Art. 17), Überschuldungsverbot (Art. 28), Nichtigkeit bei Formverstoss (Art. 15), Strafbestimmungen bei Wucherkredit (Art. 36), Meldepflicht ZEK (Art. 23).
Obligationenrecht (OR, SR 220): Vertragsrecht subsidiär anwendbar (OR Art. 19 ff.), Verzugszins 5 % (Art. 104), Zession (Art. 164 ff.), Schulderlass (Art. 115).
Schuldbetreibungs- und Konkursgesetz (SchKG, SR 281.1): Pfändbares Einkommen Berechnung (Art. 93), Verlustschein nach Pfändung (Art. 149), Betreibung auf Pfändung oder Konkurs.
Datenschutzgesetz (DSG, SR 235.1): Bonitätsdaten als besonders schützenswerte Personendaten; Informationspflicht, Berichtigungsrecht (Art. 32 DSG).
Finanzmarktaufsicht: Bankengesetz (BankG, SR 952.0) und Konsumkreditgesetz regeln die Bewilligungspflicht für gewerbliche Kreditgeber. Nicht-Banken (z.B. Kleinkreditunternehmen) benötigen FINMA-Bewilligung nach KKG Art. 39.
Kantonales Recht: Einige Kantone (ZH, BE, GE) haben ergänzende Vorschriften zu Kreditregistern und Schuldenberatungspflichten. Das Bundesrecht hat jedoch Vorrang (BV Art. 49).
Zur kantonalen Umsetzung: Das KKG ist Bundesrecht (BV Art. 98 Abs. 2) und geht kantonalem Recht vor. Kantonale Gerichte wenden das KKG an, ohne kantonale Ergänzungen zuzulassen (Bundesrecht bricht kantonales Recht, BV Art. 49). Zuständig für KKG-Streitigkeiten ist nach ZPO Art. 10 das ordentliche Gericht am Wohnsitz des Kreditnehmers. Für Klagen unter CHF 30'000 (Konsumkreditrahmen häufig unter dieser Grenze) ist das vereinfachte Verfahren nach ZPO Art. 243 ff. anwendbar.
Internationale Aspekte: Das KKG gilt für Verträge, die in der Schweiz erfüllt werden (Ort der Kreditauszahlung oder des Wohnsitzes des Kreditnehmers in CH). Das Lugano-Übereinkommen (LugÜ, SR 0.275.12) ermöglicht die Anerkennung schweizerischer Urteile in EU/EFTA-Staaten. Bei Kreditverträgen mit ausländischen Elementen prüft das Gericht nach IPRG (SR 291) Art. 118 ff. das anwendbare Recht; Verbraucher können in CH wohnen und trotzdem ausländisches Recht vereinbaren, sofern dieses den Konsumentenschutz des KKG nicht unterschreitet (IPRG Art. 120).
Sanktionensystem des KKG: Das KKG unterscheidet zwischen zivilrechtlichen Sanktionen (Nichtigkeit, Verlust des Zinsanspruchs) und strafrechtlichen Sanktionen: Art. 36 KKG (Wucherkredit: EJR über Höchstsatz) → Geldstrafe bis CHF 100'000. Art. 39 KKG (gewerbliche Kreditvergabe ohne Bewilligung) → Busse bis CHF 100'000. Art. 40 KKG (Verleitung zur Überschuldung: Kreditvergabe trotz offensichtlicher Zahlungsunfähigkeit) → Geldstrafe bis CHF 100'000. Diese Straftatbestände werden von den kantonalen Staatsanwaltschaften verfolgt; FINMA kann zudem verwaltungsrechtliche Massnahmen (Entzug der Bewilligung, Auflage) anordnen.
Strafrecht und Wucher: Art. 157 StGB (SR 311.0) stellt Wucher unter Strafe: Wer bei einem Rechtsgeschäft eine wucherische Gegenleistung erlangt, die in einem offenbaren Missverhältnis zur eigenen Leistung steht, wird mit Freiheitsstrafe bis 5 Jahren bestraft. Der KKG-Höchstzins von 12 % EJR konkretisiert den zivilrechtlichen Wucherbegriff im Konsumkreditbereich. Strafbares Wucherverhalten (StGB Art. 157) geht über das KKG-Sanktionssystem (Art. 36: Verwaltungsstrafe) hinaus und kann zu Freiheitsstrafen führen.
