Skip to main content

Earn-Out-Vereinbarung Deutschland

Earn-Out-Vereinbarung Deutschland

Earn-Out-Vereinbarung

EARN-OUT-VEREINBARUNG

zwischen [Verkaeufer Name] [Verkaeufer Adresse] (nachfolgend »Verkäufer«) und [Kaeufer Name] [Kaeufer Adresse] (nachfolgend »Käufer«)

— gemeinsam die »Parteien« — bezüglich des Unternehmens: [Zielunternehmen] Datum des Unternehmenskaufvertrags (Signing): [Signing Datum] Geplantes Closing-Datum: [Closing Datum]

Präambel

Die Parteien haben am [Signing Datum] einen Unternehmenskaufvertrag (Share Purchase Agreement) über die Übertragung von Gesellschaftsanteilen an der [Zielunternehmen] abgeschlossen. Zur Überbrückung der Bewertungslücke (Valuation Gap) vereinbaren die Parteien ergänzend die nachfolgende Earn-Out-Vereinbarung gemäß §§ 158, 305–313 BGB.

§ 1 — Basiskaufpreis

Der Basiskaufpreis beträgt EUR [Basiskaufpreis] (in Worten: Betrag gemäß Unternehmenskaufvertrag) und ist am Closing-Datum ([Closing Datum]) fällig.

§ 2 — Earn-Out-Mechanismus

2.1 Earn-Out-Kennzahl: Als Earn-Out-Kennzahl gilt: [Earn Out Kennzahl], berechnet nach den Grundsätzen des [Rechnungslegungsstandard] für das Zielunternehmen [Zielunternehmen].

2.2 Earn-Out-Periode: Die Earn-Out-Periode beginnt am [Earn Out Periode Start] und endet am [Earn Out Periode Ende].

2.3 Schwellenwerte und Berechnung: - Mindestschwellenwert (Base Threshold): EUR [Basis Schwellenwert] - Zielkennzahl (Target): EUR [Ziel Kennzahl] - Maximaler Earn-Out (Cap): EUR [Max Earn Out] Zwischen Base Threshold und Zielkennzahl erfolgt eine lineare Interpolation. Bei oder oberhalb der Zielkennzahl wird der maximale Earn-Out fällig.

§ 3 — Zahlung

3.1 Fälligkeit: Der Earn-Out ist innerhalb von [Zahlungsfrist] Tagen nach Zustellung des Earn-Out-Statements fällig. Verzugszinsen nach § 288 BGB (gesetzlicher Zinssatz) sind geschuldet. 3.2 Zahlungsweg: Die Earn-Out-Zahlung erfolgt auf das Konto des Verkäufers: IBAN [Verkaeufer I B A N]. 3.3 Escrow/Anderkonto: [Escrow Option].

§ 4 — Streitbeilegung und Gerichtsstand

4.1 Streitbeilegungsverfahren: Bei Streitigkeiten über die Earn-Out-Berechnung gilt: [Streitbeilegung]. 4.2 Gerichtsstand: Für staatliche Gerichtsverfahren gilt als ausschließlicher Gerichtsstand: [Gerichtsstand]. 4.3 Anwendbares Recht: Es gilt deutsches Recht unter Ausschluss des UN-Kaufrechts (CISG).

Unterschriften

Die Parteien haben diese Earn-Out-Vereinbarung am [Signing Datum] eigenhändig unterzeichnet. [Verkaeufer Name] _____________________________ Verkäufer [Kaeufer Name] _____________________________ Käufer

Verkäufer

________________

Signature

Käufer

________________

Signature

Betreut von Vladislav Sergienko, Gründer·Vorlage zuletzt geändert: ·Fehler melden

Was ist Earn-Out-Vereinbarung Deutschland?