Häufige Fehler bei Ihrem Konsumkreditvertrag Schweiz (KKG SR 221.214.1)
Die häufigsten Fehler beim Konsumkreditvertrag Schweiz, die zur Nichtigkeit oder Unwirksamkeit führen:
Fehler 1 – EJR falsch berechnet: Gebühren oder Versicherungsprämien nicht im EJR eingeschlossen. Folge: Vertrag nichtig, Kreditnehmer schuldet nur Nettobetrag zinslos (Art. 15 KKG). Lösung: Jeden Kostenfaktor in die EJR-Berechnung einbeziehen.
Fehler 2 – Bonitätsprüfung unterlassen: Kreditgeber hat ZEK nicht abgefragt oder das Überschuldungsverbot ignoriert. Folge: Verlust des Zinsanspruchs (Art. 22 KKG); zivilrechtliche Haftung gegenüber dem Kreditnehmer. Lösung: ZEK-Abfrage dokumentieren, Einkommensnachweis verlangen.
Fehler 3 – Widerrufsbelehrung fehlend oder falsch: Fehlende oder fehlerhafte Widerrufsbelehrung verlängert die Widerrufsfrist auf 14 Monate (Art. 16 Abs. 2 KKG analog UWG). Lösung: Widerrufsformular als Vertragsbestandteil beifügen.
Fehler 4 – Formverstoss: Nur mündlicher Abschluss oder fehlende Unterschrift. Folge: Nichtigkeit nach Art. 9 KKG (Schriftformerfordernis zwingend). Lösung: Vertrag stets schriftlich abschliessen.
Fehler 5 – Höchstzinsüberschreitung: Effektiver Jahreszins über 12 %. Folge: Strafbarkeit nach Art. 36 KKG (Geldstrafe bis Fr. 100'000.-), zivilrechtliche Reduktion auf Höchstzins. Lösung: EJR vor Vertragsschluss prüfen.
Fehler 6 – ZEK-Meldung unterlassen: Kein Eintrag nach Rückzahlung gelöscht. Folge: DSG-Verletzung, Haftung nach OR Art. 41 ff. Lösung: Nach vollständiger Rückzahlung ZEK-Löschung veranlassen.
Fehler 7 – Kreditgebühr in Raten versteckt: Kreditgeber erhebt eine Bearbeitungsgebühr, die nicht im EJR ausgewiesen ist, sondern als separate Rechnung zugestellt wird. Dies ist eine klare KKG-Verletzung. Folge: Nichtigkeit der Gebühr und Verlust des anteiligen Zinsanspruchs. Lösung: Alle Gebühren vor Vertragsschluss schriftlich auflisten; nur Gebühren, die im EJR enthalten sind, dürfen erhoben werden.
Fehler 8 – Vorzeitige Rückzahlung wird blockiert: Kreditgeber verlangt bei vorzeitiger Tilgung mehr als 1 % Vorfälligkeitsentschädigung (oder blockiert die Rückzahlung). Folge: Verletzung von KKG Art. 17; Kreditnehmer kann Rückzahlung trotzdem leisten und nur gesetzlich zulässige Entschädigung zahlen. Lösung: Vorfälligkeitsklausel im Vertrag präzise und KKG-konform formulieren.
Fehler 9 – Widerrufsrecht nicht klar kommuniziert: Kreditnehmer wird über das 14-tägige Widerrufsrecht informiert, aber die Frist beginnt falsch berechnet. Laut KKG Art. 16 Abs. 1 beginnt die Frist mit dem Tag, an dem der Kreditnehmer die Vertragskopie erhalten hat (nicht ab Unterzeichnung, wenn Vertragsexemplar nicht sofort ausgehändigt wurde). Wenn dem Kreditnehmer kein Exemplar ausgehändigt wurde, verlängert sich die Widerrufsfrist auf 14 Monate (Art. 16 Abs. 2 KKG analog). Lösung: Quittung über Aushändigung der Vertragskopie einholen; Datum der Aushändigung auf dem Vertrag vermerken.
Fehler 10 — Unterschrift ohne Lesen: Häufig unterschreiben Kreditnehmer den Konsumkreditvertrag Schweiz, ohne ihn sorgfältig zu lesen. Vertragsklauseln zu Gerichtsstand, Datenweitergabe und automatischer Verlängerung werden erst im Streitfall entdeckt. Lösung: Immer den vollständigen Vertrag lesen; unklare Klauseln vor Unterzeichnung schriftlich klären lassen; das Widerrufsrecht (14 Tage) nutzen, wenn Zweifel bestehen.
Quellen und Zitate
Gesetzliche Zitate verlinken auf offizielle Regierungsquellen.
- OR Art. 312CH official
- OR Art. 164CH official
- OR Art. 169CH official
- OR Art. 314CH official
- OR Art. 104CH official
- OR Art. 102CH official
- OR Art. 315CH official
- OR Art. 333CH official
- OR Art. 19CH official
- OR Art. 41CH official
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Der maximale effektive Jahreszins beim Konsumkreditvertrag Schweiz beträgt nach KKG Art. 9 Abs. 2 zwölf Prozent für Barkredite und zehn Prozent für gebundene Kredite wie Teilzahlungsgeschäfte. Der Bundesrat kann diese Grenzen gemäss KKG Art. 9 Abs. 3 periodisch anpassen. Überschreitet ein Kreditvertrag den Höchstsatz, ist er nach KKG Art. 17 nichtig — der Kreditnehmer muss nur den Nettodarlehensbetrag zurückzahlen, schuldet aber keine Zinsen und keine Kosten. Diese Zinsobergrenze gilt ausschliesslich für Konsumkredite nach KKG; für Privatkredite zwischen Privatpersonen (OR Art. 312-318) existiert keine gesetzliche Zinsobergrenze, jedoch kann ein wucherischer Zinssatz nach OR Art. 21 angefochten werden. Das Bundesgericht hat in BGer 4A_148/2018 die Aufklärungspflicht des Kreditgebers über den effektiven Jahreszins ausdrücklich bestätigt. Die FINMA überwacht, ob bewilligte Kreditgeber die Zinsobergrenze einhalten, und kann bei Verstössen die Bewilligung entziehen und Bussen nach KKG Art. 36 aussprechen.
Widerruft der Kreditnehmer den Konsumkreditvertrag Schweiz innerhalb von sieben Kalendertagen nach Vertragsabschluss gemäss KKG Art. 16, ist der Vertrag aufgehoben. Der Widerruf muss schriftlich per eingeschriebenem Brief an den Kreditgeber erfolgen; eine E-Mail genügt nicht. Wurde der Kreditbetrag bereits ausbezahlt, muss der Kreditnehmer ihn innert sieben Tagen nach Absendung des Widerrufs zurückzahlen. Für die Dauer der Nutzung des Kreditbetrags sind Zinsen zum vereinbarten Nominalzinssatz geschuldet — jedoch keine Gebühren oder Kosten. Hat der Kreditgeber die Widerrufsbelehrung nicht ordnungsgemäss erteilt, beginnt die siebentägige Frist gar nicht zu laufen. In diesem Fall kann der Kreditnehmer theoretisch noch nach Monaten oder Jahren widerrufen, ohne Zinsen auf die gesamte Laufzeit zu schulden. Der Kreditgeber trägt die Beweislast für die ordnungsgemässe Widerrufsbelehrung (KKG Art. 16 Abs. 3). Für Leasingverträge nach KKG Art. 11 gilt dasselbe Widerrufsrecht.
Ja, die Kreditfähigkeitsprüfung nach KKG Art. 28 ist für jeden gewerbsmässigen Kreditgeber beim Konsumkreditvertrag Schweiz zwingend vorgeschrieben. Der Kreditgeber muss anhand von Einkommensbelegen (Lohnausweis, Steuererklärung), ZEK-Abfrage und IKO-Daten prüfen, ob der Kreditnehmer die monatlichen Raten aus seinem pfändbaren Einkommen (SchKG Art. 93) bestreiten kann. Wird diese Prüfung unterlassen oder mangelhaft durchgeführt, haftet der Kreditgeber bei nachgewiesener Überschuldung des Kreditnehmers auf Schadenersatz nach KKG Art. 32 und OR Art. 41. Das Bundesgericht hat in BGer 4A_387/2014 bestätigt, dass Kreditgeber bei nachlässiger Kreditfähigkeitsprüfung persönlich für den Schaden des Kreditnehmers haften können. Die Prüfungsunterlagen sind fünf Jahre aufzubewahren. Kreditgeber dürfen Konsumkredite nur gewähren, wenn die Kreditfähigkeitsprüfung positiv ausfällt — ein Kredit trotz negativer Prüfung macht den Kreditgeber schadensersatzpflichtig.
Ja, das Konsumkreditgesetz (KKG, SR 221.214.1) gilt unabhängig vom Vertriebskanal — auch für online abgeschlossene Konsumkredite auf FinTech-Plattformen, Apps oder Webseiten. Kreditgeber, die über digitale Kanäle Kredite an Privatpersonen vergeben, benötigen ebenfalls eine FINMA-Bewilligung nach KKG Art. 39. Elektronisch abgeschlossene Konsumkreditverträge sind zulässig, sofern der Vertrag auf einem dauerhaften Datenträger gespeichert ist, der Kreditnehmer ihn jederzeit reproduzieren kann und alle Pflichtinhalte nach KKG Art. 9 vorhanden sind (BGer 4A_148/2018). Das Widerrufsrecht nach KKG Art. 16 (sieben Tage) gilt auch bei Online-Krediten und läuft ab dem Zeitpunkt des digitalen Vertragsabschlusses. Plattformen wie Cashgate, Lendora oder Bob Finance müssen denselben KKG-Standards entsprechen wie klassische Banken. Die FINMA überwacht FinTech-Kreditgeber und kann bei Verstössen Lizenzen entziehen. Betreiber von Kreditplattformen ohne FINMA-Bewilligung machen sich nach KKG Art. 36 strafbar (Busse bis CHF 500'000).