Earn-Out-Vereinbarungen in Deutschland werden eingesetzt, wenn Käufer und Verkäufer über den Unternehmenswert keine Einigung erzielen können — der Käufer bewertet das Unternehmen konservativ, der Verkäufer optimistisch. Durch die Earn-Out-Klausel wird diese Bewertungslücke (Valuation Gap) überbrückt: Der Verkäufer erhält einen Basiskaufpreis (Fixed Price) und partizipiert zusätzlich am zukünftigen Erfolg des Unternehmens. Dieses Instrument ist in der deutschen M&A-Praxis bei Start-up-Exits, Management-Buy-outs (MBO) und Wachstumsunternehmen verbreitet, bei denen die zukünftige Ertragsentwicklung mit besonderer Unsicherheit behaftet ist.

Das Bundesgerichtshof (BGH) hat in seiner Rechtsprechung (BGH, 09.07.2002, XI ZR 323/01; BGH, 07.05.2015, I ZR 108/14) Maßstäbe für die Auslegung und Wirksamkeit von Earn-Out-Klauseln entwickelt. Entscheidend ist die präzise Definition der Earn-Out-Kennzahlen (Metrics), des Berechnungszeitraums (Earn-Out-Periode), der anzuwendenden Rechnungslegungsstandards (HGB oder IFRS) und der Governance-Rechte des Verkäufers während der Earn-Out-Periode. Fehlen diese Präzisierungen, können Klauseln nach § 307 Abs. 1 BGB als überraschend oder unklar unwirksam sein oder zu kostspieligen Schiedsverfahren (Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit, DIS-Schiedsordnung) führen.

Steuerrechtlich behandelt das Finanzamt Earn-Out-Zahlungen nach § 17 EStG (Veräußerungsgewinn bei Anteilsverkäufen) oder § 16 EStG (Betriebsveräußerung): Der Veräußerungsgewinn wird grundsätzlich im Zeitpunkt des Zuflusses realisiert; nachträgliche Earn-Out-Zahlungen sind als nachträglicher Veräußerungserlös im Zuflussjahr zu versteuern (BFH, 19.12.2007, IX R 22/05). Das Teileinkünfteverfahren (§ 3 Nr. 40 EStG, 60% steuerpflichtig) oder die Abgeltungsteuer (§ 32d EStG, 25% bei Privatpersonen) können anwendbar sein — die steuerliche Planung sollte frühzeitig mit dem Steuerberater abgestimmt werden.

Die Earn-Out-Vereinbarung unterscheidet sich von der Besserungsklausel (Equity Kicker) im Kreditrecht: Während die Earn-Out-Klausel Kaufpreiskomponenten regelt, berechtigt die Besserungsklausel Gläubiger zur Teilnahme am Unternehmensgewinn ohne Eigentumsübertragung. Bei GmbH-Transaktionen ist die notarielle Beurkundung nach § 15 Abs. 4 GmbHG durch einen Notar für die Anteilsabtretung zwingend; die Earn-Out-Vereinbarung selbst kann separat ohne Beurkundungspflicht vereinbart werden, sofern sie keinen eigenständigen Verfügungsgegenstand betrifft. Der Handelsregister (Registergericht beim Amtsgericht) wird nach der Anteilsübertragung entsprechend aktualisiert.

Besondere Bedeutung haben bei der Earn-Out-Vereinbarung in Deutschland die Representations & Warranties (Garantien) des Verkäufers: Nach §§ 444 ff. BGB haftet der Verkäufer für arglistig verschwiegene Mängel; durch vertragliche Garantiekataloge (Gewährleistungskataloge) wird die Haftung präzisiert. W&I-Versicherungen (Warranty & Indemnity Insurance) werden zunehmend eingesetzt, um Garantierisiken auf Versicherungsunternehmen zu übertragen, was insbesondere bei Earn-Out-Transaktionen mit verlängerten Haftungszeiträumen sinnvoll ist.

Das Portal forms-legal.com stellt diese Vorlage als strukturierten Ausgangspunkt zur Verfügung. Verwandte Dokumente: Beteiligungsvertrag Startup (de-beteiligungsvertrag-startup) und Anderkonto-Vereinbarung (de-anderkonto-vereinbarung) — beide ebenfalls als Vorlagen verfügbar.

Wann brauchen Sie Earn-Out-Vereinbarung Deutschland?

Eine Earn-Out-Vereinbarung in Deutschland wird in spezifischen M&A-Situationen eingesetzt, in denen eine sofortige vollständige Kaufpreiseinigung nicht möglich oder sinnvoll ist.

Bewertungslücke bei Wachstumsunternehmen: Wenn das Zielunternehmen (Target) ein junges Technologieunternehmen oder Start-up ist, dessen Wert stark von zukünftigen Umsätzen abhängt, ermöglicht die Earn-Out-Vereinbarung einen flexiblen Kaufpreis. Der Käufer zahlt einen Basisbetrag, der den aktuellen Substanzwert widerspiegelt, während der Verkäufer über Earn-Out-Zahlungen am prognostizierten Wachstum partizipiert — ohne dass eine sofortige Risikoübernahme durch den Käufer erforderlich ist.

Management-Buy-out mit Eigenkapitallücke: Bei einem Management-Buy-out (MBO) fehlt dem Managementteam häufig das Eigenkapital für den vollständigen Kaufpreis. Die Earn-Out-Vereinbarung erlaubt, einen Teil des Kaufpreises aus dem zukünftigen Cash-flow des erworbenen Unternehmens zu finanzieren, was den Fremdkapitalbedarf (Leveraged Buy-out, LBO) reduziert und die Bankfinanzierung durch die Hausbank oder die KfW-Bankengruppe erleichtert.

Familienunternehmen und Nachfolgeregelung: Bei der Übergabe eines Familienunternehmens an externe Käufer oder an nachfolgende Generationen kann die Earn-Out-Vereinbarung im Rahmen der vorweggenommenen Erbfolge eingesetzt werden, um den Altgesellschafter an der weiteren positiven Entwicklung zu beteiligen und gleichzeitig den Liquiditätsdruck des Käufers zu mindern.

Private Equity Exit mit Ratchet-Mechanismus: Wenn ein Private-Equity-Fonds sein Portfolio-Unternehmen an einen strategischen Käufer veräußert, enthält die Earn-Out-Vereinbarung häufig einen Ratchet-Mechanismus: Bei Überschreitung bestimmter EBITDA-Schwellenwerte erhöht sich die Earn-Out-Zahlung überproportional, was Anreize für das verbleibende Management schafft und den Interessen des Verkäufers gerecht wird.

Transaktionen mit Kartellrechtsvorbehalt: Bei größeren M&A-Transaktionen, die der Anmeldepflicht beim Bundeskartellamt (BKartA) oder der Europäischen Kommission unterliegen, kann die Earn-Out-Vereinbarung den Zeitraum zwischen Signing (Unterzeichnung) und Closing (Vollzug nach Freigabe) überbrücken, ohne dass der Käufer das volle wirtschaftliche Risiko des Targets vor der Genehmigung trägt.

Pharma- und Life-Sciences-Transaktionen: Beim Erwerb von Pharma- oder Biotech-Unternehmen, deren Wert von der Zulassung durch das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) oder die Europäische Arzneimittel-Agentur (EMA) abhängt, bietet die Earn-Out-Vereinbarung eine strukturierte Lösung: Meilensteinzahlungen (Milestone Payments) werden bei Erreichen definierter Entwicklungsstufen fällig.

Was gehört in Ihr Earn-Out-Vereinbarung Deutschland?

Eine rechtssichere Earn-Out-Vereinbarung in Deutschland erfordert präzise Regelungen zu mehreren zentralen Elementen, um spätere Streitigkeiten zwischen Käufer und Verkäufer zu vermeiden.

Definition der Earn-Out-Kennzahlen (Metrics): Die Earn-Out-Kennzahl muss eindeutig definiert werden. Bei EBITDA-basierten Earn-Outs muss die Vereinbarung festlegen, welche Aufwendungen bereinigt werden (Adjusted EBITDA) — typischerweise werden Einmalaufwendungen, Abschreibungen aus der Kaufpreisallokation (PPA) und Managementgebühren ausgenommen. Bei umsatzbasierten Earn-Outs muss die Umsatzdefinition nach § 277 HGB (Brutto vs. Netto, nach Gutschriften und Rücksendungen) präzise bestimmt werden.