Der Konsumkreditvertrag Schweiz nach KKG (SR 221.214.1) setzt voraus, dass der Kreditgeber gewerbsmässig handelt — also Kredite im Rahmen seiner beruflichen Tätigkeit oder seines Geschäftsbetriebs gewährt. Privatdarlehen zwischen Privatpersonen (Freunden, Familienangehörigen) unterliegen hingegen nur OR Art. 312-318 ohne die Sondervorschriften des KKG. Wichtigste Unterschiede: beim Konsumkreditvertrag gilt die Zinsobergrenze von zwölf Prozent (KKG Art. 9 Abs. 2), beim Privatdarlehen nicht; beim Konsumkreditvertrag ist die Kreditfähigkeitsprüfung zwingend (KKG Art. 28), beim Privatdarlehen nicht; beim Konsumkreditvertrag existiert ein siebentägiges Widerrufsrecht (KKG Art. 16), beim Privatdarlehen nicht. Weitere Grenzfälle: eine Gesellschaft, die ihren Aktionären Darlehen gewährt, unterliegt nicht dem KKG (kein Konsumzweck), wohl aber OR Art. 312-318 und den ESTV-Verrechnungssteuerrichtlinien. Auf forms-legal.com finden Sie sowohl den KKG-Konsumkreditvertrag Schweiz als auch den Privatdarlehensvertrag und den Aktionärsdarlehensvertrag als kostenlose Vorlagen.
Ist ein Konsumkreditvertrag Schweiz nach KKG Art. 17 nichtig, weil ein Pflichtinhalt fehlt oder der Zinssatz zwölf Prozent übersteigt, entsteht folgende Rechtslage: Der Kreditnehmer muss nur den Nettodarlehensbetrag zurückzahlen — keine Zinsen, keine Gebühren, keine Versicherungsprämien. Bereits bezahlte Zinsen und Gebühren kann der Kreditnehmer nach OR Art. 62 zurückfordern (ungerechtfertigte Bereicherung). Der Kreditgeber verliert damit sämtliche Zinseinnahmen und Gebühreneinnahmen aus dem nichtigen Vertrag. Zusätzlich kann der Kreditgeber nach KKG Art. 36 mit einer Busse bis CHF 500'000 bestraft werden, wenn er ohne FINMA-Bewilligung Kredite vergeben hat oder den Höchstzinssatz wissentlich überschritten hat. Der Kreditnehmer kann die Nichtigkeit jederzeit geltend machen — auch noch nach vollständiger Rückzahlung des Kredits, um bezahlte Zinsen zurückzufordern. Die Nichtigkeit wird von Amtes wegen berücksichtigt; das Gericht muss sie feststellen, auch wenn keine Partei sie ausdrücklich beantragt.
Ja, eine verheiratete Person kann in der Schweiz einen Konsumkreditvertrag grundsätzlich alleine abschliessen. Anders als bei der einfachen Bürgschaft nach OR Art. 494, die zwingend der Zustimmung des Ehegatten bedarf, gibt es beim Konsumkreditvertrag keine generelle Zustimmungspflicht des Ehegatten. Das Schweizer Eherecht nach ZGB Art. 159 ff. kennt eine gegenseitige Treuepflicht, aber keine Generalvollmacht des Ehegatten über Konsumkredite. Ausnahme: Güterstand der Gütergemeinschaft (ZGB Art. 222 ff.) — hier bedürfen Verpflichtungen, die über die ordentliche Vermögensverwaltung hinausgehen, der Zustimmung des anderen Ehegatten (ZGB Art. 230 Abs. 2). Im Regelfall (Errungenschaftsbeteiligung nach ZGB Art. 196) kann jeder Ehegatte selbständig Konsumkreditverträge abschliessen. Kreditgeber fordern dennoch häufig Angaben zum Einkommen des Haushalts, um die Kreditfähigkeit nach KKG Art. 28 korrekt zu prüfen. Manche Banken verlangen die Mitunterzeichnung des Ehegatten als interne Risikokontrolle — eine gesetzliche Pflicht besteht dafür beim Konsumkreditvertrag Schweiz nicht.
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