Rechnungslegungsstandards und Buchhaltungsrichtlinien: Die Vereinbarung muss festlegen, nach welchen Standards — HGB (Handelsgesetzbuch, §§ 238–263) oder IFRS (International Financial Reporting Standards) — die Kennzahlen berechnet werden, und ob eine Anpassungspflicht des Käufers besteht, wenn er nach dem Closing die Rechnungslegungsmethoden ändert. Die Grundsätze ordnungsgemäßer Buchführung (GoB) sind verbindlicher Referenzmaßstab.

Earn-Out-Zeitraum und Berichtspflichten: Üblich sind Earn-Out-Perioden von 12 bis 36 Monaten nach dem Closing. Die Vereinbarung muss regeln: Fristen für die Übermittlung des Earn-Out-Statements durch den Käufer; Widerspruchsfrist des Verkäufers (Dispute Notice) — typischerweise 30–60 Tage; Schiedsgutachterverfahren nach §§ 317–319 BGB für ungelöste Streitigkeiten zwischen den Parteien.

Non-Disturbance-Klauseln (Schutzklauseln des Verkäufers): Ohne Schutzklauseln kann der Käufer die Earn-Out-Zielerreichung beeinflussen — durch Verlagerung von Kunden auf andere Konzerngesellschaften, erhöhte Managementgebühren oder Änderung der Preispolitik. Die Earn-Out-Vereinbarung muss daher enthalten: Verbot der Einschränkung des Geschäftsbetriebs; Pflicht zur Aufrechterhaltung des bisherigen Geschäftsplans; Informationsrechte des Verkäufers analog § 810 BGB.

Kaufpreisanpassungsmechanismus und Fälligkeit: Festpreis mit einmaligem Earn-Out oder Festpreis mit jährlichen Earn-Out-Tranchen über die Earn-Out-Periode sind die gängigen Strukturen. Fälligkeitstermine, Verzinsungsregeln (§ 288 BGB Verzugszinsen), Zahlungsmodalitäten (Banküberweisung oder Escrow-Konto) und Aufrechnungsverbote sind vertraglich zu regeln.

Escrow-Konto und Anderkonto (de-anderkonto-vereinbarung): Zur Sicherung der Earn-Out-Zahlung kann ein Anderkonto bei einem Notar (BNotO § 23) oder ein Escrow-Konto bei einer Bank eingerichtet werden. Die Earn-Out-Vereinbarung legt fest, unter welchen Bedingungen das Escrow-Konto freigegeben wird und welche Dokumente als Freigabevoraussetzung dienen.

Wettbewerbsverbot und Holdover-Regelung: Wenn der Verkäufer weiterhin im Unternehmen tätig bleibt, muss die Earn-Out-Vereinbarung das Verhältnis zwischen Earn-Out und Vergütung regeln. Das nachvertragliche Wettbewerbsverbot nach §§ 74 ff. HGB (für Arbeitnehmer) oder nach §§ 307, 138 BGB (für selbständige Verkäufer) begrenzt die Aktivitäten des Verkäufers nach dem Exit.

Das Portal forms-legal.com bietet diese Earn-Out-Vereinbarungsvorlage als professionellen Ausgangspunkt. Verwandte Dokumente: de-beteiligungsvertrag-startup (Beteiligungsvertrag) und de-anderkonto-vereinbarung (Anderkonto-Einrichtung).

So füllen Sie Ihr Earn-Out-Vereinbarung Deutschland aus

Das Ausfüllen einer Earn-Out-Vereinbarung in Deutschland erfordert die sorgfältige Eingabe aller transaktionsspezifischen Details.

Schritt 1 — Parteien und Transaktion: Tragen Sie den vollständigen Namen und die Anschrift des Verkäufers (Veräußerer) ein — bei einer GmbH den im Handelsregister eingetragenen Firmennamen mit Rechtsformzusatz (§ 17 HGB). Beim Käufer (Erwerber) ebenfalls den exakten Firmennamen laut Handelsregister. Das Datum des Unternehmenskaufvertrags (Signing-Datum) und das geplante Closing-Datum sind anzugeben.

Schritt 2 — Earn-Out-Kennzahl: Wählen Sie die Kennzahl aus dem Dropdown-Menü: EBIT (Ergebnis vor Zinsen und Steuern gemäß § 275 Abs. 2 Nr. 5 HGB), EBITDA (EBIT zuzüglich Abschreibungen §§ 253, 255 HGB), Umsatz (Erlöse nach § 277 HGB) oder Auftragseingang. Präzisieren Sie im Freitextfeld, welche Bereinigungen vorgenommen werden.

Schritt 3 — Earn-Out-Betrag und Mechanismus: Tragen Sie den maximalen Earn-Out-Betrag (Cap) in Euro ein. Definieren Sie die Schwellenwerte (Thresholds): Mindestkennzahl, ab der eine Zahlung erfolgt (Base Threshold), und Zielkennzahl, ab der der volle Earn-Out fällig wird (Target). Zwischen Base Threshold und Target gilt eine lineare Interpolation.

Schritt 4 — Earn-Out-Zeitraum: Geben Sie Start- und Enddatum der Earn-Out-Periode an. Üblich sind 12 oder 24 Monate ab dem Closing-Datum. Das Formular enthält Datumsfelder im Format TT.MM.JJJJ gemäß deutschem Standard.

Schritt 5 — Rechnungslegungsstandard: Wählen Sie HGB oder IFRS. Bei HGB-Buchhaltung geben Sie das zuständige Finanzamt und die Steuernummer des Unternehmens an. Bei IFRS wählen Sie den Konsolidierungskreis.

Schritt 6 — Zahlungsmodalitäten: Tragen Sie die IBAN des Verkäufer-Kontos ein. Definieren Sie die Fälligkeit: typischerweise 30 Tage nach Zustellung des Earn-Out-Statements. Wählen Sie ggf. die Escrow-Option und tragen Sie die Angaben zum Anderkonto ein.

Schritt 7 — Non-Disturbance-Schutzklauseln: Aktivieren Sie die gewünschten Schutzklauseln: Verbot der Kundenverlagerung, Verbot der Erhöhung von Konzernumlagen, Pflicht zur Beibehaltung des Marketingbudgets. Tragen Sie konkrete Schwellenwerte ein.

Schritt 8 — Streitbeilegung: Wählen Sie das Schiedsgutachterverfahren nach §§ 317–319 BGB oder die Deutsche Institution für Schiedsgerichtsbarkeit (DIS). Geben Sie den Gerichtsstand an — empfohlen wird das Landgericht am Sitz des Käufers.

Schritt 9 — Unterschriften: Beide Parteien unterzeichnen die Earn-Out-Vereinbarung eigenhändig. Eine notarielle Beurkundung ist für die Earn-Out-Vereinbarung selbst nicht erforderlich, wohl aber für die GmbH-Anteilsabtretung nach § 15 GmbHG.

Häufige Fehler bei Ihrem Earn-Out-Vereinbarung Deutschland

Bei der Gestaltung von Earn-Out-Vereinbarungen in Deutschland unterlaufen Käufern und Verkäufern häufig Fehler, die zu teuren Schiedsverfahren führen.

Unklare Kennzahldefinition: Der häufigste Fehler ist die unklare Definition der Earn-Out-Kennzahl. »EBITDA« ohne Bereinigungsregeln kann je nach Buchführungspraxis nach HGB (§§ 238–263) erheblich variieren. Ohne präzise Definition muss das Landgericht oder ein DIS-Schiedsgericht die Berechnungsmethode durch Auslegung nach § 157 BGB bestimmen — mit ungewissem Ausgang.

Fehlende Non-Disturbance-Klauseln: Wenn der Käufer nach dem Closing die Geschäftsstrategie ändert — etwa durch Verlagerung von Vertriebskapazitäten oder Erhöhung der Konzernverrechnungspreise — kann er die Earn-Out-Zielerreichung verhindern, ohne vertragsbrüchig zu werden. Ohne ausdrückliche Schutzklauseln ist der Verkäufer schutzlos; das Bundesgerichtshof (BGH) hat Käuferpflichten nur in Ausnahmefällen aus § 242 BGB (Treu und Glauben) abgeleitet.

Falsche Rechnungslegungsstandards: Wenn das Target nach HGB bucht und der Käufer nach dem Closing auf IFRS umstellt, ändert sich die Earn-Out-Kennzahl erheblich — IFRS-EBITDA und HGB-EBITDA können um 20–40% differieren. Ohne Schutzklausel trägt der Verkäufer dieses Umstellungsrisiko vollständig.

Unzureichende Streitbeilegungsregelung: Fehlt eine klare Eskalationskette — Verhandlung, Schiedsgutachten (§§ 317–319 BGB), DIS-Schiedsverfahren — enden Earn-Out-Streitigkeiten vor staatlichen Gerichten (Landgericht), was mehrere Jahre Verfahrensdauer bedeuten kann. Ein Schiedsgutachterverfahren durch einen unabhängigen Wirtschaftsprüfer (WP) ist deutlich effizienter.

Earn-Out ohne Verkäufertätigkeit: Wenn der Earn-Out-Betrag davon abhängt, dass der Verkäufer weiterhin als Geschäftsführer tätig ist, muss die Vereinbarung klarstellen, ob der Earn-Out-Anspruch beim vorzeitigen Ausscheiden (z.B. durch Abberufung nach § 38 GmbHG ohne wichtigen Grund) anteilig oder vollständig erhalten bleibt — das OLG Frankfurt (26.06.2003, 16 U 190/02) hat die Abberufung zur Earn-Out-Umgehung als treuwidrig bewertet.

Steuerliche Fehlplanung: Wenn der Verkäufer Earn-Out-Zahlungen erst nach dem Wechsel in die Rente erwartet, sollte mit dem Steuerberater geprüft werden, ob durch Wahlrechte nach § 34 EStG oder durch Aufteilung des Earn-Outs auf mehrere Steuerjahre eine Progressionsmilderung möglich ist. Werden Earn-Out-Zahlungen in Hocheinkommensjahren ausgezahlt, können sie mit dem Spitzensteuersatz von 45% plus Solidaritätszuschlag (§ 4 SolzG) belastet werden.

Quellen und Zitate

Gesetzliche Zitate verlinken auf offizielle Regierungsquellen.

  1. § 810 BGBDE official
  2. § 288 BGBDE official
  3. § 307 BGBDE official
  4. § 157 BGBDE official
  5. § 242 BGBDE official
  6. § 17 EStGDE official
  7. § 16 EStGDE official
  8. § 32d EStGDE official
  9. § 34 EStGDE official

Diese Seite zitieren

Verweisen Sie auf diese kostenlose Vorlage in einem Artikel, Lehrplan oder Forschungsbericht:

APA

Forms Legal. (2026). Earn-Out-Vereinbarung Deutschland (Deutschland) [Legal document template]. Forms Legal. https://forms-legal.com/de/deutschland/financial/agreements/earn-out-vereinbarung-deutschland

MLA

"Earn-Out-Vereinbarung Deutschland (Deutschland)." Forms Legal, 2026, https://forms-legal.com/de/deutschland/financial/agreements/earn-out-vereinbarung-deutschland.

BibTeX
@misc{formslegal-earn-out-vereinbarung-deutschland,
  author       = {{Forms Legal}},
  title        = {Earn-Out-Vereinbarung Deutschland (Deutschland)},
  year         = {2026},
  howpublished = {\url{https://forms-legal.com/de/deutschland/financial/agreements/earn-out-vereinbarung-deutschland}},
  note         = {Free legal document template}
}

Häufig gestellte Fragen

Gesetzesreferenzierte Vorlage — Vorlage zuletzt geändert Juni 2026

Diese Vorlage dient ausschließlich Informationszwecken und stellt keine Rechtsberatung dar. Gesetze sind je nach Rechtsordnung unterschiedlich und ändern sich im Laufe der Zeit. Konsultieren Sie für Ihren konkreten Fall einen qualifizierten Rechtsanwalt.Vollständiger Haftungsausschluss

Fehler gefunden? Sagen Sie uns Bescheid